EU: Kosten senken mit 'Software-Pooling'

EU: Kosten senken mit 'Software-Pooling'

Europäische Behörden sollen Software auf Basis einer Open-Source-Lizenzierung gemeinsam nutzen, um die steigenden IT-Kosten für E-Government in den Griff zu bekommen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Zu den möglichen Vorteilen einer vermehrten Wiederverwendung von Software für den öffentlichen Sektor stellt der für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige Kommissar Erkki Liikanen fest: "Vorbildliche Verfahren basieren auf bewährten Lösungen, die wirklich funktionieren. Software und konkrete Anwendungen, die sich in der Praxis als funktionstüchtig erwiesen haben, spielen hier eine wichtige Rolle". Sie könnten den Mitgliedstaaten vermehrt als Inspirationsquelle für die künftige Entwicklung zweckmäßiger und interaktiver öffentlicher Dienste zum Wohle der Bürger Europas dienen.

Die Software müsste zwar wahrscheinlich den lokalen sprachlichen und rechtlichen Gegebenheiten angepasst werden, die gemeinsame Nutzung dieser E-Government-Werkzeuge könnte aber dem öffentlichen Sektor in Europa über die Staatsgrenzen hinweg zu Effizienzsteigerungen verhelfen. Laut einem anderen Bericht, der im European Information Technology Observatory veröffentlicht wurde, sollen die Ausgaben des öffentlichen Sektors in der EU für E-Government in diesem Jahr um 28% auf 6,6 Mrd. Euro ansteigen.

In der Studie wird vorgeschlagen, Software, die für Behörden entwickelt wird und deren Eigentum ist, unter eine Open-Source-Lizenz zu stellen. Zudem wird empfohlen, dass eine für die Poolbildung zuständige Einrichtung Qualitätsgarantien bieten und zur Lösung von Haftungsfragen beitragen sollte. Derzeit stehen der gemeinsamen Nutzung von Entwicklungen oft Haftungsprobleme entgegen. Allerdings sollte diese Einrichtung schrittweise aufgebaut werden, da die gemeinsame Nutzung von Kompetenzen und bewährten Verfahren dringlicher sei als die gemeinsame Nutzung von Software.

Die Pooling-Einrichtung sollte nicht einfach nur Software bereitstellen, sie sollte vielmehr Zugang zu Fachwissen und Erfahrungen bieten und zur Bildung einer Gemeinschaft von Entwicklern, Anwendern und politischen Entscheidungsträgern beitragen, die eine verstärkte Zusammenarbeit insbesondere bei der Entwicklung und Erprobung von Software ermöglicht.

Auf einer Anfang Juni in Brüssel abgehaltenen Fachtagung wurden die Empfehlungen der Studie allgemein begrüßt. Die Erkenntnisse der Studie "Pooling Open Source Software" können auf der IDA-Website http://europa.eu.int/ispo/ida eingesehen werden. (ST)

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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