Die Filiale wird zum Mini-Lieferzentrum

Die Filiale wird zum Mini-Lieferzentrum

Expansionswillige Händler schauen immer öfter nach Filialen mit flexiblen Lager- und Verkaufsflächen. Auch, um individuelle Lieferkonzepte anbieten zu können.

SRSybille RoemerRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Demnach messen 40 Prozent flexiblen Umbaumöglichkeiten eine hohe, weitere 33 Prozent eine mittlere Bedeutung bei. Neben genügend Platz für Aktionsflächen, die mehr als die Hälfte der Befragten wollen, legen vier von zehn Händler Wert auf An- und Abfahrmöglichkeiten für individuelle Lieferkonzepte. Dabei handelt es sich laut Studie häufig um Lebensmitteleinzelhändler, Baumärkte und Gastronomen. Gut jeder dritte Händler wünscht sich flexibel erweiterbare Lagerflächen, knapp jeder fünfte die Möglichkeit, Drive-in Stationen für Kunden anzubieten.

Unterdessen steigt die Erwar­tungshaltung der Kunden, wenn sie stationär einkaufen. Neun von zehn Händler sehen eine gestiegene Anspruchshaltung in Bezug auf die Einkaufsatmosphäre und die Aufenthaltsqua­lität. „Damit wird einmal mehr unterstrichen, dass es beim Shopping längst nicht mehr nur um die Beschaffung von Produkten geht – das wird als selbstverständlich vorausgesetzt“, erläutern die EHI-Experten. „Vielmehr sind Einzelhandelslagen ästheti­sche Orte der angenehmen Freizeitgestaltung, Treffpunkte, an denen man sich ger­ne aufhält und gleichzeitig stöbern und bequem seine Besorgungen erledigen kann.“ Dies unterstrichen auch die weiteren zentralen Kriterien wie das gastronomische Angebot und das Unterhaltungsangebot vor Ort sowie die Architektur, an die die Kun­den immer höhere Ansprüche stellten.

Angesichts der Terroranschläge und Amokläufe in Europa diskutiert die Branche aktuell das Thema Sicherheit intensiver, zumal Kleinkriminalität und Laden­diebstähle im Einzelhandel ohnehin ein Dauerbrenner-Thema ist. Jeder dritte befragte Händler arbeitet an einer Verstärkung der unternehmenseigenen Sicherheitsstrategie speziell durch Videoüberwachung. „Hierbei gibt es keine Korrelationen nach Branchen oder Verkaufsflächengröße, es scheint mehr eine Frage der Philosophie zu sein“, heißt es.

Zudem halten zusehends neue Technologien Einzug in die Filialen. Am weites­ten verbreitet sind demnach eigene Apps, die 36 Prozent der befragten Händler inzwischen einsetzen. Vor einem Jahr waren dies noch 26 Prozent. Wichtige Themen im Verkaufsraum sind da­rüber hinaus Mobile Payment, digitale Preisschilder und digitale Bons, die vie­le Händler planen oder sogar schon im Einsatz haben.

Von Standard-Services könne man hier aber noch lange nicht sprechen – auch deshalb, weil die jeweiligen Tech­nologien nicht für jedes Shopkonzept sinnvoll seien: „So sind Selbstbedienungskassen, Indoor-Na­vigation oder mobile Self-Scanning-Geräte für viele Händler gar nicht interessant“, lautet das Fazit der Handelsexperten.

88 Prozent der Händler stimmen grundsätzlich der These zu, dass der Einsatz von Technik für den Kundenservice im stationären Handel in Zukunft dynamisch zunehmen wird. Mehrheitlich abgelehnt wird hingegen die These, dass Service-Roboter in Zukunft immer öfter Personal ersetzen werden: 61 Prozent stimmen dem nicht zu, nur 9 Prozent vertreten diese Meinung. Drei von zehn Händlern haben dazu gar keine Meinung.


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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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