
Fingerprint vor dem Durchbruch
Mit einer zentralen Datenbank und Kooperationen zwischen Handel und Kreditwirtschaft will der Dienstleister IT-Werke dem Bezahlen mit dem Fingerabdruck zum Durchbruch verhelfen.
Ein flächendeckendes Angebot als Ziel
"Wir werden Netz von Registrierungsmöglichkeiten aufbauen", sagt Ulrich Kipper, Geschäftsführer der IT-Werke, im Gespräch mit derhandel.de. Neben Handelsunternehmen sollen sich Verbraucher auch bei Banken und anderen lizenzierten Registrierungsstellen für Vingado anmelden. Die zentrale Datenbank soll das Zahlen mit dem Finger aus der Nische hin zu einem flächendeckendem Angebot führen.
Bislang sind bei den IT-Werken rund 200.000 Kunden für das Zahlen mit dem Fingerabdruck registriert. An rund 1.000 Kassen kann in Deutschland per Handauflegen gezahlt werden. Edeka, Rewe und Metro testen diese Zahlungsweise in der Praxis. In den Niederlanden testet Albert Heijn das Digiproof-System. Piloten in der Schweiz und in Portugal sollen laut IT-Werke-Chef Kipper noch in diesem Jahr starten.
Hybrid-Scanner erhöhen Sicherheit und Komfort
Auch technologisch kommt das biometrische Verfahren weiter voran: Auf der Fachmesse EuroCIS vergangenene Woche in Düsseldorf stellten die IT-Werke erstmals einen Hybrid-Scanner vor, der gleichzeitig für Fingerabdruck und -venen erkennen kann. "Damit wird die Präzision der Erkennung und die Sicherheit deutlich erhöht", sagt Kipper.
Personengruppen wie ältere Menschen oder Handwerker, bei denen das Auslesen des Fingerabdrucks mitunter problematisch ist, können durch die Hybrid-Technik besser erkannt werden.
Im Großraum Stuttgart soll voraussichtlich noch in diesem Sommer der Startschuss für "pay by Vingado" fallen. Technisch sei die Verarbeitung von rund fünf Millionen Fingerabdruckdaten in einer zentralen Datei kein Problem mehr, was ein Stresstest Ende vergangenen Jahres belegt habe.