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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Thomas RehmRedakteur.
HANDEL NATIONAL
British Tobacco investiert in Flink, Rewe und Amazon nicht
Der Lieferdienst Flink hat eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen, berichtet Wiwo.de. Neben Bestandsinvestoren wie Prosus und Doordash sei erstmals ein Investmentvehikel von British Tobacco eingestiegen. Rewe, bislang mit knapp 20 Prozent beteiligt, habe diesmal nicht mitgezogen – Amazon ebenso wenig. Die Firmenbewertung liege weiterhin unter einer Mrd. Dollar, weit entfernt von den drei Mrd. aus Pandemie-Zeiten. Seit dem Sommer arbeite Flink, bei einem Jahresumsatz von 700 Mio. Euro, nach eigenen Angaben profitabel.
Widerrufsrecht ja oder nein? Deutsche Post verwirrt Kunden
Das Landgericht Köln hat den Bestellprozess für den Nachsendeservice der Deutschen Post als irreführend eingestuft, berichtet Haendlerbund.de. Kunden hätten im Bestellvorgang bestätigen müssen, über ein Widerrufsrecht zu verfügen – das Kleingedruckte habe dieses Recht aber gleichzeitig ausgeschlossen. In einem anderen Punkt unterlag die Verbraucherzentrale Niedersachsen allerdings: Das Gericht habe nicht verlangt, dass die Post ein Widerrufsrecht einräume oder dessen Ausschluss gesondert begründe.
Kein IT-Unternehmen beschäftigt mehr Frauen als Männer
Kein einziges deutsches Unternehmen beschäftigt in IT- und Digitalfachbereichen mehr Frauen als Männer, ergibt eine Bitkom-Befragung. 43 Prozent der Unternehmen hielten Männer schlicht für besser geeignet. Paradoxerweise sehe die Mehrheit Gleichstellung als Wettbewerbsfaktor: 78 Prozent warnten, ohne Frauen verspiele die Wirtschaft ihre Zukunft. Größte Bremsen für Frauen in der IT blieben fehlende Weiterbildung während der Elternzeit, unsensible Führungskräfte und hartnäckige Rollenbilder. Immerhin wachse das Mentoring-Angebot spürbar – von 36 auf 51 Prozent.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon baut Seller Central zum KI-Cockpit um
Amazon erweitert Seller Central um eine KI-gestützte „Canvas Experience“, berichtet das Unternehmen. Der neue visuelle Arbeitsbereich generiere personalisierte Dashboards in Echtzeit – von Verkaufsanalysen über Lagerplanung bis zu „Was wäre wenn“-Szenarien. Die Technik basiere auf Amazon Bedrock mit Modellen von Amazon Nova und Anthropic Claude. Händler könnten per Chat Daten abrufen und Aktionen anstoßen. Perspektivisch solle der „Seller Assistant“ eigenständig handeln können und etwa Preise anpassen oder Nachbestellungen auslösen. Vorerst stehe das Feature nur in den USA und Großbritannien bereit.
Amazon startete gestern mit „Amazon Now“ seinen 15-Minuten-Lieferdienst für Lebensmittel und Alltagsprodukte in Brasilien, wie Reuters.com berichtet. Der Service sei zunächst in São Paulo verfügbar und werde bis zum 9. März auf sieben weitere brasilianische Städte ausgeweitet. Der Schritt markiert Amazons Vorstoß in den laut Marketreportanalytics.com hart umkämpften Quick-Commerce-Markt Lateinamerikas.
Nach OpenAI und Google: Meta entdeckt KI-Shopping
Meta testet eine Shopping-Funktion für seinen KI-Assistenten Meta AI, berichtet Golem.de unter Berufung auf Bloomberg. Statt Nutzer auf externe Seiten zu schicken, zeige der Chatbot Produktkarten mit Marke, Preis, Spezifikationen und einer Begründung der Empfehlung. Zunächst stehe das Feature nur ausgewählten US-Nutzern offen. Später könnten Affiliate-Links direkt zu Online-Shops folgen. OpenAI bietet seit September 2025 Direktkäufe in ChatGPT an, Google platziert seit Januar personalisierte Anzeigen in seiner KI-Suche.
Refurbed verdoppelt Premium-Umsatz
Refurbed, der österreichische Marktplatz für runderneuerte Produkte, hat ein Brutto-Warenvolumen von drei Mrd. Euro erreicht, berichtet Ecommercenews.eu. Premium-Marken wie Apple, Dyson und Kärcher machten inzwischen 90 Prozent des Umsatzes aus; die Premium-Verkäufe seien 2025 um 113 Prozent gewachsen. Mit einer Finanzierungsrunde über 50 Mio. Euro im Rücken bediene das Wiener Unternehmen nun 24 Länder mit 486 Mio. potenziellen Kunden.
Südostasien: Carsome liefert Rekordergebnis
Carsome, die größte Auto-E-Commerce-Plattform Südostasiens, hat im Geschäftsjahr 2025 ihr Ebitda auf 23 Mio. Dollar mehr als verdoppelt, berichtet Thestar.com.my. Der Bruttogewinn sei um 16 Prozent gestiegen, der Bruttogewinn pro Fahrzeug sogar um 22 Prozent. Malaysia und Singapur trügen, trotz schwächelnder Regionalmärkte, dieses Wachstum. Mit erweiterter Händlerfinanzierung und dem günstigeren „Value Plus“-Angebot plane der Gebrauchtwagen-Marktplatz die zukünftige Expansion.
Luxus aus zweiter Hand: The Realreal wächst zweistellig
Die Luxus-Resale-Plattform The Realreal erzielte im Geschäftsjahr 2025 erstmals ein Bruttowarenvolumen von über zwei Mrd. Dollar (+16 Prozent), berichtet Digitalcommerce360.com. Der Umsatz sei auf 692,8 Mio. Dollar gestiegen, der Nettoverlust von 134,2 auf 41,8 Mio. Dollar geschrumpft. Höherpreisige Kategorien wie Schmuck und Uhren hätten den durchschnittlichen Bestellwert im vierten Quartal auf 641 Dollar getrieben. Das hauseigene KI-System „Athena“ verarbeite und überprüfe inzwischen 35 Prozent aller eingehenden Artikel.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Klarna bringt Ratenzahlung in den KI-Checkout
Klarna macht seine Ratenzahlung für KI-Shopping-Agenten verfügbar, berichtet Fintechmagazine.com. Bisher seien autonome Einkaufsassistenten auf klassische Kartenzahlungen beschränkt gewesen – flexible Optionen wie „Buy Now, Pay Later“ blieben außen vor. Über Stripes neue Shared Payment Tokens könnten Agenten nun Käufe mit Klarnas Kreditoptionen auslösen, ohne je echte Zahlungsdaten zu sehen. US-Händler auf Stripe bräuchten keine zusätzliche Integration.
Knapp ein Jahr nach dem DACH-Start des Google KI-Überblicks zieht Onlinemarketing.de eine gemischte Bilanz für den Online-Handel. Zwar breche die organische Klickrate bei Suchanfragen mit KI-Übersicht um 61 Prozent ein – allerdings betreffe das vor allem informationelle Anfragen. Transaktionale Suchanfragen mit Kaufabsicht lösten Anfang 2025 nur in vier Prozent der Fälle einen KI-Überblick aus. Diese Schutzzone schrumpfe jedoch: Bis September 2025 habe sich der Anteil auf 12,5 Prozent verdreifacht. Andererseits erzielten in den Zusammenfassungen zitierte Marken 35 Prozent mehr organische Klicks als nicht genannte Wettbewerber.
Castore pflegt Preise in 35 Shops jetzt in Minuten
Die Sportmarke Castore hat ihre Preispflege über 35 Shopify-Stores von rund fünf Stunden auf wenige Minuten verkürzt, berichtet Channelx.world. Zuvor hätten zwei Mitarbeiter Nachtschichten mit manuellen CSV-Uploads geschoben – bei einer Fehlerquote von 30 bis 35 Prozent. Mit der Integrationsplattform Patchworks umgehe Castore nun den ERP-Flaschenhals und speise Preisdaten direkt in die Stores ein. Die Fehlerrate sei auf ein bis zwei Prozent gesunken, an manchen Spitzentagen sogar auf null. Die Umstellung habe keine zwei Wochen gedauert.
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Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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