3D-Illustration zu E-Commerce-Themen: Lieferbox, Storefront, Zollkontrolle und Warenkorb im Studio-Look
© Black Forest Labs / Flux

Hellofresh, Idealo, Zalando, Zollkontrollen, Amazon Business, Coupang, Revolve, Instacart, Bumble, Google, Altersverifikation

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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– ein Muss, wenn Google in den nächsten Monaten das Universal Commerce Protocol integriert. -> Mehr lesen

HANDEL NATIONAL

Hellofresh kocht auf kleiner Flamme und hält die Prognose
Hellofresh bestätigt die Jahresprognose trotz rückläufigen Quartalsumsatzes, meldet Retail-News.de. Der Essenslieferdienst habe im ersten Quartal rund 1,7 Mrd. Euro erlöst, währungsbereinigt 7,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Der durchschnittliche Bestellwert sei in Folge geringerer Rabatte und höherer Preise dafür um 4,2 Prozent auf 71 Euro geklettert. Das Geschäft verlagere sich weiter weg von den klassischen Kochboxen hin zu Fertiggerichten, die – außerhalb der USA – wieder zweistellige Wachstumsraten vorwiesen.

Idealo verkauft Werbung im Moment des Zögerns
Idealo führt mit „Idealo Ads“ ein eigenes Werbeprodukt ein, teilt das Unternehmen mit. Marken und Händler sollen Nutzer dort erreichen, wo sie Preise und Anbieter vergleichen – also kurz vor der Kaufentscheidung. Geplant seien gekennzeichnete Platzierungen auf Start-, Such- und Kategorieseiten, die aber keinen Einfluss auf die Reihenfolge im Preisvergleich hätten. Der Start erfolge zunächst mit ausgewählten Partnern in Deutschland, im Sommer folge eine öffentliche Self-Service-Plattform.

Zalando wächst zweistellig
Zalando ist mit einem zweistelligen Plus ins Jahr gestartet, meldet Wallstreet-Online.de. Der Bruttowarenwert sei im ersten Quartal um 21,7 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro geklettert, der Umsatz um 23,8 Prozent auf 3 Mrd. Euro. Das bereinigte Ebit erreiche 65 Mio. Euro, davon 10 Mio. Euro aus der About-You-Integration. 62,3 Mio. aktive Kunden hätten im Schnitt 305 Euro ausgegeben.

Zoll klopft bei Paketdiensten an: 2.900 Beamte im Einsatz
Mehr als 2.900 Zollbeamte haben am Mittwoch bundesweit Paketzusteller kontrolliert, meldet Haendlerbund.de. Die Generalzolldirektion erklärte, der verdachtsunabhängige Einsatz richte sich gegen Schwarzarbeit und Mindestlohnverstöße in der KEP-Branche. Überstunden, Beladezeiten und Fahrten zum ersten Zustellort würden oft nicht vergütet, womit der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro systematisch unterlaufen werde. Das Kölner Hauptzollamt sehe den Mittwoch erst als Auftakt; erste Ergebnisse erwarte man Ende der Woche.


HANDEL INTERNATIONAL


Frischmilch zum Kopierpapier: Amazon Business erweitert US-Sortiment
Frische Lebensmittel landen künftig im selben Warenkorb wie Druckerpatronen: Amazon Business liefert seinen Geschäftskunden laut Pressemitteilung in über 2.300 US-Städten nun auch Milchprodukte, Obst, Backwaren und Tiefkühlware am selben Tag. Business-Prime-Mitglieder erhielten die Lieferung ab 25 Dollar kostenfrei, sonst falle eine Gebühr von 2,99 Dollar an. Amazon verspreche eine temperaturgeführte Logistik samt Sechs-Punkte-Qualitätsprüfung. Nach eigenen Angaben ist der Konzern mit einem Food-Bruttoumsatz von über 150 Mrd. Dollar zweitgrößter Lebensmittelhändler der USA.

Coupang zahlt für sein Datenleck mit 266 Mio. Dollar Verlust
Der südkoreanische Online-Händler Coupang ist im ersten Quartal mit einem Nettoverlust von 266 Mio. Dollar tief in die roten Zahlen gerutscht, berichtet Lokmattimes.com. Auslöser sei das Datenleck vom November gewesen, von dem 33,6 Mio. Kunden betroffen gewesen seien. Entschädigungsgutscheine und eine schwächelnde Nachfrage hätten das Ergebnis belastet. Der Umsatz sei dennoch um acht Prozent auf 8,5 Mrd. Dollar gewachsen. 80 Prozent der nach dem Leck gekündigten WOW-Abos (ähnlich wie Amazons Prime) habe Coupang bis Ende April zurückgewonnen.

Eigenmarke, Cardi B, Miami: Revolve schaltet hoch
Die Multi-Marken-Online-Plattform Revolve hat im ersten Quartal 2026 den Nettoumsatz um 16 Prozent auf 342,9 Mio. Dollar gesteigert, wie das Unternehmen mitteilt. Der Nettogewinn habe bei 13,8 Mio. Dollar gelegen, ein Plus von 21 Prozent, die Zahl der aktiven Kundinnen und Kunden sei auf 2,93 Mio. geklettert. Parallel habe Revolve die neue Eigenmarke „Revolve Los Angeles“ eingeführt, eine Haarpflegelinie mit Cardi B lanciert und einen dritten Laden in Miami angemietet.

Instacart sieht keine Konsumflaute
Instacart hat seinen Bruttowarenwert im ersten Quartal um 13 Prozent auf 10,29 Mrd. Dollar gesteigert, berichtet Reuters.com. Das bereinigte Ebitda sei um 23 Prozent auf 300 Mio. Dollar geklettert, das Werbegeschäft habe sogar um 16 Prozent auf 286 Mio. Dollar zugelegt. CEO Chris Rogers zufolge griffen sowohl preisbewusste als auch einkommensstärkere Haushalte zum Lieferdienst. Trotz geopolitischer Unsicherheiten sehe er keine spürbare Veränderung im Kaufverhalten: Der Fokus bleibe weiter auf bezahlbaren Grundnahrungsmitteln.

Bumble schrumpft vor der angekündigten Neuerfindung
21,1 Prozent der zahlenden Mitglieder haben die Dating-App Bumble im ersten Quartal verlassen; 3,2 Mio. sind geblieben, berichtet Techcrunch.com. Trotzdem sei der Umsatz wegen höherer Ausgabefreude der Nutzer nur um 14,1 Prozent auf 212,4 Mio. Dollar gefallen; der Nettogewinn habe sich durch Sparmaßnahmen sogar auf 52,6 Mio. Dollar verdoppelt. Im vierten Quartal wolle Bumble sich endgültig vom Swipen verabschieden: Stattdessen gäbe es dann Profile im Kapitel-Stil und den KI-Matchmaker „Bee“, während die Technologie in die Cloud migriere.


KI-Agenten: Technologie akzeptiert, Vertrauen fehlt
Drei Viertel der Briten haben zuletzt KI genutzt, doch nur 14 Prozent würden vollautonomen Agenten die Zügel überlassen, zitiert Techradar.com eine EY-Studie. Das Problem sei längst nicht mehr die Technik, sondern das Vertrauen: Lediglich 43 Prozent trauten Unternehmen überhaupt den Umgang mit KI-Daten zu, 73 Prozent fürchteten Hackerangriffe. Nicht unberechtigterweise, wie eine Untersuchung von Ping Identity zeige: Für Menschen gebaute Berechtigungssysteme stießen durch autonome KI-Agenten systematisch an ihre Grenzen; gleichzeitig beschrieben 58 Prozent der Unternehmen ihre Daten als „Chaos“.

Googles Antwort auf Openclaw heißt „Remy“
Google testet intern einen KI-Agenten mit dem Codenamen „Remy“, berichtet Businessinsider.de unter Berufung auf ein internes Dokument. Remy laufe in einer Mitarbeiter-exklusiven Version der Gemini-App und könne sich in weitere Google-Dienste einklinken. Laut interner Beschreibung verspreche der Assistent, Wichtiges zu überwachen, komplexe Aufgaben proaktiv zu erledigen und die Vorlieben des Nutzers zu erlernen. Ein allgemein verfügbares vollautonomes Agentenprodukt fehle Google bisher im Portfolio.

Mit Schminkstift gegen die Alterskontrolle
Ein aufgemalter Schnurrbart kann offenbar genügen, um Altersverifikationssysteme auf Erwachsenenseiten zu übertölpeln, berichtet Techcrunch.com. Die britische Nonprofit-Organisation „Internet Matters“ habe 1.000 Kinder befragt: Die Hälfte halte die Alterskontrollen für spielerisch einfach auszutricksen. Mehrere Kinder hätten erfolgreich mit Make-up-Stift aufgemalte Gesichtsbehaarung eingesetzt. Es funktioniere auch, die Webcam auf erwachsen wirkende Videospielfiguren zu richten oder sogar, einfach Grimassen zu ziehen. Weltweit würden Gesetze zur Altersüberprüfung eingeführt, die Anbieter setzten dabei auf unterschiedliche Verfahren – vom Ausweis-Upload bis zur algorithmischen Altersschätzung.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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