Hertie-Mitarbeiter demonstrieren für ihre Jobs. Im Hintergrund laufen die Verhandlungen, um das Überleben der Kaufhauskette doch noch zu sichern. Die Investoren wollen auch Karstadt-Häuser übernehmen.
Kaufhaus-Kette für Kleinstädte
Eine Investorengruppe aus fünf erfahrenen Handelsmanagern und einem neuen chinesischen Finanzpartner hat sich zum Ziel gesetzt, aus Hertie und Teilen von Karstadt eine Kaufhaus-Kette zu schmieden. Karstadt steht nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Arcandor ebenfalls vor einer ungewissen Zukunft.
Diese Warenhauskette soll vor allem in Klein- und Mittelstädten ihren Platz haben. "Die Bürgermeister der Hertie-Standorte haben die Einladung der Deutschen Bank erhalten, wonach es in den nächsten vierzehn Tagen zu einem runden Tisch kommt, um unser Konzept zu erörtern", sagte der Mittler der Investoren, Rolf Schuchardt, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Möglichst alle Hertie-Standorte erhalten
Der Sprecher der Bürgermeister, Günter Ditgens (Wesseling bei Köln), sagte der Deutschen Pressse-Agentur, dass möglichst alle Hertie-Standorte erhalten bleiben sollen. Bürgermeister, Hertie und Insolvenzverwalter hoffen, dass die Eigentümer, Dawnay Day und MABV, die bisherige Strategie zum Einzelverkauf der 54 Immobilien überdenken. Die Deutsche Bank, die den Immobilienkauf arrangiert und verbrieft hatte, will dabei als Moderator auftreten.
Falls die Eigentümer einzelne Immobilien veräußern müssten, um ihren Verpflichtungen nachzukommen, sei man bereit, auf ihre speziellen Belange einzugehen, signalisierte Schuchardt Entgegenkommen.
Sogar Kaufhof-Häuser interessant
Die Investoren wollen ihren Hut auch für einige der Karstadt- und Kaufhof-Filialen in den Ring werfen, die möglicherweise bei einer Warenhausallianz aufgegeben würden. "Wir würden nicht wahllos Häuser hinzunehmen, sondern nur Standorte, die genau zu unserem Konzept passen", sagte Schuchardt der "FAZ".
