
Jeder vierte Onlinekunde kauft von unterwegs
Shopping-Apps und optimierte Webseiten zeigen Wirkung: Die deutschen Onlinekäufer bestellen immer häufiger über Smartphone und Tablet-PC. Beim mobilen Bezahlen sind sie aber zögerlich.
Björn BöerChefredakteur44 Prozent nutzen ihr Gerät im Laden
"Smartphone und Tablet sind für viele Konsumenten zum selbstverständlichen Begleiter im Alltag geworden. Anstatt Onlinebestellungen abends vom heimischen PC aus zu verschicken, lässt sich dies dank Shopping-Apps und optimierter Webseiten zeitsparend von unterwegs erledigen", kommentiert Gerd Bovensiepen, Leiter des Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter bei PwC.
Das Smartphone ist darüber hinaus für viele Konsumenten ein geschätzter Einkaufshelfer: 44 Prozent der Befragten nutzen ihr Mobilgerät zum Preisvergleich im Laden. Etwa jeder Dritte holt zusätzliche Informationen zu den angebotenen Produkten ein und knapp jeder Fünfte sucht beim Einkaufsbummel in der Stadt mit dem Smartphone ein bestimmtes Geschäft oder die nächstgelegene Filiale.
Mobiles Web als Chance für den stationäre Händler
Immerhin 29 Prozent der befragten Konsumenten würden es begrüßen, wenn sie mit dem Smartphone oder Tablet im Geschäft den Warenbestand in anderen Filialen oder auch im Internet-Shop abrufen könnten. Zum schöneren Shopping-Erlebnis würde bei jedem fünften Befragten auch ein leicht zugängliches WLAN im Ladengeschäft beitragen.
Für den stationären Einzelhandel ist die Allgegenwart internetfähiger Handys Herausforderung und Chance zugleich: "Einerseits bringen die Mobilgeräte maximale Preistransparenz, von der tendenziell günstigere Anbieter profitieren. Andererseits können die stationären Händler das Einkaufserlebnis durch intelligente Verknüpfung mit den Möglichkeiten des Mobile-Web deutlich aufwerten. Beispielsweise lassen sich über QR-Codes technische Daten, Anwendungshinweise oder Videos zum Produkt im Regal direkt auf das Smartphone schicken", erläutert Handelsexperte Bovensiepen.
Geringe Akzeptanz für mobiles Bezahlen
Während das Interesse am mobilen Einkauf stetig wächst, ist die Akzeptanz mobiler Bezahlmöglichkeiten hierzulande bislang gering. 65 Prozent der in der Studie Befragten haben noch nie eine Rechnung mit ihrem Handy beglichen.
Nur 11 Prozent der Konsumenten würden mit einer Smartphone-App des Händlers im Laden bezahlen wollen, um sich das Anstehen an der Kasse zu ersparen. 37 Prozent der Befragten benutzen ihr Smartphone gar nicht für den Einkauf, weil sie Sicherheitsbedenken haben.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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