
Karstadt drohen leere Regale
Die Ungewissheit über die Zukunft von Karstadt macht sich auch in Asien breit: Textillieferanten haben laut Medienberichten Sorge, dass ihre Rechnungen nicht bezahlt werden.
David WöllensteinRedakteurDoch es schwelen auch andere Brände. Die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, dass immer mehr asiatische Textillieferanten in Sorge sind, ob sie ihr Geld für Warenlieferungen erhalten. Deswegen sei die Warenversorgung für das kommende Frühjahr gefährdet, für die gerade die Einkäufer in Namen Karstadts unterwegs sind.
"Asiaten beobachten Entwicklung genau"
"Die Asiaten beobachten sehr genau, was bei uns vorgeht", zitiert die Zeitung einen Essener Einkaufsmanager. "Viele der Lieferanten haben schon bei der Quelle-Insolvenz und der abschließenden Abwicklung viel Geld verloren." Auch Quelle gehörte zum untergegangenen Arcandor-Konzern.
Noch immer ist nicht klar, wem das insolvente Warenhaus in Zukunft gehören wird. Am 3. September entscheidet das Essener Amtsgericht über den Insolvenzplan für Karstadt. Der schlimmste, aber mögliche Fall ist die Zerschlagung. Möglich ist aber auch, dass nicht der anvisierte Käufer Nicolas Berggruen, sondern Maurizio Borletti den Zuschlag bekommt.
Borletti ist bereit
Der Italiener hatte vergangene Woche sein Kaufangebot erneuert und ließ mitteilen, dass alle Dokumente für den Kauf vorbereitet seien. "Die Übernahme könnte schnell gehen." Allerdings hatte Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mehrfach betont, dass Berggruen sein bevorzugter Mann sei.
Diese Unsicherheit macht Produzenten in Asien nervös. "Die Lage wird für uns dadurch verschärft, dass im wichtigen Textilherstellerland China die Arbeitskräfte und damit die Kapazitäten knapp sind. Da hat ein Unternehmen, bei dem die Eigentümerfrage nicht geklärt ist, nicht gerade die besten Chancen auf gute Ware", zitiert "Die Welt" einen Karstadt-Manager.
Manche Lieferanten würden wenigstens noch Ware gegen Vorkasse schicken. "Aber das halten wir finanziell nicht lange durch", klagt der Insider.
Den Brand in Iserlohn konnte die Berufsfeuerwehr mit zwölf Einsatzkräften übrigens zügig löschen. "Die ebenfalls alarmierte Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr brauchte nicht mehr ausrücken", hieß es. Wenn doch bei Karstadt alles nur so einfach wäre.
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Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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