
Kleinanzeigen + Uber, Valentinstag, KI-Logos, Aktivrente, Gewährleistungspflicht, Amazon, Shein, Zollfreigrenze, Gen Z, Boomer
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Thomas RehmRedakteurHANDEL NATIONAL
Uber soll Kleinanzeigen-Käufe in 90 Minuten bringen
Kleinanzeigen testet in Kooperation mit Uber Direct offenbar eine neue Express-Lieferfunktion, berichtet Mobiflip.de. Ein App-Dialog innerhalb einer Umfrage zeige, dass an einer Funktion gearbeitet werde, die es Käufern erlaube, ihre Einkäufe künftig innerhalb von 90 Minuten für acht Euro nach Hause geliefert zu bekommen. Die Plattform befrage die Nutzer, um das Feature weiterzuentwickeln. Wann der Lieferservice tatsächlich starte, sei noch offen. Die Funktion reihe sich ein in den Trend zu immer schnelleren Zustellungen im Online-Handel.
Kondome und Klopapier: Deutschlands Valentinstag
Am Valentinstag verdoppelten sich die Kondom-Bestellungen bei Flink auf den Jahreshöhepunkt, wie eine Datenauswertung des Lieferdienstes zeigt. Der typische romantische Warenkorb in Deutschland bestehe aus Wein, Schokolade, Pasta und eben Kondomen. Wer zum Valentinstag gerne Schokolade schenke, kombiniere diese am häufigsten mit Bananen, Nutella, Cherrytomaten und Avocados. Die Wein- und Sektkäufer zeigten sich handfester und klickten zusätzlich gerne auf frisches Gemüse, Augustiner Bier, Toffifee und Toilettenpapier.
Gericht verweigert KI-Logos den Urheberrechtsschutz
Das Amtsgericht München hat per Urteil vom 13. Februar 2026 entschieden, dass KI-generierte Logos keinen Urheberrechtsschutz genießen, berichtet Haendlerbund.de. Ein Kläger hatte drei Logos mittels Prompts erstellen lassen und wollte gegen deren Kopie vorgehen – vergeblich. Das Gericht begründete, es fehle an einer eigenen menschlichen schöpferischen Entscheidung. Bloßes Prompting und nachträgliche Anpassungen seien handwerklich, nicht kreativ – die KI habe den Gestaltungsprozess dominiert. Allerdings könne ein KI-Logo markenrechtlich geschützt werden, sofern es kontinuierlich genutzt werde und Wiedererkennungswert besitze.
Taugt die Aktivrente als Personalinstrument im E-Commerce?
Seit Januar können Beschäftigte jenseits der Regelaltersgrenze bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei verdienen. Gedacht ist die Aktivrente als Mittel gegen den Fachkräftemangel – auch im Online-Handel? Etailment.de liefert einen Überblick.
Händlerbund bietet Gratis-Label für Gewährleistungspflicht
Ab 27. September 2026 müssen B2C-Online-Händler ein EU-Gewährleistungslabel bereitstellen, das Verbraucher transparent über ihre Rechte informiere, berichtet Haendlerbund.de. Eine kostenlose Vorlage des Labels stehe bereits im HB Marketplace zum Download bereit – sowohl für den E-Commerce als auch für den stationären Handel. Das Label müsse in Online-Shops unverändert, hervorgehoben und vollständig sichtbar vor Vertragsschluss eingebunden werden, etwa auf der Produktdetailseite oder im Check-out.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon automatisiert Werbekampagnen mit „Creative Agent“
Amazon startet „Creative Agent“ in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien, berichtet Techradar.com. Es handele sich um ein KI-Werkzeug, das auf Sprachbefehl hin komplette Werbekampagnen produziere. Das Tool generiere Bilder, Videos, Voiceover und Musik, recherchiere zudem Zielgruppen und liefere fertige Anzeigen für Amazons Werbeplattformen aus. Statt Wochen Entwicklungszeit und tausenden Dollar Kosten entstünden Kampagnen nun in Stunden. Amazon-Ads-Chef Phil Christer spricht von demokratisiertem Zugang zu professionellen Kreativ-Ressourcen, die „bisher nur großen Marken vorbehalten“ gewesen seien.
Das Smartphone sei erstmals das beliebteste Zahlungsmittel der Schweizer und überhole Debitkarten sowie Bargeld, berichtet Handelszeitung.ch unter Berufung auf den Visa Payment Monitor 2026. 28 Prozent bevorzugen demnach Mobile Payment, gefolgt von Debitkarten mit 27 und Bargeld mit 25 Prozent. Bei jungen Erwachsenen würden bereits zwei von drei mobil zahlen, in der Gesamtbevölkerung jeder Zweite. Die Hälfte der Befragten trage Bargeld nur noch aus Angst, in manchen Geschäften nicht digital zahlen zu können.
Shein pumpt 39 Mio. Euro in Lieferanten-Infrastruktur
Shein hat bis Ende 2025 insgesamt 39 Mio. Euro in sein Lieferantennetzwerk investiert, wie Retail-News.de berichtet. Das seit 2023 laufende Programm habe über 200 Produktionsstätten auf 518.000 Quadratmetern modernisiert und damit die Arbeitsbedingungen für 33.600 Beschäftigte verbessert. Parallel entwickle das firmeneigene Forschungszentrum neue Fertigungswerkzeuge zur Arbeitserleichterung. Zusätzlich betreibe der Fast-Fashion-Konzern 30 kostenlose Kitas für über 1000 Kinder und zahle über sein Spotlight-Programm Notfallhilfen an Arbeiterfamilien aus – 2025 waren das 740.000 Euro für 816 Familien.
Temu und Shein kosten extra: Neue Pauschalzölle kommen
Der EU-Rat besiegelt das Ende der Zollfreigrenze für Pakete bis 150 Euro, berichtet Ecommercenews.eu. Ab 1. Juli würden pauschal drei Euro pro Warenkategorie fällig – bei zwei Kategorien im Päckchen also sechs Euro. Hintergrund sei die Paketlawine aus China: 5,8 Mrd. Billigsendungen seien 2025 in die EU geströmt, ein Viertel mehr als im Vorjahr und viermal so viel wie 2022. Zollbehörden kapitulierten, unsichere Produkte sickerten durch: Eine Großkontrolle habe gezeigt, dass die meisten Direktimporte EU-Standards ignorierten. Die Pauschale gelte bis 2028, dann greife der „EU Customs Data Hub“ mit vollständiger Zollpflicht.
EU-Wirtschaft: Mehr Gründungen, noch mehr Pleiten
Die Zahl der Unternehmensgründungen in der EU stieg im vierten Quartal 2025 um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, während Insolvenzen um 2,5 Prozent zulegten, teilt Eurostat mit. Der Handel verzeichne als einziger Sektor sowohl weniger Gründungen (minus 0,3 Prozent) als auch weniger Insolvenzen (minus 3,4 Prozent). Den kräftigsten Gründungszuwachs melde der Sektor „Information und Kommunikation“ mit 6,4 Prozent, die meisten Schließungen müsse, mit 8,6 Prozent, der Sektor „Unterkunft und Gastronomie“ verkraften.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Gen Z dominiert Treueprogramme in den USA
Die amerikanische Gen Z führt erstmals bei der Anmeldung zu Treueprogrammen von Restaurants und habe 2024 fast die Hälfte aller Neuregistrierungen ausgemacht, berichtet Businessinsider.com. Die zwischen 14 und 29 Jahre alte Generation bevorzuge dabei Fast-Food-Restaurants wie McDonald’s oder Taco Bell gegenüber anderen Konzepten. McDonald’s verzeichne nach Loyalty-Beitritt 26 statt zuvor 10,5 Besuche pro Jahr, Taco Bell melde 31 Prozent mehr aktive Mitglieder. Laut einer Umfrage nutzten 70 Prozent der US-Amerikaner Treueprogramme wegen der Inflation; jeder Vierte würde aber für bessere Prämien das Restaurant wechseln.
Die 18- bis 27-Jährigen in der Schweiz tätigen 82 Online-Käufe pro Jahr – 44 Prozent mehr als der Altersdurchschnitt, meldet DPD.com. Über 90 Prozent der Generation Z verkauften zudem selber auf C2C-Plattformen; 80 Prozent kauften über Social Media ein, ließen sich aber auf Tiktok und Pinterest nur inspirieren, um bei Facebook, Instagram und Youtube zuzuschlagen.
Boomer entdecken Social Media: Von 15 auf 44 Prozent
44 Prozent der deutschen Senioren ab 65 nutzen mittlerweile soziale Netzwerke – vor fünf Jahren seien es erst 15 Prozent gewesen, so eine Bitkom-Befragung. Die Begeisterung schwinde allerdings mit dem Alter: Während zwei Drittel der 65- bis 69-Jährigen aktiv seien, wäre es bei den über 80-Jährigen nur noch jeder Vierte. Facebook dominiere mit 60 Prozent das Plattform-Ranking, gefolgt von Stayfriends (31 Prozent). Tiktok bleibe mit mageren fünf Prozent ein Nischenphänomen. Wer täglich scrolle, verbringe dabei durchschnittlich 26 Minuten in den Netzwerken.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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