
Emotion Mangelware: Was die Deutschen an ihren liebsten Online-Shops stört
Ein Glück für die deutschen Online-Händler, dass die Kunden so leicht zufrieden zustellen sind. Schon Basisfaktoren erzeugen ein hohes Maß an Zufriedenheit. Zu diesem Urteil kommt eine Studie von dmc digital media center und der Hochschule der Medien Stuttgart. Laut Studie führen die Universalversender Amazon, Otto, eBay und Neckermann das Feld der Lieblings-Shops vor den Spezialhändlern im Fashion-Bereich Zalando und Bonprix an, gefolgt von Esprit, H&M, Tchibo, Weltbild und Conrad. Doch so r...
Befragt nach dem Charakter der Lieblings-Shops der Deutschen zeigt sich nämlich ein ernüchterndes Bild: Die Ansprüche sind meist genügsam. Basisleistungen wie „Sachlich, Strukturiert und Preiswert“ werden den Shops besonders häufig zugeschrieben. Zu weiteren wichtigen Basisfaktoren gehören gute Produktübersichten, intuitive Navigation durch Shop-Angebot und Warenkorb, ein problemloser Check-Out-Prozess sowie umfassende Serviceinformationen.
Dabei wäre deutlich mehr möglich, um gegen Wettbewerber zu punkten und weitere Umsätze zu generieren.
„Die Möglichkeiten von emotionalisierenden Elementen werden aktuell im Online-Handel kaum ausgeschöpft. Dabei steigern diese Leistungsfaktoren in den meisten Fällen deutlich die Wiederkäufe und das Cross-Selling und sie verringern die Preissensititivät und die Akquisitionskosten. Langfristig erhöht man durch das Ansprechen von Emotionen die Treue des Kunden und die Weiterempfehlungen, was die Shop-Performance wesentlich verbessert", sagt Andreas Schwend, Managing Partner von dmc digital media center.
Bei den Top Sieben sowie den Marken-Shops von H&M und Esprit nennen immerhin 25-30 Prozent als einen der drei wichtigsten Einkaufsgründe, dass ihnen ihr Lieblings-Shop ein tolles Einkaufserlebnis und Komfort bietet. Im Durchschnitt sagen dies aber nur 21,7 Prozent.
Zu den verpassten Gelegenheiten gehören zum Beispiel die Texte, das Story-Telling und die Bildwelten in Online-Shops. Im Durchschnitt wurden die Shop-Texte nur von jedem fünften Studienteilnehmer als wirklich überzeugend eingestuft. Auffällig: Bei Bekleidungsherstellern und Marken-Shops sind die Texte jedem Siebten noch nie besonders aufgefallen.
Mit Bildwelten und Videos eine besondere Atmosphäre zu schaffen, wurde nur bei jedem vierten Bekleidungshersteller respektive jeder vierten Marke wahrgenommen. Hier liegt der Durchschnitt über alle Branchen bei lediglich circa 20 Prozent.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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