Und online, digital?
Click & Collect natürlich.
Werbung in digitalen Umfelder ist ohnehin wichtiger geworden. Mit dem Hype um eine Influencer-Kampagne hat Ikea kürzlich beispielsweise mächtig das Image aufgemöbelt. Auch der Vertrieb wandelt sich: Pick-up-Points, in denen Kunden Regale und Matratzen oder Teelichter online bestellen und in diese Abholstationen liefern lassen können,rücken nach. Den ersten Pick-up-Point hatte Ikea im Frühjahr 2015 in Leipzig eröffnet. In den kommenden zwei bis drei Jahren soll es ein knappes dutzend Pick-up-Points in Deutschland geben.Ikea puzzelt also noch. Und das eher mit Weile, als mit Eile.
Der hiesige E-Commerce-Umsatz stieg zuletzt um fast 23 Prozent auf 233 Millionen Euro. Bei einem Umsatz von rund 4,8 Milliarden Euro ist das aber ein Kleckerbetrag.Genau beziffern lässt sich dieser Umsatz allerdings nicht. Zu unterschiedlich sind die Wege, bis der Kunde die Ware in Empfang nimmt. Ob eine Couch über den Rechner zu Hause bestellt wurde oder per Smartphone beim Probesitzen vor Ort, unterscheiden die offiziellen E-Commerce-Zahlen nicht. Kanaldenke ist bei Ikea längst passe. Kunden denken schließlich auch nicht in Kanälen. Trotz der von außen eher ruhig wirkenden Digitalisierung, bewegt sich der Möbelriese auch im digitalen Vergleich mehr als ordentlich. Mit seinem Online-Umsatz liegt Ikea nur knapp hinter dem inzwischen eher stagnierenden Pure Player Home24, der von der Fachpresse schon mal zum "Ikea-Killer" stilisiert wird, aber eher selbst ums Überleben kämpfen muss - und inzwischen eigene Möbelhallen nutzt.
Mehr Statistiken finden Sie bei StatistaKein Wunder, dass also Deutschlandchef Peter Betzel im Interview mit "Der Handel" ein wenig unken kann: "Auch die Pure Player merken, was die Begegnung der Menschen mit der Ware und Mitarbeitern ausmacht."
Allerdings ist da auch Amazon. Dem Onlinegiganten werden im Segment "Living", also fast alles was irgendwie in eine Wohnung passt, schätzungsweise deutlich über 500 Millionen Euro Umsatz angerechnet. Tendenz steigend. Das Wachstum ist klar zweistellig.
Noch aber verkauft kein anderes Unternehmen in Deutschland so gut Möbel und Einrichtungsartikel über das Internet, wie der Versender Otto. Der Gesamtumsatz stieg 2016/17 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015/16 um zehn Prozent auf 911 Millionen Euro.
Unterdessen will Ikea schneller werden, will dezentraler werden und baut mehr kleinere Regionallager. Diese Regionalisierung werden wir weiter vorantreiben", sagt Betzel. Seit 2016 verschickt Ikea bereits aus Dortmund vieles, was sich online bestellen lässt, bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm.
Der Kunde kennt nämlich nicht nur keine Kanäle mehr, er kennt auch keine Geduld.
Mehr über den Wandel von Ikea lesen Sie in "Der Handel 05/2017".
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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