Chrono24, About You, Ransomware (as a Service), Lieferando, Versandkosten, Europas Top 6, Domino's, Roku, Shopify, In-Car-Payment, Bitkom, Amazon, Mondi

Chrono24, About You, Ransomware (as a Service), Lieferando, Versandkosten, Europas Top 6, Domino's, Roku, Shopify, In-Car-Payment, Bitkom, Amazon, Mondi

Aktuelle E-Commerce-News: Chrono24, About You, Ransomware (as a Service), Lieferando, Versandkosten, Europas Top 6 und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
9 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Cristiano Ronaldo investiert in Karlsruher Marktplatz Chrono24
Superstar Cristiano Ronaldo investiert nicht nur in teure Uhren, sondern nun auch in deren Händler: Er beteiligt sich an Chrono24, einem Online-Marktplatz für Luxusuhren mit Sitz in Karlsruhe, wie Medien quer durch die Bereiche Wirtschaft, Boulevard und Sport (wie Sport1) berichten. Ronaldo soll auch als „Global Brand Ambassador“ neue Märkte erschließen; beginnen kann er damit sicher gut in Saudi Arabien, wo er sich seit diesem Jahr den Herbst seiner Fußballer-Karriere vergolden lässt. Die 2003 gegründete Chrono24 verzeichnet nach eigenen Angaben monatlich über 9 Mio. Nutzer aus 120 Ländern. Mit dem Feature „Watch Collection“ haben 1,3 Mio. Sammler 3,7 Mio. Uhren eingestellt. Zahlen zur aktuellen Finanzierungsrunde wurden nicht genannt, aber Chrono24 soll sich in mehreren Runden bereits über 180 Mio. Euro von Investoren gesichert haben und gilt als deutsches „Unicorn“.

About You spart sich in die Gewinnzone, Aktie legt stark zu
Dem Hamburger Online-Modehändler About You hat sich im ersten Quartal 2023 in die schwarzen Zahlen gespart, wie Fashion United berichtet. Während der Umsatz mit 507 Mio. Euro fast gleich blieb, sorgten „disziplinierte Kostensenkungen in Marketing und Verwaltung“ dafür, dass der EBITDA 4,2 Mio. Euro erreichte; im Vorjahreszeitraum stand noch ein Fehlbetrag von 28,8 Mio. Euro zu Buche. Für das gesamte laufende Jahr erwartet Co-CEO Tarek Müller auch Wachstum beim Umsatz, bleibt aber noch vage: „um ein bis elf Prozent gegenüber dem Vorjahr“. Nach Bekanntgabe der Zahlen legte die Aktie um 27 Prozent zu.

Deutsche Firmen zahlen meist bei Ransomware-Attacken
Cyberkriminalität ist erschreckend lukrativ: Bei einem Ransomware-Angriff zahlt fast jedes zweite deutsche Unternehmen; bei den kleineren Firmen unter 1000 Mitarbeitenden sind es sogar 55 Prozent, wie eine Befragung der Security-Awareness-Plattform Sosafe unter Sicherheitsverantwortlichen aus sechs europäischen Ländern ergeben hat. Das Ranking der Erpressbarkeit führt deutsche Firmen auf Platz 2 – nur Niederländer zahlen noch bereitwilliger. Laut Sosafe-CEO Niklas Hellmann werden die Angriffe noch zunehmen und sich weiter professionalisieren: Allen Ernstes etablieren sich absurd klingende Geschäftsmodelle wie „Ransomware-as-a-Service (RaaS)“: Erpresser-Organisationen mit Kundenservice, Partnernetzwerken und buchbaren Zusatzoptionen wie Entschlüsselungsverhandlungen oder Transaktionen mit Kryptowährungen.

Bundeskartellamt: Verfahren gegen Lieferando eingestellt
Das Bundeskartellamt hat ein Verfahren gegen den Essenslieferdienst Lieferando wegen in Verträgen mit Restaurants verankerten Preisklauseln vorerst eingestellt, wie das Gastro-Portal tageskarte.io basierend auf einer dpa-Meldung berichtet. Knackpunkt ist die „Bestpreisklausel“: Restaurants dürfen ihr Essen auf den eigenen Vertriebskanälen nicht günstiger anbieten. Das Kartellamt hatte der Hotelbuchungsplattform Booking.com eine ähnliche Klausel untersagt und damit 2021 vor dem Bundesgerichtshof gewonnen. Die entscheidende Frage dürfte somit sein, ob Lieferando bei den Lieferdiensten nach Eintritt von Uber Eats und Wolt so dominant ist bzw. bleibt wie Booking.com. Das Kartellamt betont, es werde die Entwicklung weiter beobachten.

girocard mit neuen Funktionen
Die girocard ist mit Abstand die beliebteste bargeldlose Zahlungsmethode in Deutschland. Damit das so bleibt, wird sie umfangreich weiterentwickelt. Händler können über eine Umfrage ihre Ideen dazu äußern. Mehr lesen

HANDEL INTERNATIONAL

US-Einzelhändler heben die Messlatte für kostenlosen Versand
US-Händler schrauben an ihren Regeln für den kostenlosen Versand. Zu diesem Schluss kommt ein Report des Wall Street Journal, aus dem Businessinsider.com zitiert. Die Anbieter versuchen, die steigenden Versandkosten mit den Erwartungen an kostenlose Lieferung in Einklang zu bringen, heißt es weiter. Zu den Maßnahmen gehören die Anhebung des Mindestbestellwerts für den kostenlosen Versand sowie die Verlangsamung der Lieferzeiten. Einer Umfrage zufolge seien US-Verbraucher nicht bereit, für Lieferungen zu zahlen, haben aber offenbar weniger Probleme damit, für kostenlosen Versand mehr bestellen zu müssen. Dass die Anpassungen bereits greifen, zeigen Zahlen von 48 Einzelhändlern: Der durchschnittliche Mindestbetrag für den kostenlosen Versand sei in diesem Jahr bereits auf 64 US-Dollar gestiegen, verglichen mit 52 Dollar im Jahr 2019.

Top-6-Länder machen 72 Prozent des E-Commerce-Umsatzes aus
In Europa wurden im Jahr 2022 72 Prozent der Online-Umsätze von den sechs größten E-Commerce-Märkten (GB, D, F, I, E, NL) generiert – analog zu den Bevölkerungszahlen. Große Unterschiede gibt es zwischen den genannten Märkten beim E-Commerce-Reifegrad sowie beim Einfluss der Pandemie, wie ein Report des US-Immobilienfonds CBRE aufzeigt, aus dem Ecommerce News zitiert. Zusammen entfällt fast die Hälfte der Online-Ausgaben auf Großbritannien (28 Prozent) und Deutschland (18 Prozent). Durch die Pandemie wurde der E-Commerce hier leicht angeschoben und liegt in beiden Ländern je zwei Prozentpunkte über dem für heute ohne Pandemie erwarteten Wert; als ebenfalls entwickelter Markt sind die Niederlande sogar wieder auf Vor-Pandemie-Kurs. Anders die Länder mit weniger entwickeltem E-Commerce wie Spanien und Italien, die deutlich schneller wuchsen als erwartet und bis heute von einem anhaltenden Pandemie-Effekt profitieren.

Domino's gibt Widerstand auf: Pizza bald auch via Uber Eats
Bisher hatte sich der weltweit größte Pizzabäcker Domino's geweigert, mit Lieferdiensten zusammenzuarbeiten und stattdessen auf seine eigene Bestellplattform und die Lieferflotten seiner Franchisenehmer gesetzt. Nun gab man überraschend bekannt, dass alle Produkte von Domino's künftig auch via Uber Eats bestellbar seien, wobei die Auslieferung weiterhin durch eigene Fahrer erfolge. Die Umstellung erfolgt zunächst in vier Pilotmärkten in den USA, soll aber landesweit bereits bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, schreibt TheVerge. Der Schwenk zeigt auch die Bedeutung der Lieferdienste: Eine Pizzakette im US-Bundesstaat Wisconsin verriet dem Wall Street Journal, die Abwesenheit von Domino's habe bisher merklich Geschäft zu anderen Anbietern wie ihnen verschoben. Entsprechend wurde die Nachricht am Aktienmarkt positiv aufgenommen, und die Aktien von Domino's stiegen um 9 Prozent.

Shitstorm nach Ersatz von Support-Team durch KI in Bangalore
Am 11. Juli postete Suumit Shah, 31-jähriger CEO von Duukan, einem in Bangalore ansässigen Unternehmen, das Unternehmen bei der Einrichtung ihrer Online-Shops unterstützt, einen Twitter-Thread. Er brüstete sich damit, sein Unternehmen habe fast das gesamte Support-Team (23 von 26 Personen) durch einen KI-Chatbot ersetzt: „Wir mussten 90 Prozent unseres Support-Teams entlassen. Schwierig? Ja. Notwendig? Absolut“, schrieb Shah in dem Beitrag, der seitdem 1,9 Millionen Mal abgerufen und rund 1000 Mal zitiert wurde, meist begleitet von harscher Kritik, die Businessinsider.com nachzeichnet. Viele User stellten die Begründung der Entlassungen in Frage, brachten ihr Bedauern zum Ausdruck oder malten Szenarien an die Wand, in denen man bei Problemen nie mehr auf menschliche Hilfe zurückgreifen könne.


TV-Shopping: Roku mit Commerce-Integration für Shopify
Die US-Streaming-Plattform Roku, vor allem für ihre günstigen eigenen Set-top-Boxen bekannt, hat eine Ad-Integration mit der E-Commerce-Software Shopify lanciert. Die neuen Roku Action Ads bieten Zuschauern die Möglichkeit, Produkte von Shopify-Händlern direkt aus dem Streaming heraus zu kaufen, wie Techcrunch berichtet. E-Commerce-Anbieter schalten die Ads, mit denen der Zuschauer bzw. Käufer nur mit seiner Fernbedienung Informationen zum Produkt wie auch zu Zahlungs- und Lieferdetails abrufen und sofort den Kauf auslösen kann. Die Bezahlung erfolgt über die bereits bestehende Zahlungsplattform Roku Pay. Alternativ kann auch ein QR-Code gescannt oder ein Link via Textnachricht ans Smartphone versandt werden.

Wenn das Auto zahlt: „In Car Payment“ auf dem Vormarsch
Was ein Smartphone kann, sollte auch für ein Auto kein Problem sein, zumal alle Autos ohnehin rollende Computer sind. Zum Beispiel: Zahlungen durchführen, von denen ohnehin nicht wenige im oder rund ums Auto anfallen, etwa an Tankstellen bzw. Ladestationen, Mautstellen oder Parkautomaten. Daher sagt eine vom Bank Blog zitierte Studie von Juniper Research dem „In Car Payment“ eine rosige Zukunft voraus und rechnet damit, dass bereits im Jahr 2026 bis zu 4,7 Mrd. Transaktionen weltweit in Fahrzeugen stattfinden. Die Autoindustrie ist schon unterwegs: Bereits heute können einige Modelle der Luxusklasse Zahlungsvorgänge inklusive biometrischer Zwei-Faktor-Authentifizierung durchführen. Und sollte das selbstfahrende Auto tatsächlich eines Tages Wirklichkeit werden, sind der Fantasie auch für den E-Commerce aus dem Auto keine Grenzen mehr gesetzt.

EU will Weg ins Metaverse weisen, Bitkom-Mitglieder skeptisch
Die EU-Kommission hat ihre Strategie für das Web 4.0 und virtuelle Welten verabschiedet, für „ein offenes, sicheres, vertrauenswürdiges, faires und inklusives digitales Umfeld für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen“, wie es in schöner Bürokratenlingo heißt. Der Branchenverband Bitkom begrüßt die Debatte und sieht großes Potenzial u.a. „in virtuellen Welten in Handel und Entertainment, sowie Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle“, wie sich Präsident Ralf Wintergerst in einer Verbandsmitteilung zitieren lässt. Etwas skeptischer zeigen sich derzeit noch die Bitkom-Mitglieder, von denen gemäß einer aktuellen Umfrage nur gut ein Drittel (36 Prozent) dem Metaverse eine große Bedeutung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zuspricht. Erst 1 Prozent haben entsprechende Technologien im Einsatz, 7 Prozent planten oder diskutierten den Gang ins Metaverse.

Mit Amazon Marketing Stream zur Live-Kampagnen-Steuerung
Dass Amazons Plattform schon lange auch ein wichtiger Ort ist, um Werbung zu schalten (mit dem Amazon auch viel Geld verdient), ist bekannt. Allerdings waren bisher die technischen Möglichkeiten, Kampagnen bei Amazon in Echtzeit zu analysieren und zu optimieren, im Vergleich zu den Konkurrenten von Google und Meta sehr eingeschränkt. Externe Tools konnten etwas Abhilfe schaffen, scheiterten aber an der Drosselung der Zugriffe auf Amazons API. Mit dem Amazon Marketing Stream (AMS) wurden diese Problem gelöst, wie auf Onlinehändler-News Gastautor Daniele Ceccacci aufzeigt. Der Dienst ist seit Februar 2023 in allen Regionen verfügbar und liefert einen kontinuierlichen Datenstrom in Echtzeit, der nicht von der API-Drosselung betroffen ist. Zudem ist er Push-basiert, so dass Werbetreibende keine Daten mehr von der API anfordern müssen, sondern sie erhalten stündliche Berichte sowie Live-Benachrichtigungen, sobald Amazon wesentliche Änderungen innerhalb der Kampagne registriert.


NACHHALTIGKEIT

Nachhaltige Verpackungen für Tiefkühlprodukte aus München
Der Versand von frischen oder gar gefrorenen Lebensmitteln bleibt eine Herausforderung im E-Commerce; soll er auch noch möglichst nachhaltig erfolgen, ist guter Rat wirklich teuer. Diesem Problem haben sich nun der österreichische Verpackungsanbieter Mondi und die Spezialistin für passive Kühllösungen Easy2cool gestellt, wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgeben. Resultat der Zusammenarbeit ist das sogenannte Functional Barrier Paper, das papierbasiertes Isoliermaterial umhüllt und künftig die Kühlbeutel und Versandboxen der Münchner Easy2cool auskleiden soll. Die zuvor verwendete Schicht von Mono-PE ließe sich so ersetzen. Die neuen Verpackungen wurden als recyclebar zertifiziert, indem sie problemlos im bestehenden Papierrecycling in ganz Europa entsorgt werden können.
Chrono24, About You, Ransomware (as a Service), Lieferando, Versandkosten, Europas Top 6, Domino's,

Teilen
Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.