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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von Etailment.de. Werne wird Amazons drittes.
Thomas RehmRedakteurHANDEL NATIONAL
Werne wird Amazons drittes Umverteilzentrum bundesweit
Amazon hat sein Logistikzentrum in Werne für einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag zum Umverteilzentrum ausgebaut, berichtet Zeit.de. Das Unternehmen habe binnen zehn Monaten 900 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und beschäftige dort nun über 2.000 Menschen. Das neue Zentrum fungiere als Drehscheibe, die Händlerware direkt an 37 europäische Logistikzentren weiterleite, ohne sie zu lagern. In Deutschland beschäftigt Amazon 40.000 Mitarbeiter – die Zusteller als Subunternehmer nicht mitgerechnet.
E-Commerce ohne Barrieren – so geht’s
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist in Kraft. Digitale Angebote müssen jetzt barrierefrei gestaltet sein. Was das heißt und warum sich das positiv aufs Geschäft auswirkt, erläutern Marco Klötzel und Jeanette Bohn von Q Beyond in ihrem Gastbeitrag auf Etailment.de.
Toern macht Retouren zu Datengeschenken
Das Hamburger Start-up Toern präsentiert nach einem umfassenden Rebranding eine erweiterte KI-Plattform für das Retourenmanagement im E-Commerce. Die seit 2023 aktive Firma verwandle Rücksendungen von kostspieligen Ärgernissen in automatisierte Umsatzchancen: Zwar würden Retouren Online-Händler bis zu 15 Euro pro Paket kosten und jährlich 2,2 Mio. Tonnen CO2 verschulden, doch immerhin 40 Prozent der Kunden lieferten so ein detailliertes Feedback per Text, Bild oder Sprache. Die KI könne diese Daten auswerten und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Produktoptimierung und personalisierte Angebote erstellen, berichtet das Unternehmen.
Reisser verzwölffacht Onlineshop-Sortiment
Der SHK-Großhändler Reisser hat sein Onlineshop-Sortiment seit August von 85.000 auf eine Million Artikel erweitert, meldet das Unternehmen. Der Shop biete nun erweiterte Funktionen wie verbesserte Auffindbarkeit, Datanorm-Anbindung, individuelle Einkaufslisten und Lagerbestandsanzeigen. Zusätzlich erfolge eine Anbindung an die Bauproduktdaten-Plattform ausschreiben.de. Für die Zukunft würden Online-Ersatzkataloge und ein KI-Chatbot auf der To-Do-List stehen.
Exporte in die USA brechen ein
Deutsche Exporte schrumpften im Juli im Vergleich zum Juni um 0,6 Prozent, meldet das Statistische Bundesamt. Besonders dramatisch entwickelten sich die USA-Geschäfte: Die Exporte stürzten um 7,9 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro ab – der vierte Rückgang hintereinander und der schwächste Wert seit Dezember 2021. Auch die Ausfuhren nach China brachen um 7,3 Prozent ein. Lediglich der EU-Handel zeigte sich mit 2,5 Prozent Zuwachs robust. Der Außenhandelsüberschuss schmolz auf 14,7 Mrd. Euro zusammen.
HANDEL INTERNATIONAL
Tiktok meldet 200 Mio. Nutzer in Europa
Tiktok verzeichnet mittlerweile laut eigenen Angaben über 200 Mio. monatliche Nutzer in Europa und erreiche damit etwa jeden Dritten, wie Reuters.com berichtet. Die chinesische Videoplattform von Bytedance sei binnen Jahresfrist in 32 Ländern von 175 auf 200 Mio. Europäer gewachsen; Teenager wären, wenig überraschend, die Wachstumstreiber gewesen. Im Mai ist Tiktok Shop in Deutschland, Frankreich und Italien gestartet; in Großbritannien, Spanien und Irland war das E-Commerce-Angebot bereits verfügbar.
Alibaba, JD.com, Meituan: Rabattschlacht in die Deflation
Alibaba, Meituan und JD.com verbrennen Milliarden in der Schlacht um den boomenden Ein-Stunden-Liefermarkt, um Verbraucher mit Rabatten und Gutscheinen zu überschütten, berichtet Indiatimes.com. Analysten schätzten die Geldverbrennung im zweiten Quartal auf über vier Mrd. Dollar und rechneten mit weiteren Opfern von mindestens 22 Mrd. Dollar in den nächsten zwölf bis 18 Monaten. PDDs chinesische Plattform Pinduoduo halte sich aus dem Getümmel, verliere aber zunehmend ihr Profil als Low-Cost-Anbieter. Chinesische Regulatoren warnten bereits vor einer deflationären Preisspirale.
LEH: Generationen eint der Preis, trennt das Erlebnis
Hard-Discounter wie Aldi oder Lidl erleben im DACH-Raum einen bemerkenswerten Aufschwung bei allen Altersgruppen, so der aktuelle „Yougov Behavior Change Report“. Die Gen Z wolle zu 29 Prozent künftig verstärkt dort einkaufen, was den stärksten Kanalzuwachs von 19 Prozentpunkten bedeute. Aber auch ältere Konsumenten planten eine Ausweitung um neun Prozentpunkte. Während beide Generationen preisbewusst agierten, unterschieden sich ihre Erwartungen grundlegend: Jüngere Kunden sehnten sich nach schnelleren Kassiervorgängen, ältere bevorzugten vertraute Ladenstrukturen. Bei neuen Sortimenten wie Kosmetik oder Sport zeigten sich Junge experimentierfreudig, Ältere blieben konservativ.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Digitale Kluft: Deutschland hinkt bei Datenkompetenz hinterher
Mehr als 85 Prozent der EU-Stadtbewohner verfügten 2023 über grundlegende Datenkompetenz, wie Eurostat-Zahlen zeigen. Die Niederlande führten das Ranking mit beeindruckenden 97,7 Prozent in Städten an, gefolgt von Finnland und Dänemark. Deutschland landete überraschend auf den hinteren Plätzen: Nur 77,5 Prozent der Stadtbewohner beherrschten elementare digitale Fertigkeiten. Außerhalb der Stadtmauern verschärften sich die Unterschiede sogar – dort erreichte Deutschland magere 71,2 Prozent, während die Niederlande auf dem Lande immer noch 97,1 Prozent schaffte.
Google gesteht rapiden Niedergang des offenen Webs
Google räumt in einer Gerichtsakte ein, dass sich das „offene Web bereits in rapidem Niedergang“ befinde, berichtet Theverge.com. Die Aussage entstamme einem Kartellverfahren um Googles Werbetechnologie-Monopol, gegen dessen Zerschlagung sich der Konzern wehre. Eine Aufspaltung würde den Web-Niedergang nur beschleunigen und Publisher noch mehr schädigen, argumentiere Google. Diese Einschätzung widerspreche früheren Beteuerungen von CEO Sundar Pichai und anderen Führungskräften, „das Web floriere“ trotz KI-Integration.
Fashion-KI „Ella“ berät plattformübergreifend beim Styling
Das amerikanische Luxusmode-Mietportal Vivrelle startet gemeinsam mit den Fashion-Plattformen Revolve und Fwrd das KI-basierte Styling-Tool „Ella“, berichtet Retail-News.de. Nutzer könnten beispielsweise Fragen wie „Was packe ich für Paris ein?“ stellen, woraufhin die KI komplette Outfits aus den Sortimenten der drei Plattformen zusammenstelle. Die Abwicklung laufe über Vivrelle, wodurch auch Miete, Wiederverkauf und Direktkauf nahtlos kombiniert würden. Ella lerne kontinuierlich dazu und liefere immer passendere Vorschläge.
New York Fed: KI führt zu Umschulung statt Entlassung
Künstliche Intelligenz vernichtet bisher kaum Arbeitsplätze in den USA, berichtet laut Reuters.com die New York Fed in einem aktuellen Blogbeitrag. Die Ökonomen stellten fest, dass Unternehmen zwar vermehrt auf KI setzen – 40 Prozent der Dienstleister nutzen die Technologie gegenüber 25 Prozent im Vorjahr; bei Produzenten stieg die KI-Nutzung von 16 auf 26 Prozent –, jedoch führe dies eher zu Umschulungen als zu Entlassungen. Allerdings warnten die Forscher vor künftigen Verwerfungen: Firmen erwarteten vom Einsatz künstlicher Intelligenz deutlich mehr Stellenabbau und weniger Neueinstellungen.
Treueprogramme: Mehr als stures Punktesammeln
In Großbritannien rutschte das Verbrauchervertrauen 2023 in den Keller, sodass sich 71 Prozent der Gen Z und 72 Prozent der Millennials Treueprogrammen zuwandten, berichtet Channelx.world. Weil also authentische Beziehungen gefragt seien, gelte es, emotionale Verbindungen statt sturer Punktesammelei anzubieten. Durch die Analyse von beispielsweise Kaufhistorie und Surfverhalten könnten KI-Agenten künftig automatisch personalisierte Empfehlungen und individuelle Belohnungen zum optimalen Zeitpunkt triggern. Wichtig für Marken sei überdies ihre Treuesysteme nahtlos zwischen Online-Shop, App und stationärem Handel zu verknüpfen, um aus Gelegenheitskäufern Markenbotschafter zu formen.
Authentifizierung schadet den Konversionen nicht
Stripe widerlegt in einem Blog-Beitrag einen hartnäckigen E-Commerce-Mythos: Mehr Authentifizierung schadet nicht zwangsläufig den Konversionsraten. Die Zahlungsplattform analysierte 3D-Secure-Daten aus regulierten Märkten und entdeckte überraschende Trends: Französische Kartenaussteller fordern doppelt so häufig Zwei-Faktor-Authentifizierung wie andere europäische Märkte, die Konversionsraten blieben dennoch stabil. Japan vervierfachte die 3DS-Nutzung nachdem sie im April obligatorisch wurde und erreichte 93 Prozent Konversionsrate bei 30 Prozent weniger Betrug. Nicht die Frequenz der Authentifizierungen entscheide über den Erfolg, sondern die Qualität der Implementierung.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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