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Aktuelle E-Commerce-News: Amazon, Umwelthilfe + dm, Shein, Tiktok, Google, E-Commerce UK, Produktsicherheitsverordnung und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Certificate of Advanced Studies (CAS) in International Retail Management an der Universität St.Gallen – Seien Sie dabei!
Ab dem 11. Februar 2025 startet die nächste Durchführung des englischsprachigen CAS in International Retail Management! Hochkarätige Referenten aus Forschung und Praxis vermitteln das Rüstzeug, um Ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das Flaggschiff-Programm orientiert sich an aktuellen Managementherausforderungen im Handel und fördert den informellen Austausch zwischen Branchenkollegen:innen. Weitere Details und Anmeldung bis 1. Januar 2025
HANDEL NATIONAL
Amazon informiert transparenter über zurückgehaltene Zahlungen
Amazon führt laut einem Beitrag auf Seller-Central ab 1. November im Backend einen neuen Status „Zurückgestellte Transaktionen“ auf der Zahlungsübersichtsseite ein, um Verkäufern bessere Transparenz über zurückgehaltene Guthaben zu bieten. Die Rücklagenbeträge, die bis zu sieben Tage nach Lieferung einbehalten werden, erscheinen künftig im „Gesamtsaldo“. Detaillierte Informationen zu Bestellungen, Rückstellungsgründen und voraussichtlichen Auszahlungsterminen sind über die „Transaktionsansicht“ zugänglich. Die Änderung betrifft vor allem deutsche Händler, bei denen bisher nicht immer Rücklagen gebildet wurden.
Umwelthilfe geht gegen dm in die nächste Runde
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat laut Pressemitteilung einen rechtskräftigen Sieg gegen dm wegen irreführender Werbung mit „umweltneutralen Produkten“ errungen. Die Drogeriemarktkette zog ihre Berufung zurück, nachdem das Landgericht Karlsruhe die Verwendung des Claims untersagt hatte. Trotz des Urteils bewirbt dm nun Produkte mit „umweltneutral handeln“, was die DUH ebenfalls als Verbrauchertäuschung einstuft und zur Unterlassung auffordert.
Industrieproduktion wächst 3,4 Prozent
Die deutsche Industrieproduktion (produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) stieg im August im Vergleich zum Vormonat unerwartet stark um 3,4 Prozent, hauptsächlich durch einen Anstieg in der Automobilindustrie, meldet das Statistische Bundesamt. Trotz dieses Zuwachses zeigte der Dreimonatsvergleich einen Rückgang von 1,3 Prozent für das gesamte produzierende Gewerbe.
HANDEL INTERNATIONAL
Shein verdoppelt Gewinn in UK
Der Online-Modehändler Shein hat seinen Gewinn in Großbritannien letztes Jahr verdoppelt und einen Umsatz von 1,5 Mrd. Pfund (etwa 1,7 Mrd. Euro) erzielt, was ihn auf Augenhöhe mit Konkurrent Boohoo bringt. Der Vorsteuergewinn stieg auf 24,4 Mio. Pfund, berichtet Theguardian.com. Sheins rasantes Wachstum setzt etablierte britische Fast-Fashion-Online-Händler wie Asos und Boohoo weiter unter Druck, die bereits mit sinkender Nachfrage und verstärkter Konkurrenz durch Einzelhändler wie Primark, Next und Marks & Spencer zu kämpfen haben.
Shein kämpft mit unautorisierten Outlets
In Einkaufsstraßen der Niederlande und Spaniens tauchen vermehrt unautorisierte „Shein Outlets“ auf. Ein Unternehmenssprecher betonte gegenüber Fashionunited, dass Shein-Produkte ausschließlich über die offizielle Website und App erhältlich seien und distanzierte sich von den nicht autorisierten Geschäften. Shein plant rechtliche Schritte gegen diese Läden, deren Betreiber aber bislang unbekannt sind.
USA: 13 Staaten und DC klagen gegen Tiktok
Dreizehn US-Bundesstaaten und der District of Columbia haben Klagen gegen Tiktok eingereicht, meldet Reuters.com. Die Klagen beschuldigen Tiktok, absichtlich süchtig machende Software einzusetzen, um Kinder und Jugendliche möglichst lange auf der Plattform zu halten. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück und betont die vorhandenen Sicherheitsfunktionen für Minderjährige. Die Klagen erweitern den rechtlichen Konflikt zwischen Tiktok und den US-Regulierungsbehörden.
USA: Google muss alternative App-Stores zulassen
Ein US-Gericht hat Google angeordnet, seinen App-Marktplatz Google Play für Konkurrenz zu öffnen, berichtet Manager-Magazin.de. Der Konzern muss die Vorgabe ab dem 1. November innerhalb von acht Monaten umsetzen, wobei die Öffnung drei Jahre lang Bestand haben soll. Epic Games plant, im kommenden Jahr einen eigenen App-Store mit geringeren Gebühren auf den US-Markt zu bringen. Google kündigte Berufung gegen die Entscheidung an und warnte vor Risiken für Datenschutz und Nutzersicherheit.
UK: E-Commerce erholt sich
Der E-Commerce in Großbritannien verzeichnete im September 2024 erstmals seit April 2021 ein Wachstum von 3,2 Prozent im Jahresvergleich. Wie Theindustry.beauty Zahlen des IMRG Online Retail Index zitiert, trugen insbesondere die Kategorien Kosmetik, Düfte und Haarpflege sowie Accessoires und Hobbys mit einem Anstieg von 21,6 Prozent zum Wachstum bei. Die ersten beiden Septemberwochen zeigten mit 11,6 und 10,8 Prozent die stärksten Zuwächse.
Produktsicherheitsverordnung verpflichtet zur Mehrsprachigkeit
Die neue EU-Produktsicherheitsverordnung, die am 13. Dezember in Kraft tritt, verpflichtet Online-Händler, Produktinformationen in der Amtssprache des jeweiligen Bestimmungslandes bereitzustellen. Shops müssen sicherstellen, dass Verbraucher in allen EU-Ländern, in die sie liefern, verständliche Informationen in der entsprechenden Sprache erhalten, erläutert Onlinehaendler-News.de. In der EU gibt es 21 Amtssprachen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
28 Prozent hören bei Weihnachtsgeschenken auf Influencer
Laut einer Umfrage der Plattform Mavely haben im vergangenen Jahr 28 Prozent der Befragten ein von Influencern empfohlenes Weihnachtsgeschenk gekauft, bei der Generation Z waren es sogar 52 Prozent. Allerdings ist das Vertrauen in Influencer-Empfehlungen in diesem Jahr von 33 bis 37 Prozent auf 29 Prozent gesunken. Dennoch bleibt der Einfluss von Markenbotschaftern signifikant, insbesondere in den Bereichen Mode und Kosmetik, wo 24 Prozent der Befragten gelegentlich auf Empfehlung kaufen, mit höheren Werten bei den jüngeren Generationen.
Adobe stellt Web-App gegen KI-Diebstahl zur Verfügung
Adobe startet eine kostenlose Web-App, die digitale Inhalte mit „Content Credentials“ kennzeichnet, um Künstler vor KI-Diebstahl zu schützen, berichtet Techradar.com. Das System, das mit Nährwertangaben auf Lebensmitteln vergleichbar ist, zeigt Herkunft und Erstellungsmethode von Bildern an. Die von Adobe angeführte Content Authenticity Initiative mit 3.700 Mitgliedern, darunter Microsoft, Amazon und Google, strebt eine breite Anwendung an, einschließlich der Integration in Kameras und soziale Medien. Die Open-Source-Lösung soll zwischen Dezember und Februar als Beta-Version verfügbar sein.
EU: Zentrale Beschwerdestelle für Social-Media-Plattformen
Ein neues unabhängiges Gremium in Irland wird es EU-Bürgern ermöglichen, Beschwerden gegen die Inhaltsmoderation von Facebook, TikTok und YouTube einzureichen. Das „Appeals Centre Europe“ soll laut Reuters.com noch in diesem Jahr starten und als außergerichtliche Schlichtungsstelle gemäß dem Digital Services Act fungieren. Das Zentrum wird von Experten geleitet, jeder Fall innerhalb von 90 Tagen geprüft und durch Gebühren der Social-Media-Unternehmen finanziert. Allerdings können die Plattformen die Zusammenarbeit verweigern und das Gremium keine bindenden Entscheidungen treffen.
Galaxus stellt neues Angebots-Tool vor
Galaxus hat laut Pressemitteilung ein neues, in den Shop integriertes Angebots-Tool für Firmenkunden eingeführt, das den Beschaffungsprozess vereinfacht. Kunden können nun direkt im Onlineshop Angebote für größere Mengen anfragen, was den bisher zeitaufwändigen E-Mail-Prozess ersetzt. Das Tool bietet die Verwaltung aller Anfragen im Angebotsmanager und berechnet unter einem Bestellwert von 10.000 Euro die gewährten Rabatte.
IT-Sicherheitsverantwortliche risikobereiter
Eine neue Studie von Netskope zeigt, dass 81 Prozent der IT-Sicherheitsverantwortlichen (CISOs) im Einzelhandel eine gestiegene Risikobereitschaft aufweisen, während 23 Prozent bei ihrer Geschäftsführung eine geringere Risikobereitschaft beobachten. 72 Prozent der befragten CISOs im Einzelhandel glauben, dass besonders ein Ansatz mit ständiger Zugriffsprüfung (Zero-Trust) hilft, zwei scheinbar gegensätzliche Ziele zu erreichen: einerseits die Sicherheit zu erhöhen und andererseits das Geschäftswachstum und Innovationen zu fördern.
NACHHALTIGKEIT
Amazons Gütertram erfolgreich getestet
Ein Pilotprojekt in Frankfurt hat die Praxistauglichkeit einer Gütertram für den Pakettransport erfolgreich getestet, berichtet Zeit.de. Die „Last Mile Tram“ getaufte Straßenbahn transportierte vier Wochen lang Amazon-Sendungen vom Stadtrand ins Zentrum, wo Lastenräder die Zustellung übernahmen. Dies soll zur Verkehrsentlastung und CO2-Reduzierung beigetragen haben. Das vom Land Hessen mit 500.000 Euro geförderte Projekt könnte künftig auch in anderen Städten Anwendung finden.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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