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Aktuelle E-Commerce-News zu Autohäuser, Phishing, Elfbar 600, Pinterest, Meta, Tiktok, EU-Lieferkettengesetz und weiteren Themen des Tages im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Autohäuser fühlen sich durch Online-Plattformen bedroht
29 Prozent aller Autohäuser bieten ihre Fahrzeuge über Online-Plattformen von Drittanbietern an, 28 Prozent entscheiden sich für die Online-Shops der Hersteller und 21 Prozent setzen auf eine eigene Verkaufslösung im Internet, so eine Studie von Accenture. Allerdings sehen laut Autohaus.de auch 32 Prozent der Befragten ihr Geschäftsmodell durch Online-Plattformen bedroht, da diese günstigere Preise, bessere Vergleichsmöglichkeiten, eine größere Auswahl und eine Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit bieten. 43 Prozent der befragten Autohäuser ermöglichen die Buchung einer Probefahrt online, 42 Prozent die Terminvereinbarung aber nur 29 Prozent haben überhaupt eine eigene Website.
Verbraucherzentrale warnt vor neuer Phishing-Methode
In letzter Zeit erhalten Amazonkunden vermehrt E-Mails, die davor warnen, dass es zu einer Sperrung des Nutzerkontos gekommen sei, da bei der hinterlegten Karte unbefugte Aktivitäten beobachtet wurden, meldet die Verbraucherzentrale in ihren aktuellen Warnungen. Dabei könne es sich auch um einen Irrtum handeln, vor dem eine zweistufige Verifizierung schütze, räumt die E-Mail ein und bietet einen Button an, der allerdings nicht auf eine offizielle Amazon-Seite führt, sondern auf eine Seite, die weitere Informationen zur Karte abfragt.
Elfbar 600 setzt auf umweltfreundliche E-Zigaretten
Der Umsatz mit E-Zigaretten wird für das Jahr 2024 weltweit auf 23,75 Mrd. Euro geschätzt. Über die gesundheitlichen Auswirkungen wird noch diskutiert, umweltfreundlich ist das sogenannte Vapen in der Regel nicht. Die weit verbreiteten Einweg-E-Zigaretten landen oft im Müll, obwohl sie eigentlich in den Wertstoffhof gehören, da sie eine Batterie enthalten. Der Onlineshop Elfbar 600 bietet zwar eine Rücksendemöglichkeit an, diese wird aber nur von zwei Prozent der Kunden genutzt. Das Mehrweg-Pod-System, bestehend aus einem Basisgerät, das per USB-Kabel aufgeladen und mit Pods in zehn Geschmacksrichtungen befüllt werden kann, macht dagegen bereits 50 Prozent des Geschäfts aus. Noch in diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit einer Steigerung auf 90 Prozent.
HANDEL INTERNATIONAL
Pinterest erreicht wieder Gewinnzone
Die Foto- und Videosharing-Plattform Pinterest meldet für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Umsatzplus von zwölf Prozent auf 981 Mio. Dollar und kehrt laut IT-Times.de mit einem bereinigten Ebitda von 365 Mio. Dollar, einem Plus von 86 Prozent, in die Gewinnzone zurück. Auch die Nutzerzahlen stiegen um elf Prozent. Allerdings enttäuschte die Prognose für das erste Quartal 2024 offenbar die Wall Street und der Kurs gab um über neun Prozent nach.
Meta und Tiktok klagen gegen DSA
Meta und Tiktok klagen vor dem EU-Gericht gegen den Digital Service Act (DSA), weil sie die anfallenden Regulierungsgebühren für falsch berechnet halten, berichtet Onlinehaendler-News.de. Sehr große Plattformen, die mehr als zehn Prozent der EU-Bevölkerung erreichen, sind bereits zur Einhaltung des DSA verpflichtet und müssen zur Finanzierung der Aufsicht eine Regulierungsgebühr zahlen, die maximal 0,05 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen darf. So muss Meta für 2024 eine Gebühr von 11 Mio. Euro zahlen und beklagt, dass Plattformen, die weniger Umsatz machen, weniger Gebühren zahlen müssen.
EU untersucht Tiktok
Die Europäische Kommission wird nächste Woche eine Untersuchung gegen Tiktok einleiten, da sie befürchtet, dass die Änderungen des Unternehmens im Rahmen des Digital Services Act (DSA) nicht ausreichen, um Minderjährige zu schützen, berichtet Reuters.com. Der DSA verlangt von sehr großen Online-Plattformen und Suchmaschinen, mehr gegen illegale Inhalte und Gefahren für die öffentliche Sicherheit zu unternehmen. Die Untersuchung könnte zu einer Geldstrafe für den Eigentümer von TikTok, das chinesische Unternehmen ByteDance, in Höhe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Umsatzes führen.
Abstimmung zum EU-Lieferkettengesetz verschoben
Die ursprünglich für Freitag geplante Abstimmung über das EU-Lieferkettengesetz ist laut der belgischen EU-Ratspräsidentschaft spontan verschoben worden, meldet Lebensmittelzeitung.net. Ein neuer Termin könnte bereits für den Mittwoch vorgesehen sein. Grund für die überraschende Änderung dürfte auch der Widerstand aus Deutschland sein, da sich FDP-geführten Ministerien in der Bundesregierung weigern, dem bereits beschlossenen Entwurf zuzustimmen. Für die Verabschiedung des Gesetzes ist eine Mehrheit von 15 der 27 Staaten erforderlich, sofern diese mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren.
TRENDS & TECH
Prime Video ohne Dolby Atmos und Dolby Vision
Seit dem 5. Februar schaltet Amazon in seinem Streaming-Angebot Prime Video Werbung, falls Kunden nicht ein Zusatzabonnement für 2,99 Euro im Monat buchen. Wie 4kfilme.de herausgefunden hat, ist das nicht die einzige Änderung: Im Basis-Abo sind nun auch Dolby Vision HDR und Dolby Atmos 3D-Ton nicht mehr verfügbar, die maximale Auflösung beträgt nur noch 4K, die maximale Tonqualität ist Dolby digital 5.1. Über die offiziellen Kommunikationskanäle von Amazon gibt es keine Informationen zu dieser Änderung.
Lieferanten von Doordash verwenden Bots
Kuriere und Auslieferungsfahrer von Doordash und Walmart Spark in den USA nutzen Bot-basierte Apps, um mehr gute Aufträge zu erhalten, berichtet Businessinsider.com. Sogenannte „Batch Grabber“ ermöglichen es, neue Aufträge schneller anzunehmen, da sie schneller sind als das Eintippen von Hand. Andere Apps wie Para zeigen Informationen an, die sonst nicht sichtbar sind, etwa wie viel Trinkgeld Kunden bisher gegeben haben. Para soll es laut Website ermöglichen, auch höher bezahlte Aufträge auf Plattformen wie Uber, Lyft oder Grubhub zu buchen. Walmart Spark und Instacart haben ihren Fahrern den Einsatz von Bots bereits verboten.
NACHHALTIGKEIT
Clearbots autonome, solarbetriebene Boote reinigen das Meer
Das Technologie-Start-up Clearbot aus Hongkong hat autonome, solarbetriebene und schwimmende Reinigungsroboter entwickelt, die pro Fahrt bis zu 500 Kilogramm Müll aus dem Meer fischen können, berichtet Smcp.com. Nach erfolgreichen Demonstrationen in Indien hofft das Unternehmen, dort einen Markt für seine Roboter zu finden. Indien ist für 13 Prozent der elf Mio. Tonnen Plastikmüll verantwortlich, die jährlich die Meere verschmutzen. Clearbot vermietet seine Boote für einen festen Betrag auf monatlicher oder täglicher Basis.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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