Autohandel, Zooplus, Seller X, Wonnda, Bike 24, E-Rezepte, Oda, Boozt, Instacart, Amazon, Ebay Deine Stadt, Google, Rücknahmepflicht

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Zurzeit bejubelt gefühlt jede dritte E-Mail im Postfach der "Morning-Briefing"-Redaktion die Möglichkeiten der KI-gestützten Textsoftware "Chat GPT". Daher nehmen wir unseren Ausgewogenheits-Grundsatz ernst und warnen wie folgt: Wie DPA schreibt, hat ein Anwalt in New York "Chat GPT" für die Erstellung eines Schriftsatzes genutzt. Die Software bezog sich dabei auf verschiedene frühere Urteile – und hat sechs davon ganz offensichtlich erfunden. Das stellte aber nicht der Anwalt fest, sondern d...

SBStefan BeckerRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Schrumpft D-to-C den Autohandel?
2030 werde es nur noch etwa halb so viele Autohändler geben wie heute, nämlich 3.800 Unternehmen. Dahinter stehe unter anderem "der Trend zu Online- und Direktverkäufen" durch Hersteller und Importeure. So resümiert Spiegel.de eine Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA). Wiwo.de relativiert das etwas: Der interviewte Autohändler Burkhard Weller erwartet ebenfalls deutlich weniger Unternehmen – aber kaum weniger Autohäuser. Das sei ein Konzentrationsprozess wie im Lebensmittelhandel. In seiner "Digitalstudie 2022" hatte das IfA herausgefunden, dass 47 Prozent von 540 befragten Autokäufern sich einen Online-Neuwagenkauf vorstellen können, 25 Prozent einen Online-Gebrauchtwagenkauf.

Zooplus-Kunden berichten offenbar über Kontenmissbrauch
Über das Pfingstwochenende habe es unbefugte Abbuchungen von den Kreditkarten-Konton von Zooplus-Kunden sowie nicht autorisierte Bestellungen in ihrem Namen gegeben, meldet T3N.de unter Berufung auf Einträge bei Trustpilot. Gleichzeitig sei zum Beispiel das Zurücksetzen von Passwörtern nicht mehr möglich. Zooplus selbst sage, es gebe keinerlei Hinweise auf ein Datenleck im Haus. Vielmehr seien einige Kunden Opfer betrügerischer Kontonutzung geworden, zum Beispiel durch Phishing. T3N erörtert auch die Möglichkeit betrügerischer Shops, die sich als Zooplus ausgegeben hätten.

Aggregatoren: Seller X kauft US-Wettbewerber Elevate Brands
Das Berliner Unternehmen Seller X hat zugekauft – diesmal keinen Online-Händler, wie es zum Geschäft des Aggregators gehört, sondern einen Wettbewerber: Elevate Brands sei "einer der führenden E-Commerce-Aggregatoren der USA", gemeinsam besäßen sie 80 Amazon-basierte Marken und erreichten 400 Mio. Euro Umsatz, so die Pressemitteilung. Die neue Seller X Group solle von den Seller-X-Chefs Philipp Triebel und Malte Horeyseck geführt werden, bestehende Investoren würden 60 Mio. Euro Kapital zuschießen. Der Deal soll Ende Juni abgeschlossen sein. Handelsblatt.com sagte Triebel, er wolle "einen globalen Konsumgüterkonzern der neuen Generation aufbauen".

B-to-B-Sourcing-Plattform Wonnda erhält eine Mio. Euro Kapital
Das Berliner Start-up Wonnda hat es sich zum Ziel gesetzt, mit seiner Plattform Händler und Marken mit Lohnherstellern zu verbinden, sodass Produkte komplett digital bezogen und auf den Markt gebracht werden können (Etailment.de berichtete). Jetzt hat Wonnda eine Mio. Euro Startup-Kapital erhalten, wie das Unternehmen mitteilt. Gegenwärtig seien fast 300 Produktionsbetriebe verschiedener Kategorien aus ganz Europa an Wonnda angeschlossen, auf der Käuferseite zähle die Plattform "mehr als 3.000 verifizierte Brands & B2B-Käufer". Das Geld soll unter anderem ins Herstellernetz und in Plattformfunktionen fließen.

Bike 24 geht auf Europatour
Online-Fahrradhändler Bike 24 hat eine "Summer Tour" angekündigt. Sie soll durch Deutschland, Belgien, Spanien und Italien führen und mit Workshops, Challenges und Radtouren alle Altersgruppen und Erfahrungsstufen ansprechen. Los gehe es am 3. Juni am "Bike 24 Service Point" in Berlin.


HANDEL INTERNATIONAL

Schweiz vor der Einführung von E-Rezepten
In Deutschland warten die Online-Apotheken sehnsüchtig auf die Einführung elektronischer Rezepte, die Schweiz scheint da weiter: Der Ständerat habe die Motion (Initiative) einer Nationalrätin angenommen, jetzt müsse sich der Bundesrat "gegen seinen Willen an die Umsetzung machen", so Handelszeitung.ch. Rezepte sollen den Plänen zufolge grundsätzlich elektronisch ausgestellt und verschickt werden, Papier-Ausnahmen aber möglich bleiben.

Oda schließt Supermarkt in Finnland, Deutschland bleibt
Der Online-Supermarkt Oda stellt seinen Supermarkt-Betrieb in Finnland ein und will sich dort als Logistikdienstleister für den Lebensmittelhandel neu ausrichten. Das berichtet Lebensmittelzeitung.net unter Berufung auf das Unternehmen. Grund für den Schritt sei das derzeitige Marktumfeld. Das Endkundengeschäft in Finnland lasse sich nicht schnell genug skalieren. Heimatmarkt Norwegen und Deutschland seien von der Neuausrichtung nicht betroffen. Als E-Food-Logistiker für den Lebensmittelhandel wolle Oda künftig auch in neue Länder einsteigen.

Schweden: Boozt sperrt Kunden wegen zu vieler Retouren aus
Der schwedische Online-Modehändler Boozt hat die Konten von 42.000 Kunden gesperrt, die seiner Ansicht nach zu viele Waren zurückgeschickt hätten. Businessinsider.com zufolge begründet das Unternehmen die Blockade mit zu hohen Kosten für Unternehmen und Umwelt. Die blockierten Kunden machten weniger als zwei Prozent der mehr als drei Mio. Boozt-Kunden aus, stünden aber für etwa 25 Prozent des Rückgabevolumens.

USA: Auch Instacart lässt "Chat GPT" die Kundschaft beraten
Gestern haben wir über den KI-basierten Einkaufsassistenten einer Delivery-Hero-Tochter in den VAE berichtet, aber in den USA gibt es so etwas natürlich auch: Der Lieferdienst Instacart hat "Ask Instacart" gestartet, der unter anderem mit "Chat-GPT"-Hilfe auf Kundenfragen hin Produkte oder Rezepte empfiehlt. Fastcompany.com schreibt, die Funktion solle in den kommenden Wochen an alle Lieferdienst-Kunden in den USA und Kanada ausgeliefert werden. Sie biete Zugriff auf das Angebot aller rund 80.000 Partner-Geschäfte von Instacart.

Noch rasch etwas Klatsch über Amazon

  • Businessinsider.com vergleicht die Premium-Schienen von Amazon und Walmart: "Walmart Plus kostet etwa 40 Dollar weniger pro Jahr und hat eine niedrigere Grenze für die kostenlose Lieferung von Lebensmitteln, während Amazon Prime umfangreicheres Streaming und Zugang zum Amazon Prime Day bietet."
  • Mitarbeiter eines Amazon-Lagerhauses in Kentucky hätten einen bezahlten freien Tag bekommen, meldet ebenfalls Businessinsider.com, nachdem sie Wanzen im Lieferfahrzeug gemeldet hätten. Die Tiere seien allerdings nicht gefunden worden.
  • Das erste Gebäude des zweiten Amazon-Hauptquartiers in Arlington (Virginia) ist eröffnet – als Highlights präsentiert Amazon unter anderem die Kaffeebar, Kunst von Mitarbeitern, Sitzgruppen fürs Brainstorming, eine Cafeteria mit verschiedenen Angeboten und Billardtische.

Ebay inzwischen mit 40 lokalen Marktplätzen in Deutschland
"Ebay Deine Stadt", ein Projekt von Ebay und dem Handelsverband Deutschland mit dem Ziel, Händlern den Zugang zum Marktplatz zu erleichtern, feiert den zweiten Geburtstag mit ein paar Zahlen: In den vergangenen zwölf Monaten hätten rund 3.000 Händler einen Ebay-Shop angelegt oder reaktiviert, und die Zahl der lokalen Marktplätze sei auf 40 gewachsen. Zu kaufen seien 25 Mio. Artikel von "tausenden" Händlern.

Kartellamt stellt herausgehobene Position von Google fest
Das Bundeskartellamt hat am gestrigen Mittwoch den Abschlussbericht seiner Untersuchung von Alphabet/Google zur nicht-suchgebundenen Online-Werbung veröffentlicht. Fazit, laut Pressemitteilung: "Das Unternehmen ist auf nahezu allen Stufen der Wertschöpfungskette der nicht-suchgebundenen Online-Werbung vertreten und hat bei praktisch allen relevanten Dienstleistungen eine außerordentlich starke Marktposition inne." Dazu komme durch Google Search "eine bedeutende Marktstellung" im Bereich der suchgebundenen Werbung. Diese Feststellungen haben keine unmittelbaren Folgen, werden aber "in laufende und zukünftige Verfahren des Bundeskartellamtes einfließen".


NACHHALTIGKEIT

Marktplätze müssen Einhaltung von Rücknahmepflicht prüfen
Der Handelsverband Deutschland (HDE) weist auf eine Änderung für Marktplätze zum 1. Juli hin: Von da an nämlich müssen sie prüfen, ob Verkaufspartner ihre Verpflichtungen zur Registrierung und Rücknahme von Elektro- und Elektronik-Altgeräten einhalten. Dahinter stehe die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Die Prüfpflicht gelte auch für Fulfillment-Dienstleister.
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Geschrieben vonStefan Becker

Redakteur

Stefan Becker arbeitet seit Sommer 2022 als Redakteur für „Der Handel“ und Etailment.de, nachdem er zuvor ein gutes Jahr als freier Mitarbeiter dabei war. Der Diplom-Journalist (TU Dortmund) kommt aus dem Lokaljournalismus („Recklinghäuser Zeitung“, Volontariat beim „Solinger Tageblatt“) und verbindet im Deutschen Fachverlag seine Erfahrungen aus dem Verbraucher- (sieben Jahre „Öko-Test“) und dem Fachzeitschriften-Journalismus (sechs Jahre „Touristik-Report“).

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