BEVH-Zahlen, Temu, Amazon, Zooplus, Markta, DHL, Cdiscount, Paypal, Itsperfect, OLG Düsseldorf

BEVH-Zahlen, Temu, Amazon, Zooplus, Markta, DHL, Cdiscount, Paypal, Itsperfect, OLG Düsseldorf

Aktuelle E-Commerce-News: BEVH-Zahlen, Temu, Amazon, Zooplus, Markta, DHL, Cdiscount, Paypal, Itsperfect, OLG Düsseldorf und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

BEVH: E-Commerce-Quartalsumsätze bei minus 12 Prozent
Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) wartet auch in seiner Medienmitteilung zur Halbjahresbilanz 2023 mit negativen Zahlen auf: Die schlechte Konsumstimmung in Deutschland macht sich weiterhin auch im Onlinehandel deutlich bemerkbar. In zweiten Quartal von April bis Juni sanken die Online-Umsätze mit Waren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,2 Prozent auf 19,2 Mrd. Euro; auf das gesamte erste Halbjahr gerechnet liegen sie sogar rund 13,7 Prozent unter dem Vergleichswert von 2022. Ein kleiner Trost: Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019, vor Ausbruch der Pandemie, schlägt weiterhin ein nominelles Plus von 14,7 Prozent zu Buche. Der Abwärtstrend geht durch alle Online-Branchen; am stärksten verlieren die Cluster Unterhaltung, Einrichtung und Bekleidung.

girocard mit neuen Funktionen
Die girocard ist mit Abstand die beliebteste bargeldlose Zahlungsmethode in Deutschland. Damit das so bleibt, wird sie umfangreich weiterentwickelt. Händler können über eine Umfrage ihre Ideen dazu äußern. Mehr lesen

Toppt Amazon am Prime Day die 12 Milliarden?
Am heutigen Dienstag startet wieder Amazons alljährlicher Prime Day – eigentlich: „Prime Days“, denn der Mittwoch gehört auch noch dazu. Nachdem die erste Durchführung im Jahr 2015 noch vergleichsweise schlanke 900 Millionen US-Dollar erlöste, sorgte die letztjährige Rabattschlacht bereits für Umsätze in Höhe von 12,1 Mrd. Dollar, wie Statista basierend auf Schätzungen von digitalcommerce360.com zeigt. Auch wenn sich das Wachstum etwas abgeschwächt hat, zählt der Prime Day neben dem Weihnachtsgeschäft und der „Cyber Week“ zu den wichtigsten Verkaufstagen von Amazon. Ob dieses Jahr angesichts eher schlechter Konsumstimmung und hoher Inflation die Zahlen des Vorjahrs geknackt werden, bleibt allerdings abzuwarten.

Amazon als mächtiger Lobbyakteur nur teilweise über dem Radar
Mit 56 Prozent Marktanteil am Onlinehandel hat Amazon in Deutschland eine Vormachtstellung, an der weder Kunden noch Händler vorbeikommen. Amazons größte Konkurrenten wie Zalando, About You oder Otto kommen gemeinsam auf einen Marktanteil von 11% – alle anderen Online-Shops teilen sich die restlichen 33%. Entsprechend leitet sich Amazon auch von allen Playern die höchsten Lobbying-Ausgaben. Ein Artikel der Initiative LobbyControl mit Sitz in Köln fächert diese Aktivitäten auf. Während die 19 im Lobbyregister ausgewiesenen Lobbyisten mit einem Budget von 1,4 Mio. Euro fast bescheiden wirken, lobbyiert Amazon auch über mehrere Agenturen, ist Mitglied in zahlreichen Verbänden und Wirtschaftsvereinigungen oder schaltet millionenschwere Imagekampagnen, deren Ausgaben die für direkte Lobbyarbeit bei weitem übersteigen.

Zooplus: Tierbedarfshändler ersetzt langjährigen Vorstand
Die Münchner Zooplus, inzwischen in 30 Ländern aktiv und damit nach eigener Einschätzung „die führende Online-Plattform für den Heimtierbedarf in Europa“, muss künftig auf ihren langjährigen Chief Operating Officer Mischa Ritter verzichten, der das Unternehmen überraschend verlassen hat, wie Lebensmittelzeitung.net berichtet. Sein Nachfolger Joost Bous ist Logistikexperte und war die letzten Jahre als Chief Supply Chain Officer für den niederländischen Nonfood-Discounter Action im Einsatz.


HANDEL INTERNATIONAL

Bauernhof in der Stadt: Markta eröffnet in Wien erste Filiale
Bauernmarkt goes Multichannel: Die österreichische Online-Plattform Markta für regionale bäuerliche Produkte aus nachhaltiger Erzeugung eröffnete am Wochenende ihre erste Filiale in Wien, wie der Incubator Brutkasten berichtet. Markta will mit einem Sortiment aus Lebensmitteln, Haushalts- und Kosmetikprodukten „eine einzigartige Kombination aus Bauernmarkt und Lebensmittelgeschäft“ bieten. Die Plattform ist seit 2018 online und hatte sich 2021 eine Finanzierungsrunde sichern können. Online setzt man bisher vor allem auf ein flexibles Bio-Abo, auf Wunsch auch mit nachhaltiger Lieferung an einen der Abholpunkte von „Storebox“, eines anderen Wiener Startups.

DHL Express eröffnet neues Drehkreuz in Atlanta
DHL Express hat die Eröffnung seines Drehkreuzes für die Region Amerika am Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport bekannt gegeben, das Direktverbindungen zu 19 Städten im Südosten der USA sowie nach Europa und zu anderen wichtigen DHL-Standorten weltweit herstellt. Auf einer Fläche von 100.000 Quadratmetern sortiert die Anlage bis zu 20.000 Sendungen pro Stunde, wobei durch automatische Sicherheitsprüfungen der Transport illegaler und gefährlicher Güter verhindert werden soll. Bis zu 50 Prozent des Energieverbrauchs sollen durch Solarzellen erzeugt werden.

Shopping-App Temu: Erlebt der Handel gerade den Tesla-Moment der Autoindustrie?
Die chinesische Shopping-Plattform Temu versucht mit aller Kraft, in Europa Fuß zu fassen – und hat inzwischen ChatGPT von Platz eins im App-Store verdrängt. Christian Maaß, Geschäftsführer Tech & Data bei Thomann Music, wirft für Etailment einen genaueren Blick auf Temu.com. Er sagt, in welchen Bereichen der chinesische Anbieter exzellent aufgestellt ist, warum er dennoch hierzulande (noch) viel Kundenvertrauen verspielt und was der Markteintritt von Temu für den deutschen Handel bedeutet.

Ex-Amazon-Managerin zu 16 Jahren Haft verurteilt
Die ehemalige Betriebsleiterin eines Amazon-Lagers in Smyrna im US-Bundesstaat Georgia ist zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Darüber berichten Businessinsider.de und die New York Times. Die Managerin habe über zwei Jahre falsche Lieferanten erstellt und Rechnungen fingiert. Zusammen mit Kollegen von Amazon sowie einer Komplizin bei einem Paketlieferdienst habe sie sich 9,4 Mio. Dollar ergaunert, die sie unter anderem für ein Haus und Luxusautos ausgegeben habe.

EU-Gesetz soll App-Store-Monopol schon im Herbst beenden
Die Erfolgsgeschichte des iPhones ist auch die von Apples App Store. 1,8 Mio. Apps stehen dort zur Auswahl; in 15 Jahren wurden 370 Mrd. Apps heruntergeladen. Doch nun will die EU Apples Monopol auf iPhone und iPad beenden, wie Horizont Online berichtet. Anfang Juli wurde das Gesetz über digitale Märkte („Digital Markets Act“) gegen wettbewerbsschädliches Verhalten großer Internetfirmen verabschiedet, das Gatekeeper wie Apple zwingen soll, auch andere App-Stores und Abrechnungsoptionen bzw. Direktbezug von Apps ganz ohne Store zuzulassen. Nachdem Apple jahrelang heftigen Widerstand leistete, scheint der Konzern nun nach US-Medienberichten einzulenken. Man bereite sich darauf vor, für iPhone und iPad in der EU bereits ab dem neuen iOS 17, das im Herbst erwartet wird, auch alternative App Stores zuzulassen.

Niederländische Konsumenten erwarten, in Zukunft häufiger online zu shoppen als heute – aber weniger, als sie früher dachten
Ist es sinnvoll, Konsumenten zu befragen, was sie denken, wieviel sie in fünf Jahren auf welchem Kanal ausgeben werden? „ShoppingTomorrow“ heißt wahrheitsgemäß eine Befragung in den Niederlanden, über die ecommercenews.eu berichtet. Hollands Shopper erwarten weiteres Wachstum, nämlich dass sie bis zum Jahr 2028 37 Prozent ihrer Käufe online tätigen werden, fünf Prozentpunkte mehr als im Jahr 2022. Etwas überraschend in Zeiten des E-Commerce-Booms ist dagegen, dass dieser Erwartungswert sinkt: Letztes Jahr dachten die Verbraucher noch, sie würden in fünf Jahren 41 Prozent ihrer Ausgaben online tätigen. Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.


KI-Chatbot von Cdiscount berät zu Haushaltsgeräten
Ein vom französischen Online-Marktplatz Cdiscount lancierter KI-Chatbot soll Kunden schneller Antworten auf Detailfragen zu Produkten geben, berichtet ChannelX, und somit das ständige Scrollen durch Produktbeschreibungen überflüssig machen. Der Chatbot beantwortet bisher nur Fragen zu Haushaltsgeräten, soll aber in Zukunft auf weitere Kategorien ausgeweitet werden. Erste Ergebnisse sollen zeigen, dass 40 Prozent der Gespräche vollständig vom Chatbot abgewickelt wurden und dabei Zufriedenheitsraten bis zu 70 Prozent erreichte. Die Software von Cdiscount werde in Europa betrieben und sei vollständig GDPR-konform.

Bezahldienst Paypal will Anmeldung vereinfachen
Der Online-Bezahldienst Paypal will auch seinen Kunden in Deutschland die Möglichkeit geben, sich mit sogenannten Passkeys statt wie bisher mit Username und Passwort anzumelden, wie wa.de, die Website des Westfälischen Anzeigers, berichtet. Die Neuerung gelte sowohl für Apple- als auch Android-Geräte, auf denen sich die Benutzer über biometrische Merkmale authentifizieren können, also per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder ein Gerätepasswort. Diese einfachen Mechanismen sind vielen Smartphone-Usern bereits seit längerem vertraut, so dass sie in Online-Shops schnell relevant werden könnten. Das neue Feature war zunächst nur in den USA nutzbar.

Artikel-Beschreibungen für Mode mit KI erstellen
Der niederländische Softwareanbieter für Modeshops, Itsperfect, bringt einen KI-Assistenten auf den Markt, mit dem Modemarken Produktbeschreibungen für ihre B2B- und B2C-Webshops erstellen können, wie FashionUnited berichtet. Die KI arbeitet auf Basis der Artikeldaten und PIM-Felder, die bereits im ERP-System verfügbar sind, und generiert daraus in Sekunden einen Vorschlag für eine Artikel-Beschreibung in Niederländisch, Englisch, Deutsch oder Französisch.


NACHHALTIGKEIT

OLG Düsseldorf: Wer darf mit „klimaneutral“ werben?
Die Bewerbung von Produkten als „klimaneutral“ stellt nicht ohne weiteres eine Irreführung der Verbraucher dar. Das Oberlandesgericht Düsseldorf teilt mit, es habe in zwei Verfahren entsprechend entschieden, in denen ein Fruchtgummihersteller und eine Herstellerin von Konfitüren durch eine Wettbewerbszentrale jeweils auf Unterlassung der Bewerbung ihrer Produkte als „klimaneutral“ verklagt wurden. Da den Verbrauchern bekannt sei, dass so auch Waren und Dienstleistungen beworben würden, die – wie beispielsweise Flugreisen – nicht emissionsfrei erbracht werden können und bei denen Klimaneutralität daher nur durch Kompensationszahlungen möglich sei, gelte der Begriff auch bei Produkten, für die eine ausgeglichene Bilanz der CO2-Emissionen bestehe.
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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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