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Aktuelle E-Commerce-News: Black Friday, DHL, Schweiz, Amazon, Next, Carvana, Apple, Alibaba, Amazon, Public Cloud, Google und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Deutsche erwarten zu Black Friday 50 Prozent Rabatt
50 Prozent Rabatt sollten es diesen Black Friday schon sein, erwarten deutsche Verbraucher, wie Sueddeutsche.de eine PwC-Umfrage zitiert. Letztes Jahr fand man noch 38 Prozent attraktiv. Immerhin wollen 83 Prozent der 2.000 Befragten dieses Jahr mitshoppen, ein deutlicher Anstieg zu 70 Prozent im letzten Jahr. Die Ausgaben bleiben mit 277 Euro stabil, genau wie die Tatsachen, dass Männer ausgabefreudiger sind als Frauen und Elektronik die beliebteste Kategorie ist.
DHL senkt Gewinnprognose
Der Logistikkonzern DHL hat seine Gewinnprognose für 2024 von ursprünglich 6 bis 6,6 Mrd. Euro auf 5,8 Milliarden Euro gesenkt, berichtet Onlinehaendler-News.de. Der operative Gewinn stagnierte im dritten Quartal bei 1,4 Mrd. Euro, weil das Unternehmen unter einem schwachen Firmenkundengeschäft und rückläufigem Briefvolumen leidet. Auch der erwartete Aufschwung des Online-Handels zum Jahresende droht schwächer auszufallen als erhofft, lediglich das Geschäft mit zeitkritischen Sendungen und die Lieferkettenlogistik entwickelten sich positiv.
HANDEL INTERNATIONAL
Schweizer Online-Handel erreicht 17,3 Prozent Marktanteil
Der Schweizer Online-Handel erreichte 2023 einen Marktanteil von 17,3 Prozent am gesamten Einzelhandel und mit 18 Mrd. Franken ein neues Rekordvolumen, wie die HSG-Langzeitstudie „Internet-Nutzung und E-Commerce Schweiz 2024“ zeigt. Amazon führt erstmals das Beliebtheitsranking der Onlineshops vor Galaxus und Zalando an, der chinesische Low-Cost-Händler Temu liegt mit einem Marktanteil von 4,6 Prozent bereits auf Platz vier. Die Nutzung von Shopping-Apps stieg um zehn Prozentpunkte auf 75 Prozent. 53 Prozent der Schweizer bezahlen regelmäßig mobil.
Amazon verzeichnet elf Prozent Wachstum
Mit Konzernerlösen von 158,9 Mrd. Dollar im letzten Quartal verzeichnete Amazon laut Manager-Magazin.de ein Wachstum von elf Prozent, während der Gewinn um 55 Prozent auf 15,3 Mrd. Dollar stieg. Die Cloud-Sparte AWS wuchs mit 19 Prozent zwar durchaus überdurchschnittlich, aber Konkurrenten wie Microsoft und Google konnten in diesem Bereich jeweils über 30 Prozent zulegen. Im internationalen Geschäft gelang es Amazon die Gewinnspanne auf 3,6 Prozent vervierfachen und trotz Konkurrenz durch Shein und Temu den Umsatz um sieben Prozent zu steigern.
Next startet neue Luxusmode-Plattform
Die britische Modegruppe Next hat ihre neue Online-Plattform „Seasons“ für Premium- und Luxusmode gestartet, die sich speziell an Kunden im Vereinigten Königreich richtet. Next-CEO Lord Simon Wolfson begründet den Launch mit der steigenden Nachfrage nach Luxusprodukten im eigenen Kundenstamm, berichtet Textilwirtschaft.de. „Die Leute kaufen weniger, aber qualitativ bessere Produkte“, so Wolfson.
Carvana verkauft zwei Millionen Gebrauchtfahrzeuge online
Der amerikanische Online-Gebrauchtwagenhändler Carvana hat seinen Absatz im dritten Quartal 2024 um 34 Prozent auf 108.651 Fahrzeuge gesteigert und damit seit seinem Start 2013 mehr als zwei Millionen Fahrzeuge verkauft. Die in den USA berühmten 39 großen Glastürme, in denen Autos ausgestellt sind, und die als „Gebrauchtwagen-Vending-Machines“ dienen, sind ein wichtiger Teil des Markenimages. Das Unternehmen bietet laut Forbes.com in Teilen von 16 US-Bundesstaaten eine Lieferung am nächsten Tag an.
Apples iPhone macht fast die Hälfte des Umsatzes aus
Mit einem Umsatzplus von sechs Prozent auf 94,9 Mrd. Dollar erreichte Apple laut FAZ.net einen neuen Quartalsumsatzrekord. Die Dienstleistungssparte wuchs mit zwölf Prozent auf 25 Mrd. Dollar am stärksten, das iPhone-Geschäft legte um sechs Prozent auf 46,2 Mrd. Dollar zu. Aufgrund einer EuGH-Entscheidung zu Steuernachzahlungen sank der Nettogewinn um 36 Prozent auf 14,8 Mrd. Dollar. Auch weil in China die Umsätze auf 15 Mrd. Dollar schrumpften, erwartet Finanzvorstand Luca Maestri für das kommende Quartal ein Umsatzwachstum nur im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Alibaba speckt seine Metaverse-Entwicklung ab
Der chinesische E-Commerce-Konzern Alibaba reduziert seine Metaverse-Aktivitäten und entlässt Dutzende Mitarbeiter seiner Sparte „Yuanjing“ in Shanghai und Hangzhou, wie laut Scmp.com ein Insider berichtet. Die zuvor mit Investitionen in Milliardenhöhe (Yuan) ausgestattete Abteilung beschäftigt mehrere hundert Mitarbeiter. Trotz der Umstrukturierung soll Yuanjing weiterhin Metaverse-Anwendungen und -Dienstleistungen anbieten.
Amazon und Google verklagen Händler von falschen Bewertungen
Amazon und Google reichten am 28. Oktober in den USA Klagen gegen die Webseite Bigboostup.com ein, die gefälschte Produktbewertungen verkauft. Amazon blockierte laut Pressemitteilung 2023 mehr als 250 Mio. verdächtige Bewertungen und leitete weltweit über 150 rechtliche Schritte ein. Der Konzern geht seit 2015 gegen Bewertungshändler vor und reichte im Juli zusammen mit dem Better Business Bureau erstmals eine gemeinsame Klage gegen ReviewServiceUSA.com ein.
Die Cloud wird Unternehmen zu teuer
Die hohen Kosten der Public Cloud führen laut einer Umfrage des IDC dazu, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Cloud-Budgets 2024 überschreiten werden und acht bis neun Prozent ihre Workloads vollständig zurückholen, berichtet Heise.de. Neben den Kosten nennen die Marktforscher Performance, Sicherheit, Compliance sowie das Management als Hauptgründe für den Rückzug aus der Cloud. 37Signals beispielsweise, der Entwickler von Basecamp und Hey, spart durch den Wechsel zu eigener Infrastruktur zwei Mio. US-Dollar jährlich.
Google führt „Wallet“ für Kinder ein
Google wird im kommenden Jahr seine digitale Bezahl-App „Google Wallet“ für Kinder zugänglich machen, berichtet 9to5Google.com. Die Freischaltung erfolgt über die Familienfunktion „Family Link“, Eltern müssen jede Kartenzuschaltung genehmigen und die Transaktionen überwachen. So sollen Kinder in Zukunft in Geschäften kontaktlos mit ihren Smartphones zahlen können, Online-Zahlungen werden jedoch unterbunden. Tests starten 2025 zunächst in den USA, der Starttermin für Deutschland ist noch offen.
NACHHALTIGKEIT
2030 verbraucht KI fünf Prozent des Stroms
Der Stromverbrauch von Rechenzentren in Europa wird laut einer McKinsey-Studie bis 2030 auf mehr als 150 Terrawattstunden ansteigen und damit fast fünf Prozent des gesamten europäischen Stromverbrauchs ausmachen. Google berichtete bereits von einem Anstieg seiner Treibhausgasemissionen um 13 Prozent auf über 14,3 Mio. Tonnen CO2 im vergangenen Jahr, hauptsächlich durch KI-Anwendungen. Trotz des Potenzials der KI für Klimaschutzmaßnahmen wird der Energieverbrauch durch die zunehmende Nutzung eher weiter steigen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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