
Catawiki, Buchhaltung, Ebay Academy, Amazon, Global Fashion Group, Google, Digg, DDoS-Angriffe, Live Commerce, Social Commerce
Aktuelle E-Commerce-News: Catawiki, Buchhaltung, Ebay Academy, Amazon, Global Fashion Group, Google, Digg, DDoS-Angriffe und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
275.000 Mal Kunst und Pop bei Catawiki
Der digitale Auktionshaus für „besondere Objekte“ Catawiki erlebte 2024 mit über 275.000 verkauften Raritäten ein Wachstum von 15 Prozent, meldet Retail-News.de. Parallel sei die Zahl der Käufer um mehr als 15 Prozent gestiegen, die der Neukunden sogar um fast 20 Prozent. Mit rund 25.000 ersteigerten Kunstwerken bleibe „moderne und zeitgenössische Kunst“ die umsatzstärkste Kategorie, doch „Sammelkarten“ rückten auf – deren Verkaufszahlen hätten sich verdoppelt. Das teuerste „besondere Objekt“ sei ein 81 Jahre alter Macallan Whisky gewesen, der für 125.000 Euro den Besitzer gewechselt habe.
Wie Online-Händler Buchhaltungs-Chaos vermeiden
Eine gut organisierte Buchhaltung ist unverzichtbar, auch für Online-Händler. Wird sie als lästige Pflicht eher vernachlässigt, kann das spürbare Folgen haben und teuer werden. In seinem Gastbeitrag auf Etailment.de beschreibt Fachbuchautor Martin Schmidt, wie Ordnung in die Buchhaltung kommt, sodass Strafen und Nachzahlungen ausbleiben.
Ebay schließt digitale Lernwerkstatt für Händler
Die 2022 eingeführte kostenlose E-Learningplattform „Ebay Academy“ werde zum 31. März eingestellt, berichtet Onlinehaendler-News.de. Der Marktplatz biete für die Schließung seiner Plattform, die Händlern Kurse für einen erfolgreichen Start und den Geschäftsausbau vermittelt habe, keine Begründung. Verkäufer könnten noch bis Ende März auf alle Kurse zugreifen, bevor die Inhalte der interaktiven Academy ins Verkäuferportal wanderten.
Barrierefreiheit: Amazon auf dem letzten Platz
Deutsche Websites sind für Menschen mit Behinderungen oft kaum nutzbar, zeigt laut Handelsblatt.com eine Untersuchung der Softwarefirma Eye-Able. Die getesteten 60 vielbesuchten Internetseiten hätten durchschnittlich nur 46 von 100 möglichen Punkten erreicht; 49 seien für Personen mit Einschränkungen nur schwer benutzbar. Am schlechtesten schnitt Amazon mit nur 23 Zählern ab, Konkurrent Temu habe mit 44 Punkten einen höheren Wert erreicht. Klassenprimus sei mit 72 Punkten Mercedes – allerdings beginne „Barrierefreiheit“ erst mit 75 Zählern.
HANDEL INTERNATIONAL
Global Fashion Group halbiert Verluste durch radikale Sparkur
Die Global Fashion Group halbierte ihren Nettoverlust auf 82,5 Mio. Euro, wie Fashionunited.de dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht entnimmt. Der E-Commerce-Konzern habe durch umfassende Sparmaßnahmen den bereinigten Ebitda-Verlust um satte 64,8 Prozent auf 20,5 Mio. Euro gedrückt, während der Umsatz auf 743,5 Mio. Euro geschrumpft sei. Auch habe sich im Schlussquartal der Abwärtstrend beim Nettowarenwert fast stabilisiert. Für 2025 peile die Muttergesellschaft von Dafiti, Zalora und The Iconic die Gewinnschwelle an.
Google erweitert seine KI-Shopping-Helfer für virtuelle Anproben
Google hat mehrere KI-Tools eingeführt, die das Online-Shopping durch virtuelle Anproben erleichtern sollen, berichtet Engadget.com. Mit dem erweiterten „Vision Match“ könnten Nutzer ein gewünschtes Kleidungsstück mit eigenen Worten beschreiben, woraufhin Gemini passende Produkte vorschlage. Die erweiterte AR-Funktion „Try On Make-up“ wiederum ermögliche es, verschiedene Make-up-Produkte gleichzeitig virtuell auszuprobieren. Zudem habe Google die virtuelle Anprobefunktion „Virtual Try On“ auf Hosen und Röcke ausgeweitet, wobei verschiedene Models in Größen von XXS bis XXL die Passform demonstrierten.
Digg wird wiederbelebt
Das Internet ähnelt immer mehr Hollywood: Alles bekommt ein Sequel. So hat Kevin Rose, der Gründer von Digg laut Techinasia.com nun angekündigt, mit der Hilfe von Alexis Ohanian (Reddit) und anderen Industriegrößen der sozialen Rating-Plattform in Kürze wieder neues Leben einzuhauchen. Digg 2.0, sozusagen. 2012 hatte Digg 1.0 alleine in den USA monatlich 3,8 Mio. aktive Nutzer, die im Web gefundene Inhalte teilten und bewerteten. Das hatte aufgrund des Erfolgs Nachahmer wie z.B. Reddit, das heute sogar börsengelistet ist.
TRENDS & TECHNOLOGIE
China: Live Commerce bekommt neue Regeln
China plant die Einführung neuer Regulierungen für den boomenden Livestream-E-Commerce-Sektor, kündigte Luo Wen, Direktor der staatlichen Marktregulierungsbehörde an, berichtet Thestandard.com. Verbraucher hätten zunehmend Bedenken wegen gefälschter und minderwertiger Waren geäußert; einige Influencer wären mit irreführendem Marketing und übertriebenen Produktversprechen aufgefallen. Die Behörde wolle deshalb entschlossen gegen solche Praktiken vorgehen, um fairen Wettbewerb zu gewährleisten und die Qualität von Online-Produkten zu verbessern.
Großbritannien: Social Commerce verkauft auch Luxus
27 Prozent der britischen Konsumenten kaufen Luxusmode und -kosmetik direkt über soziale Medien, zitiert Fashionunited.com eine WPP-Umfrage. Authentizität spiele dabei eine Schlüsselrolle: Ausführliche Produktrezensionen (49 Prozent) und nutzergenerierte Inhalte (32 Prozent) würden dabei als wirksamste Influencer-Formate gelten. Doch auch unter Influencer-Fans, die eventuell sogar bereit wären, ihre Cartier-Sonnenbrille auf Tiktok Shop zu kaufen, blieben Empfehlungen von Familie und Freunden (63 Prozent) sowie Expertenrezensionen (48 Prozent) die vertrauenswürdigsten Quellen.
DDoS-Angriffe steigern sich um 137 Prozent
DDoS-Angriffe auf europäische Unternehmen haben sich laut des „European Cyber Reports“ von Link11 um 137 Prozent gesteigert. Die Attacken seien nicht nur häufiger, sondern würden auch komplexer und ausgefeilter – zwei Drittel der Angriffe dauerten nur zwischen 10 und 60 Sekunden. Als Gegenmittel setzten Unternehmen zunehmend auf KI-basierte Angriffserkennung, intelligentes Bot-Management und adaptive WAF-Systeme (Web Application Firewall) mit Echtzeit-Reaktion. Jens-Philipp Jung, CEO von Link11, betont die Notwendigkeit schnellerer Reaktionen und optimierter Mechanismen im Kampf gegen die beschleunigten Bedrohungen.
Googles Suchmaschine wird zum KI-Chatbot
Google verstärkt die Integration von künstlicher Intelligenz in seiner Suchmaschine mit erweiterten KI-Überblicken und einem neuen KI-Modus, berichtet Theverge.com. Dieser „AI Mode“ bringe einen such-orientierten Chatbot direkt in die Google-Oberfläche und funktioniere ähnlich wie z.B. Perplexity oder ChatGPT Search. Google setze dabei künftig auf das leistungsstärkere Gemini 2.0-Modell, das auch komplexere Prompts besser verarbeiten könne. Allerdings sei die neue Funktion zunächst nur für zahlende Google-One-AI-Premium-Abonnenten verfügbar.
Aufmerksamkeitsübungen für die gestresste KI
ChatGPT reagiert auf traumatisierende Inhalte mit messbaren „Angstreaktionen“, wie Zürcher Forscher in einer in Nature veröffentlichten Studie nachgewiesen haben. Besonders Kriegsberichte oder Beschreibungen von Kampfsituationen würden bei OpenAIs GPT-4 Stressreaktionen – vermehrt vorurteilsbelastete (z. B. rassistische oder sexistische) Antworten – auslösen. Zur Behandlung injizierten die Forscher beruhigende Texte wie beispielsweise Aufmerksamkeitsübungen in den Chatverlauf. Das „entspannte“ die gestresste KI zwar sichtlich, doch die Angstwerte fielen nicht mehr auf das Anfangsniveau zurück.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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