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Aktuelle E-Commerce-News: Delivery Hero, Platform Group, Elinvar, BIP, Apple, Global Fashion Group, AI Act, Telekom, P0 und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Delivery Hero trennt sich von Deliveroo-Aktien
Der Essenslieferdienst Delivery Hero, der sich im August 2021 mit 4,5 Prozent an seinem britischen Pendant Deliveroo beteiligt hatte, hat angekündigt, sich von allen Aktien trennen zu wollen, berichtet DPA-AFX.de. Dabei handelt es sich um rund 68 Mio. Deliveroo Class A-Aktien, die in einem beschleunigten Verfahren zu einem Preis von je 113 Pence und damit sieben Prozent unter dem Schlusskurs vom Montag an institutionelle Investoren verkauft werden. Der Abschluss der Platzierung wird für morgen erwartet, der Erlös wird für „allgemeine Unternehmenszwecke“ verwendet.
The Platform Group AG erwartet 2024 ein Rekordjahr
The Platform Group AG hat laut IT-Times.de die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht und erwartet weiteres Wachstum und eine Steigerung der Profitabilität. Das Bruttowarenvolumen soll zwischen 760 Mio. und 800 Mio. Euro liegen (2023: 700 Mio. Euro), der konsolidierte Nettoumsatz zwischen 460 Mio. und 470 Mio. Euro (2023: 440 Mio. Euro) und der konsolidierte bereinigte Ebitda zwischen 24 Mio. und 28 Mio. Euro (2023: 20 Mio. Euro). Das Unternehmen ist am 7. November aus der Fusion der The Platform Group GmbH & Co. KG mit der Fashionette AG entstanden.
Elinvar findet keinen Käufer
Die insolvente Berliner Fintech-Plattform Elinvar hat nach Angaben des zuständigen Insolvenzverwalters Sascha Feies keinen Käufer gefunden und wird abgewickelt. Das Start-up war 2016 mit dem Ziel gestartet, White-Label-Lösungen für die Finanzbranche anzubieten und hatte seitdem mehr als 50 Millionen Euro von Investoren erhalten. Laut Businessinsider.de sei es aber nie gelungen, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln, so dass 2022 ein Drittel der Belegschaft entlassen werden musste. Kurz nachdem sich der Hauptinvestor Goldman Sachs von seinen Anteilen getrennt hatte, wurde im Oktober 2023 Insolvenz angemeldet.
Bruttoinlandsprodukt sinkt im ersten Quartal wahrscheinlich
Das Ifo-Institut rechnet für das erste Quartal 2024 laut Pressemitteilung mit einem weiteren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent. Ursachen seien die rückläufige Nachfrage in der Industrie und im Baugewerbe sowie die restriktive Geldpolitik in Europa und Nordamerika. Ein Lichtblick könnte allerdings die Erholung des privaten Konsums sein, die sich in den bis Mitte Januar vorliegenden Daten aus der Mastercard Spending Pulse Datenbank (Kreditkarten, Debitkarten, Bargeld) abzeichne.
Drei Viertel der Verbraucher haben Sicherheitsbedenken
73 Prozent der Verbraucher haben Sicherheitsbedenken bei der Eingabe ihrer persönlichen Daten, sowohl online als auch im Geschäft. Während online die Sorge überwiegt, Opfer von Finanzbetrug oder Identitätsdiebstahl zu werden, misstrauen 37 Prozent den Einzelhändlern auch im Geschäft, weil sie befürchten, dass der nächste Kunde auf die hinterlassenen persönlichen Daten zugreifen könnte. Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen SOTI-Studie „Techspectations: Verbraucher wünschen sich digitale Transformation im Einzelhandel“. Insbesondere Selbstbedienungskassen, Tablets, Kiosksysteme oder andere POS-Geräte haben keinen guten Ruf: 40 Prozent der Befragten berichten von schlechten WLAN-Verbindungen bei der Nutzung.
HANDEL INTERNATIONAL
Apple hat bereits 200.000 Apple Vision Pro verkauft
Nach zehn Tagen Vorverkauf hat Apple laut Insiderinformationen von Macrumors.com bereits 200.000 Exemplare seines Headsets Apple Vision Pro verkauft. Das Gerät, das virtuelle und augmentierte Realitäten darstellen kann, soll ein Schritt in Richtung Mensch-Computer-Schnittstelle der Zukunft sein, wurde aber von Experten als „Spielzeug ohne Anwendungsfall“ belächelt. Auch Morning Briefing berichtete. Bei einem stolzen Preis von 3.500 Dollar war nicht damit zu rechnen, dass die Nachfrage schon vor dem offiziellen Verkaufsstart und der Veröffentlichung der ersten Rezensionen so groß sein würde.
Global Fashion Group mit besseren Zahlen als erwartet
Die Global Fashion Group, Muttergesellschaft der Online-Modeplattformen Dafiti, Zalora und The Iconic, hat das Geschäftsjahr mit einem geringeren Verlust als erwartet abgeschlossen. Zwar sank der Nettoumsatz um 14 Prozent auf nur noch 1,3 Mrd. Euro, das Management hatte jedoch ein Minus zwischen 16 und 18 Prozent angekündigt. Die Einbußen betrafen laut Fashionunited.de alle Marktregionen: Lateinamerika mit minus 12 Prozent, Südostasien mit minus 18 Prozent und Australien & Neuseeland mit minus 13 Prozent. Alle anderen Ziele für 2023 habe das Unternehmen erreicht.
TRENDS & TECH
Bundesregierung will AI Act doch zustimmen
Laut einer Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums hat sich die Bundesregierung gestern einigen können und will dem AI Act nun doch zustimmen, wenn die EU-Mitgliedsstaaten diese Woche abschließend abstimmen, berichtet Spiegel.de. Dies wäre die weltweit erste gesetzliche Regelung für den Einsatz und die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Einige Anwendungen wie Social Scoring oder bestimmte Technologien zur biometrischen Videoüberwachung oder subtilen Verhaltensbeeinflussung sollen zwar verboten werden, aber auch einer Überregulierung sollen Grenzen gesetzt werden. Zwei weitere Wackelkandidaten für die Abstimmung am Freitag sind Frankreich und Italien.
Telekom hat eine Million Glasfaser-Anschlüsse verlegt
Die Deutsche Telekom hat diese Woche in Halle an der Saale den millionsten Glasfaseranschluss verlegt, berichtet Macerkopf.de. Acht Millionen Haushalte können nun über einen reinen Glasfaseranschluss mit Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde ins Internet gehen. Nach eigenen Angaben will die Telekom bis 2030 alle Haushalte in Deutschland mit Glasfaser versorgen. Der Ausbau hat im Oktober 2012 begonnen.
P0 sammelt 6,5 Mio. Dollar ein
Das KI-Start-up P0 (P-Null) hat laut Techcrunch.com in Rekordzeit seine erste Finanzierung in Höhe von 6,5 Mio. Dollar erhalten. (Der Begriff „P0“ beschreibt in der Programmierung den Zustand der maximalen Auslastung eines Chips). Das Unternehmen will die Qualitätssicherung von Programmiercode grundlegend verändern. Entwickler können P0 einfach mit ihren Git-Code-Repositories verknüpfen, um schon während der Programmierung auf Bugs hingewiesen zu werden. Dazu arbeiten im Hintergrund mehrere Large-Language-Modelle an der Interpretation und Simulation, um Softwareprobleme wie Datenintegrität, Validierungsfehler oder Zeitüberschreitungen zu erkennen. Halluzinationen der KI sind kein Problem, da P0 keinen Code schreibt. 50 Kunden für die SaaS-Lösung sollen für 2024 schon gewonnen sein.
FBI nutzt Amazons Gesichtserkennung
Wie aus einem Dokument des US-Justizministeriums hervorgeht, nutzt das FBI „Amazon Rekognition“, einen Bildanalysedienst, der auch Gesichtserkennung ermöglicht. Allerdings hat das Unternehmen laut Heise.de die Zusammenarbeit mit Polizeidienststellen bei strafrechtlichen Ermittlungen bereits 2019 ausgesetzt, da die Gesichtserkennung aus technischen Gründen systematisch rassistisch urteilt. Zwar wird in einer Auffangklausel die Nutzung zur Fahndung nach vermissten Personen eingeräumt, die Formulierung in dem öffentlich gewordenen Dokument lautete jedoch: „(Beim FBI ist Rekognition) derzeit in der Einführungsphase, um (Darstellungen) mit Nacktheit, Waffen, Sprengstoff und anderen identifizierenden Informationen zu erkennen und zu beurteilen“. Aus rein technischer Sicht scheint der Einsatz von Amazon nicht eingeschränkt worden zu sein.
KI-Spam beginnt Google Suche zu überfordern
Der Techblog 404 Media berichtete gegenüber Businessinsider.com, dass die Website überarbeitet werden musste, da die Originalartikel in leicht veränderter Form auf SEO-optimierten Spam-Webseiten voller Werbung auftauchten und in den Suchergebnissen oft sogar vor dem Original erschienen. Grund für diese Entwicklung sind spezielle Programme wie „SpinRewriter“, die mit einem Klick 1.000 leicht unterschiedliche Versionen eines Textes generieren und per Plugin automatisch auf beliebig vielen WordPress-Webseiten veröffentlichen können. Für Suchmaschinen wie Google eine problematische Entwicklung, die wohl nur durch künstliche Intelligenz gelöst werden kann.
56 Prozent würden Apples Vision Pro täglich benutzen
Laut einer Umfrage von Storyblok unter 500 Verbrauchern, interessieren sich 61 Prozent mehr für Apples Vision Pro als zum Zeitpunkt der Ankündigung. 56 Prozent denken, sie würden das Headset täglich benutzen, würden sie es kaufen und 63 Prozent meinen, es sei dem Konkurrenten Meta Quest 3 überlegen. Die wichtigsten Verwendungszwecke wären für die Befragten Unterhaltung (64 Prozent), Spiele (63 Prozent) und das Surfen im Internet (52 Prozent). Die Tatsache, dass zum baldigen Verkaufsstart noch keine Apps von Netflix, Youtube oder Spotify vorliegen, führt folgerichtig bei 81 Prozent der Befragten zu Bedenken.
NACHHALTIGKEIT
Weniger Retouren und Verpackungsmüll: Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Onlinehandel
Retouren gelten als Gewinnvernichter und zudem als umweltschädlich. Um Rücksendungen zu vermeiden, sind Entgelte und digitale Anproben im Online-Modehandel Mittel der Wahl, zur Reduzierung von Verpackungsmüll im E-Commerce sollen neue Mehrwegsysteme beitragen. Der-Handel- und Etailment-Redakteurin Anna Ntemiris stellt einige neue Ideen vor.
Datagroup erhält Zero-Waste-Zertifikat in Gold
Als erstes deutsches Unternehmen hat der IT-Dienstleister Datagroup vom TÜV Süd eine Zero-Waste-Zertifizierung in Gold erhalten, berichtet IT-Times.de. Dafür muss ein Unternehmen nachweisen, dass mindestens 95 Prozent des anfallenden Abfalls in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Das Unternehmen veröffentlicht bereits seit 2020 regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht und hat sich zum Ziel gesetzt, bereits in diesem Jahr klimaneutral zu werden.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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