
Flink + Rewe, Teil-Lieferungen, Gründungen, Alibaba, Bytedance, Tencent, Mercado Libre, Metaverse, Amazon, Temu
E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Flink + Rewe, Teil-Lieferungen, Gründungen, Alibaba, Bytedance, Tencent, Mercado Libre und weiteren Themen des Tages.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Flink: CEO muss offenbar wegen Rewe gehen
Flink-Gründer Oliver Merkel soll offenbar Ende März seinen CEO-Posten räumen, nachdem er im Führungsteam des Expresslieferdienstes an Rückhalt verloren habe, berichtet Businessinsider.de. Der 48-jährige Merkel, der einen strengen Sparkurs vorangetrieben habe, werde durch seinen Mitgründer und Co-Vorstand Julian Dames ersetzt. Dieser gelte als eher aufgeschlossen gegenüber einer möglichen Übernahme durch Rewe. In einer E-Mail an die Investoren habe sich Merkel „völlig schockiert“ gezeigt und kritisiert, dass Großaktionär Rewe eigene Interessen über die von Flink stelle.
Kontaktlos kassieren mit Sparkasse POS
Im Händlergeschäft wird der Kassenprozess immer flexibler. Bisher sind stationäre Kassenterminals fester Bestandteil des Einkaufserlebnisses. Diese werden jedoch immer mehr von mobilen Geräten abgelöst. Die Sparkassen bieten mit der Akzeptanz-App „Sparkasse POS“ eine Lösung für viele Branchen. Mehr
Teil-Lieferungen nur per Absprache
Online-Händler dürfen Bestellungen nicht eigenmächtig in mehreren Paketen verschicken, entschied jetzt das Landgericht Köln in einem von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg angestrengten Verfahren, berichtet Onlinehaendler-News.de. Eine entsprechende AGB-Klausel eines Wirtschaftsverlags verstoße gegen das Verbraucherrecht, da Kunden vor dem Kauf klar wissen müssten, ob ihre Bestellung in einer oder mehreren Sendungen kommt. Die Richter hätten dabei nicht nur finanzielle, sondern auch organisatorische Nachteile für die Paketempfänger bewertet.
Mehr Gründungen als Aufgaben
In Deutschland wurden 2024 rund 120.900 größere Betriebe gegründet, 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr, so das Statistische Bundesamt. Trotz eines Anstiegs der Betriebsaufgaben um 2,7 Prozent auf 99.200 in diesem Segment blieb die Zahl der Neugründungen also höher – wie übrigens in allen Jahren seit 2003. Die Anzahl aller Gewerbeneugründungen, unabhängig von der Größe, stieg leicht um 0,2 Prozent auf 594.500, während die vollständigen Gewerbeaufgaben um 3,4 Prozent auf 503.400 zunahmen.
HANDEL INTERNATIONAL
Alibaba konzentriert sich auf Künstliche Intelligenz
Alibaba setzt laut Techinasia.com künftig auf Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI). CEO Eddie Wu habe erklärt, die Weiterentwicklung intelligenter Modelle sei nun das Hauptziel des Unternehmens. Während der Online-Handel zentral bleibe, habe Alibabas Cloud-Sparte im letzten Quartal um 13 Prozent zugelegt, getrieben von den KI-Produkten mit einem dreistelligen Wachstum. In den nächsten drei Jahren wolle Alibaba mehr in Cloud und KI investieren als im gesamten letzten Jahrzehnt.
Bytedance konzentriert sich auf Künstliche Intelligenz
Der chinesische Technologiekonzern Bytedance verstärkt seine KI-Aktivitäten und holt sich Wu Yonghui als neuen Leiter der Grundlagenforschung, berichtet Scmp.com. Der langjährige Google-Mitarbeiter werde direkt an CEO Liang Rubo berichten, während sich der bisherige Seed-Abteilungsleiter Zhu Wenjia auf die praktische Anwendung der KI-Technologie konzentrieren solle. Die Neuausrichtung erfolge, nachdem der Konkurrent Deepseek mit seinem KI-Chatbot die Bytedance-Lösung Doubao bei den Nutzerzahlen überholt habe.
Tencent konzentriert sich auf Künstliche Intelligenz
Tencent konzentriert sich verstärkt auf seine KI-Anwendungen und führt eine umfassende Neuordnung durch, berichtet Techinasia.com. Der chinesische Technologiekonzern überführe mehrere Apps wie den „QQ Browser“, die „Sogou Pinyin Tastatur“ und den Lernassistenten „Ima“ in seine „Cloud & Smart Industries Group“. Ein Tencent-Sprecher habe die Umstrukturierung bestätigt, die auch den KI-Chatbot „Yuanbao“ betreffe und die Monetarisierung aller Anwendungen verbessern solle.
Mercado Libre macht über sechs Mrd. Dollar Umsatz
Einen beeindruckenden Jahresabschluss meldet der lateinamerikanische Marktplatz-Riese Mercado Libre laut Pressemitteilung: Im vierten Quartal 2024 erwirtschaftet das Unternehmen 6,1 Mrd. Dollar Umsatz und steigert den Nettogewinn auf 639 Mio. Dollar. Die dynamische Entwicklung spiegelt sich in der Nutzerzahl, die erstmals die 100-Millionen-Marke überschritt. Besonders rasant wächst die Fintech-Tochter „Mercado Pago“, die inzwischen schon 61 Mio. Nutzer bei ihren digitalen Finanztransaktionen begleitet.
Jumia will weiter wachsen
Der afrikanische Online-Marktplatz Jumia will seine Bestellungen in diesem Jahr um bis zu 25 Prozent steigern und gleichzeitig die Kosten weiter senken, meldet Reuters.com. Zwar sei der chinesische Konkurrent Temu im Dezember in den nigerianischen Markt eingetreten, doch Konzernchef Francis Dufay sehe im afrikanischen E-Commerce genügend Wachstumspotenzial für alle Anbieter. Jumia ist in neun Ländern mit insgesamt 600 Mio. Einwohnern aktiv. Im Oktober zog sich das Unternehmen aus Südafrika und Tunesien zurück.
Meta kürzt das Metaverse zurück
Meta entlässt etwa 3.600 Mitarbeiter, wobei interne Dokumente laut Businessinsider.com zeigen, dass die Kündigungen besonders die Entwicklung des Metaverse treffen. Die Reality Labs Division, zuständig für virtuelle und erweiterte Realität, verliert in zwei Hauptbereichen insgesamt 439 Stellen: 244 Mitarbeiter im Horizon-Team für die VR-Plattform und 195 in der Hardware-Entwicklung. Die zweitgrößten Einschnitte verzeichnet die Facebook-Abteilung unter Tom Alison mit 335 Stellen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Amazon: Ein Viertel des Umsatzes aus Verkaufsgebühren
Im vierten Quartal 2024 stammten 62 Prozent aller verkauften Einheiten bei Amazon von seinen Händlern, berichtet Marketplace Pulse. Gleichzeitig erreichten die Einnahmen aus Verkaufsgebühren mit 156 Mrd. Dollar ein neues Hoch und machten knapp ein Viertel des Gesamtumsatzes aus. Während der Konzern also gezielt vom Händler zum Infrastrukturanbieter wechselt, lockt er täglich fast 2.500 neue Verkäufer an – seine marktbeherrschende Stellung sorgt dafür, dass Händler trotz steigender Gebühren kaum Alternativen haben.
Temu um 40 Prozent günstiger als Amazon
Der Low-Cost-Marktplatz Temu bietet seine Produkte im Schnitt 40 Prozent günstiger an als Amazon, so eine Omnisend-Studie. Die angekündigten US-Zölle auf chinesische Waren würden diesen Preisvorteil zwar auf etwa 34 Prozent reduzieren, doch durch die Einbindung amerikanischer Händler könne Temu wettbewerbsfähig bleiben. Besonders im Mode- und Kosmetikbereich fände sich für 94 Prozent der Amazon-Produkte ein vergleichbares Angebot auf Temu, allerdings oft als Nachahmerprodukt – beim Kundenvertrauen liegt Amazon auch deshalb mit 87 zu fünf Prozent klar vorne.
Österreichs Generationen konsumieren grundverschieden
Die Generation Z in Österreich investiert am liebsten in Lieferservices, Streaming und Beauty-Behandlungen, während Babyboomer Kultur und Restaurantbesuche bevorzugen, so laut Heute.at eine neue Studie von Bankenverband und Bawag. Während 40 Prozent der jungen Erwachsenen für ihre Shoppingwünsche auch mal einen Kredit aufnehmen, verweigern neun von zehn Babyboomern Konsumschulden. Auch bei der Event-Wahl zeigt sich der Generationen-Unterschied: Die Älteren gehen ins Theater, die Millennials zu Sportevents und die Gen Z auf Festivals.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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