Flink, Walbusch, Temu, Knuspr, Italien, Bosnien-Herzegowina, Vietnam, Halbleiter, Paypal, Roblox, Amazon, Tiktok

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Aktuelle E-Commerce-News: Flink, Walbusch, Temu, Knuspr, Italien, Bosnien-Herzegowina, Vietnam, Halbleiter, Paypal, Roblox und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Flink gibt Geschäft in Frankreich endgültig auf
Gestern berichtete das „Morning Briefing“ noch über eine weitere Finanzierung in Höhe von 100 Mio. Euro für den Lieferdienst Flink – kurz darauf zitierte Lebensmittelzeitung.net aus der französischen Presse, Flink gebe sein Frankreich-Geschäft endgültig auf. Die Plattform für Express-Lebensmittellieferungen werde liquidiert, vor dem Handelsgericht in Paris seien entsprechende Anträge gestellt worden. Als Gründe würden die Inflation, starke Regulation und Desinteresse von Investoren genannt. Flink France sei im Jahr 2021 gestartet.

Walbusch strukturiert E-Commerce stark um
Der Solinger Modehändler Walbusch löst seine E-Commerce-Abteilung auf, E-Commerce-Chefin Anja Ittrich verlasse das Unternehmen. Wie Textilwirtschaft.de schreibt, bedeute das aber nicht das Online-Aus, sondern einen Umbau Richtung Omnichannel: „Walbusch integriert das E-Com-Geschäft konsequent in die Fachbereiche“, wird das Unternehmen zitiert. Kunde dächten nicht in Kanälen, die Organisation dürfe das auch nicht tun.

So verlieren Onlinehändler Bestandskunden nicht aus dem Blick
Der Kunde ist König – diese alte Kamelle hat auch im Online-Shopping-Zeitalter an Relevanz nichts eingebüßt. Sind potenzielle Käufer zum Kunden geworden, braucht es jedoch intelligente Konzepte für die dauerhafte Bindung. Wie eine valide Datenbasis bei der Pflege und Aufrechterhaltung bestehender Käuferbeziehungen hilft, erklären die Softwareexperten Moritz Hanisch und David Witt von Q.beyond in einem Gastbeitrag für Etailment.de.

Temu 1: Otto spricht von „systematischem Betrug“
Die Otto Group ist ein scharfer Kritiker der chinesischstämmigen Online-Plattform Temu. Laut Merkur.de wirft Otto der Plattform sogar Betrug vor. „Wir scheuen nicht den Wettbewerb, aber die Rahmenbedingungen sind unfair. Was sich diese Anbieter leisten, ist systematischer Betrug“, habe der Chef der Otto Austria Group, Harald Gutschi, dem Nachrichtenportal Krone.at gesagt. Fast 65 Prozent der aus China kommenden Pakete seien falsch deklariert. Sie seien entweder mehr wert als angegeben, oder die Bestellung werde in Einzelsendungen verpackt, um Zölle zu vermeiden.

Knuspr knuspert jetzt auch im Großraum Berlin
Zurzeit bauen die Bringdienste ihr Geschäft ordentlich aus. Nach einigen neuen Wolt-Lieferorten meldet jetzt Knuspr die Aufnahme des Lieferbetriebs im Großraum Berlin, genauer: in Berlin selbst, in Potsdam und in Teilen des Brandenburger Umlandes, so die Pressemitteilung. Versprochen werden 19.000 Produkte, davon 4.000 Apothekenartikel.


HANDEL INTERNATIONAL

Italienischer E-Commerce wuchs 2023 um 27 Prozent
Die Online-Verkäufe in Italien haben 2023 ein Volumen von 80,55 Mrd. Euro erreicht, was einem Plus von 27,1 Prozent entspricht, inflationsbereinigt 21 Prozent. Das berichtet Ecommercenews.eu aus dem Report „Ecommerce Italia“. Marktplätze seien mit 55 Prozent (14,5 Mrd. Euro) am stärksten gewachsen, Online-Shops erreichten ein Plus von 29 Prozent. 2022 habe das Wachstum noch bei 22 Prozent gelegen.

Bosnien und Herzegowina mag Mobile Shopping
Fast 60 Prozent der Verbraucher in Bosnien und Herzegowina haben in den vergangenen drei Monaten zwei- bis fünfmal online eingekauft. 83,4 Prozent davon lief über mobile Geräte. Das zitiert Ecommercenews.eu aus dem „E-Commerce Survey“ des E-Commerce-Verbandes des Landes. Er beruhe auf der Befragung von 1.700 Verbrauchern und 1.000 Online-Shops. 7,4 Prozent der Befragten hätten mehr als zehn Online-Käufe in den vergangenen drei Monaten angegeben. 21 Prozent der Käufe liefen über internationale Anbieter.

Vietnamesische Landwirtschaft nutzt E-Commerce vor allem für Werbung
Vietnamesische Landwirtschafts-Genossenschaften haben sich zum Ziel gesetzt, stärker online zu verkaufen, kämpfen aber mit den unterschiedlichen Herausforderungen des Geschäfts. Wie Vietnamnews.vn berichtet, fehlen neben Computerkenntnissen zum Beispiel auch Kapazitäten, verderbliche Früchte frisch zu halten. Daher diene der Online-Verkauf in erster Linie als Präsentations- und Werbekanal für die Produkte, der die Kunden mit Informationen über die Produkte versorge und Preisvergleiche erleichtere. Derzeit hätten zudem zahlreiche Genossenschaften ihren Schwerpunkt auf den Verkauf via Tiktok verlagert, da es dort einen großen Pool von Creators gebe, die effektiv dabei helfen können, Produkte zu bewerben und zu verkaufen.

Temu 2: 90 Prozent der US-Amerikaner kennen die Plattform
88 Prozent der 700 befragten erwachsenen US-Bürger haben schon vom chinesischen Online-Marktplatz Temu gehört. Das berichtet Onlinemarktplatz.de aus einer Studie der Marktforscher von Yougov. Allerdings hätten 56 Prozent dort noch nie etwas gekauft. Und von denen, die dort gekauft haben, hätten nur 24 Prozent angegeben, erneut dort kaufen zu wollen, 15 Prozent schlössen das aus. Im Umfeld des Superbowls habe Temu fünf 30-Sekunden-Spots gesendet.

Halbleiter-Branche nutzt zunehmend E-Commerce
Die weltweite Halbleiter-Industrie wendet sich einem Bericht von DQIndia.com zufolge zunehmend von klassischen Vertriebswegen ab und dem E-Commerce zu. Das bedeute zum einen mehr Arbeit durch den zusätzlichen Kanal. Dieser Aufwand rentiere sich aber durch schnellere Auslieferung, präzisere Daten, direkten Kundenkontakt – und vor allem die Möglichkeit, dass sich Kunden ihre Halbleiter-Produkte selbst konfigurieren. Als Beispiele für erfolgreiche Online-Shops werden die von Intel und von Taiwan Semiconductor Manufacturing genannt.


Betrüger nutzen Paypal-Funktion „Freunde und Familie“ für Betrug
Netzwelt.de beschreibt eine Betrugsmasche über Paypal: Paypal-Kunden erhalten eine Nachricht, an sie sei versehentlich Geld gezahlt worden – und diese Überweisung gibt es auch. Sie werden gebeten, die Summe per „Freunde und Familie" zurückzuschicken. Gekommen war das Geld aber via „Waren und Dienstleistungen“, also mit Käuferschutz, und darüber holen sich die Betrüger ihre Zahlung zurück. Netzwelt.de rät, stattdessen die Zahlung aufzurufen und „Rückzahlung senden“ zu wählen. Vielleicht ein Tipp, mit dem Online-Shops bei ihren Kunden punkten können.

34 Millionen Roblox-Zugangsdaten im Darknet
Einer Studie des IT-Sicherheitsunternehmens Kaspersky zufolge sind im Darknet 34 Mio. Zugangsdaten für die Spieleplattform Roblox aus den Jahren 2021 bis 2023 zum Verkauf angeboten worden, berichtet ZDNet.de. Die große Zahl erkläre sich dadurch, dass Cyberkriminelle besonders gerne Kinder ins Visier nehmen, da diese sehr empfänglich für verschiedene Arten von Social Engineering seien.

Studie 1: Jedes zweite mittelständische Unternehmen ist krisengefährdet
22 Prozent der mittelständischen Unternehmen fördern aktiv ihre Widerstandskraft gegen Krisen – indem sie Kunden und Personal langfristig halten, IT-Systeme sicher machen oder Rücklagen bilden und sich gegen Ausfälle versichern. 33 Prozent bleiben untätig oder wägen noch geeignete Maßnahmen ab (45 Prozent). Das schreibt die R+V Versicherung aufgrund einer Umfrage unter 200 Entscheidern und 1.000 Beschäftigten. Dennoch seien 82 Prozent der Entscheider überzeugt, Krisen gut meistern zu können.

Studie 2: KI kann Lieferkettenarbeit vereinfachen
Generative Künstliche Intelligenz hat für die Lieferketten von Unternehmen in Deutschland großes Potenzial, sagt die Unternehmensberatung Accenture in ihrer Studie „Supply chain networks in the age of generative AI“. 58 Prozent der Prozesse in Lieferketten könnten automatisiert oder erweitert werden. Beispiele seien leicht verständliche Einblicke in Bedarfs- und Kapazitätsplanung, vereinfachte Maschinenwartung und KI-basierte Erstellung von Import-/Exportdokumenten.


NACHHALTIGKEIT

Amazon fährt jetzt auch Bahn
Den Transport zwischen Verteilzentren in Italien und Deutschland will Amazon künftig auf der Schiene abwickeln: Wie Trans.info schreibt, sei eine Vereinbarung mit der italienischen Bahngesellschaft Ferrovie dello Stato getroffen worden, um die Zahl der Lkw-Fahrten zu reduzieren. Die Vereinbarung umfasse drei Züge pro Woche von Duisburg nach Pomezia (via Mercitalia Intermodal) und sechs Rundläufe zwischen Herne und Verona (via TX Logistik).

Tiktok Shop mit neuer Kategorie „Preowned Luxury“
In Großbritannien hat Tiktok in seinem E-Commerce-Bereich Tiktok Shop eine Kategorie für gebrauchte Lususwaren eingerichtet: „Preowned Luxury“. Wie das Unternehmen mitteilt, seien Luxe Collective, Sellier Knightsbridge, Sign of the Times, Hardly Ever Worn It und Break Archive als Partner dabei. Das versetze „die Community in die Lage, authentische Luxusmode zu suchen und zu kaufen“ – und dann folgt der Sinn der Sache – „ohne Tiktok überhaupt zu verlassen“.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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