Google, AI Act, Amazon, DM, Influencer, Walmart, Taiwan, US-Supermärkte, Aldi Australien, Altersverifikation, Sportgreen

Google, AI Act, Amazon, DM, Influencer, Walmart, Taiwan, US-Supermärkte, Aldi Australien, Altersverifikation, Sportgreen

Aktuelle E-Commerce-News: Google, AI Act, Amazon, DM, Influencer, Walmart, Taiwan, US-Supermärkte, Aldi Australien und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

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HANDEL NATIONAL

Google streicht Rechenzentrum in Berlin-Brandenburg
Google streicht sein geplantes Rechenzentrum-Projekt in Mittenwalde bei Berlin, zitiert Heise.de eine Meldung der DPA. Das US-Unternehmen habe die Entscheidung nach gründlicher Prüfung von Machbarkeit, Marktentwicklung und Geschäftsprioritäten getroffen. Google bleibe weiterhin Mieter in bestehenden Rechenzentren der Hauptstadtregion. Das 2023 eröffnete Rechenzentrum in Hanau biete noch Ausbaupotenzial – bislang sei nur eine von drei möglichen Bauphasen realisiert. Am 15. Mai hatte Amazon laut Reuters.com sogar die Eröffnung mehrerer Rechenzentren in Brandenburg angekündigt.

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So kommen Händler in 5 Schritten zur AI Act Readiness
Der AI Act verändert den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) grundlegend – besonders im E-Commerce. Doch welche Systeme sind betroffen? Welche Regeln gelten ab wann und für wen? In ihrem Beitrag auf Etailment.de gibt Rechtsanwältin Kathrin Schürmann einen Überblick, ordnet typische Marketing-KI ein und bietet eine Grundlage für die Auseinandersetzung mit neuen Pflichten. Schürmann ist Mitglied des Etailment.de-Expertenrats.

Gericht verurteilt Amazon wegen irreführender Rabatt-Werbung
Am 14. Juli hat das Landgericht München I Amazon wegen irreführender Preiswerbung bei den Prime Deal Days verurteilt, wie die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg meldet. Der Online-Riese habe Rabatte rechtswidrig beworben, indem er Prozentangaben wie „minus 19 Prozent“ auf unverbindliche Preisempfehlungen statt auf eigene frühere Preise bezogen habe. Nach einem EuGH-Urteil müssten sich solche Preisreduzierungen aber auf den niedrigsten Verkaufspreis der vergangenen 30 Tage beziehen. Amazon verwende stattdessen undurchsichtige „Statt“-Preise und nicht nachvollziehbare Vergleichspreise, kritisiere das Gericht.

DM startet interne Tests für Online-Apotheke
DM startet interne Tests für seine geplante Online-Apotheke, meldet Lebensmittelzeitung.net. Ausgewählte Mitarbeiter hätten bereits Test-Päckchen mit rezeptfreien Medikamenten erhalten. Der Drogerie-Riese wolle zunächst mit Apothekenkosmetik und rezeptfreien Arzneimitteln wie Aspirin oder Voltaren starten – verschreibungspflichtige Medikamente seien zum Launch nicht vorgesehen. Beim Markenamt habe DM den Namen „Nuvapo“ samt eines Logo angemeldet, das Pflaster und Pille in Herzform zeige. Als Starttermin nenne das Unternehmen weiterhin „zweite Jahreshälfte 2025“.

Steuerfahndung jagt Influencer: 300 Mio. Euro Betrugsverdacht
Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW durchleuchtet laut Pressemitteilung ein Datenpaket mit 6000 Datensätzen professioneller Influencer wegen des Verdachts auf Steuerbetrug in Höhe von 300 Mio. Euro. Die Ermittler verfolgten gezielt Content-Creators, die monatlich mehrere zehntausend Euro verdienten, aber nicht einmal eine Steuernummer besäßen. Viele Influencer würden ihren Wohnsitz an Briefkastenadressen nach Dubai verlegen, um dem Finanzamt zu entgehen. Das spezialisierte Team führe bereits 200 laufende Strafverfahren mit durchschnittlich hohen fünfstelligen Fehlbeträgen.


HANDEL INTERNATIONAL

Walmart greift Amazon mit neuer Kampagne frontal an
Walmart startet eine aggressive Marketing-Offensive, um Höherverdiener zu gewinnen und dabei sein Billig-Image abzustreifen, berichtet Modernretail.co. Die neue Kampagne „Who knew?“ zeige Artikel wie eine Sauna, Tanzschuhe, ein Akkordion oder ein Megaphon: Alles Produkte, die man nicht von Walmart erwarten würde und alles nur im Onlineshop bestellbar. Damit positioniere sich der Konzern als direkter Amazon-Konkurrent. Walmart habe seinen Online-Marktplatz auf über 500 Mio. Artikel ausgebaut und biete inzwischen Same-Day-Lieferungen innerhalb einer Stunde an. Die E-Commerce-Sparte sei im ersten Quartal erstmals profitabel geworden.

Taiwan: E-Commerce strauchelt, Service-Provider boomen
Taiwans E-Commerce-Plattformen durchleben schwierige Zeiten, während Service-Provider florieren, berichtet Digitimes.com. Marktführer „Momo“ verzeichne trotz eines Juni-Umsatzes von 9,23 Mrd. Taiwan-Dollar einen Jahresrückgang von 3,5 Prozent. „PChome“ erreiche nach langer Durststrecke erstmals wieder ein minimales Jahresplus von 0,63 Prozent. Dagegen würden Service-Provider wie „91App“ mit 16,26 Prozent Jahreswachstum und „Hsin Hsin Galaxy“ mit 22,35 Prozent neue Rekorde erzielen. Das 618-Shopping-Festival habe beispielsweise den Dienstleistern kräftige Umsatzschübe gebracht, doch die Online-Händler verloren zeitgleich Anteile an chinesische und südkoreanische Plattformen.

USA: Online-Handel verdrängt stationäre Supermärkte
Online-Lebensmittelverkäufe in den USA sprangen im Juni um fast 28 Prozent auf 9,8 Mrd. Dollar, während stationäre Umsätze sanken, berichtet Grocerydive.com. Alle digitalen Kanäle – Lieferung, Abholung und Versand – hätten Zuwächse von mindestens 25 Prozent verzeichnet – die Lieferung sogar 29 Prozent, da sie beinahe immer kostenlos sei. Traditionelle Supermärkte würden außerdem von Walmart und Aldi bedroht: Walmart habe ein Prozent Umsatz gewonnen, Aldi sogar 1,5 Prozent, während die Supermärkte zwei Prozent verloren hätten.

Aldi experimentiert in Australien mit Lieferdienst
Aldi versucht sich in Australien im Quick-Commerce und hat mit Doordash ein Pilotprojekt in Canberra gestartet, berichtet Invidis.de. Kunden könnten über 1.800 Produkte vom frischen Obst bis zu Haushaltswaren per Mausklick zu gewohnten Discounter-Preisen bestellen. Der Service biete kostenlose Lieferung direkt an die Haustür. In Deutschland existiert seit 2023 der Lieferdienst „meinAldi“, bleibt aber auf kleine Testgebiete im Ruhrgebiet beschränkt.


88 Prozent der Europäer täglich im Internet
97 Prozent der 16- bis 29-Jährigen in der EU surfen täglich im Internet; bei der Gesamtbevölkerung seien es immerhin noch 88 Prozent, berichtet Eurostat. Die Generationenlücke schrumpfe: 2014 trennten Jung und Alt noch 24 Prozentpunkte, heute seien es nur noch neun. Besonders ausgeprägt zeige sich der Unterschied bei sozialen Netzwerken: 88 Prozent der Jungen erstellen Profile und posten aktiv, verglichen mit 65 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Spitzensurfer seien die Tschechen mit 99 Prozent, die Deutschen rangierten mit 84 Prozent im unteren Mittelfeld.

Digital Services Act: EU testet Altersverifikations-App
Die Europäische Union startet in fünf Mitgliedstaaten einen Prototyp zur Altersverifikation, um Online-Plattformen bei der Einhaltung des Digital Services Act zu unterstützen, berichtet Theverge.com. Die App ermögliche es Nutzern, ihre Volljährigkeit beim Zugang zu Erwachseneninhalten nachzuweisen, während sie die Kontrolle über ihre Daten behielten. Das System stelle eine temporäre Lösung dar, die 2026 durch die EU Digital Identity Wallet abgelöst werden solle. Dänemark, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien würden nationale Versionen entwickeln.


NACHHALTIGKEIT

Sportgreen spezialisiert sich auf nachhaltige Sportbekleidung
Mit Sportgreen sei der erste Online-Shop gestartet, der sich ausschließlich auf nachhaltige Sportbekleidung spezialisiere, berichtet Eco-World.de. Die Plattform biete im ersten Schritt Marken wie Puma, Asics und Vaude an, deren Produkte zu mindestens 50 Prozent nachhaltig produziert seien oder aus recyceltem Material bestünden. Geplant sei im zweiten Schritt die Eröffnung stationärer Geschäfte in der Rhein-Main-Region sowie letztlich eine Kreislaufwirtschaft, bei der Kunden abgetragene Sportbekleidung zum Recycling abgeben könnten.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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