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E-Scooter landen nicht nur oft im Gebüsch oder stehen quer auf dem Bürgersteig, gekaufte Roller werden öfter als andere Produkte wegen Garantiefällen an den Handel zurückgeschickt. Nach einer Untersuchung der Online-Kaufhäuser Galaxus und Digitec werden rund sieben Prozent als Garantiefälle eingesandt, überwiegend wegen abgebrochener Teile sowie Schäden an Kugellager und Reifen. Die Preiskategorien der Geräte spielten fast keine Rolle. Unterschiede gebe es aber bei den Produktgruppen. Immer w...
HANDEL NATIONAL
HDE stuft einige Ansätze für GWB-Novelle als verfassungswidrig ein
Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet die Pläne für die Novelle des Gesetzes für Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) nach den Ergebnissen eines Gutachtens in Teilen als verfassungswidrig ein. Nach Einschätzung von Professor Martin Nettesheim von der Universität Tübingen bildeten die Gesetzespläne einen neuen ordnungspolitischen Ansatz, führten aber nicht dazu, Lücken im bestehenden Recht zu schließen. Das Bundeskartellamt erhalte Rechte, die ihm nicht zustünden. Die Eingriffsbefugnisse der Behörde nach einer "Störung des Wettbewerbs" verletzten den aus dem Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip folgenden Bestimmtheitsgrundsatz. Dies führe zu einem unzulässigen Eingriff in die unternehmerische Freiheit.
Schwache Erholung der Konjunktur erwartet
Zwei der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für die zweite Hälfte dieses Jahres nur eine schwache Erholung der Konjunktur. Nach der Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Erholung begonnen, die Unsicherheit über die Preis- und Lohnentwicklung löse sich langsam auf. Insgesamt gehen die Ökonomen für 2023 von einem Minus von 0,2 Prozent aus, für 2024 rechnen sie mit einem Anstieg von 1,5 Prozent. Die Wirtschaftsforscher des IfW Kiel erwarten ein Minus von 0,3 Prozent, im Frühjahr lag die Prognose bei plus 0,5 Prozent. Auch sie rechnen mit einem moderaten Anstieg in der zweiten Jahreshälfte. Beide Institute nennen schwache erste sechs Monate als ausschlaggebend für die negativen Einschätzungen. Die Ökonomen in Kiel rechnen mit einem Plus von 1,8 Prozent für 2024.
Amazon ändert die Kriterien bei der Prime-Berechtigung
Nach einer Einigung mit der Europäischen Kommission gelten vom 21. Juni an bei Amazon neue Berechtigungskriterien für Prime-Programme für Verkäufer. Um das Prime-Logo zu erhalten, müssen die Verkäufer die Lieferversprechen je nach Produktkategorie und Art des Lagerorts erfüllen. Die Bestellungen müssen pünktlich ausgeliefert werden, die Rate muss bei mindestens 90 Prozent liegen. Die Händler müssen gültige Informationen für die Verfolgung der Sendungen bereitstellen und die Rate der Stornierungen darf nicht höher als 0,5 Prozent liegen. Händler können sich im Rahmen des Programms für jeden beliebigen Logistiker entscheiden. Der Kauf der Versandetiketten über die Funktion "Versandentgelt kaufen" ist nicht mehr erforderlich.
Defshop übernimmt Stylefile
Ende Juni ist es so weit, Stylefile wechselt unter das Dach von Defshop. Bislang war der Sneaker- und Streetwear-Spezialist ein Tochterunternehmen von Signa Sports United, nun übernimmt ihn der Urbanwear- und Sneaker-Händler aus Berlin. Für ihn bildet Stylefile nach einem Bericht der Textilwirtschaft eine Säule seines Zukunftsplans, obwohl Stylefile im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatzrückgang von neun Prozent auf 53 Millionen Euro verzeichnet hatte. Anfang September stehe die Eröffnung eines neuen Online-Shops, in dem Stylefile in der kompletten Bandbreite zu finden sei, im Kalender. Dieser bestehe aus den drei Komplexen Graffiti, Musik und Gaming. Produkte von Stylefile sollen im Bereich Graffiti platziert werden.
HANDEL INTERNATIONAL
E-Commerce in Südostasien wächst weiter
Der E-Commerce in Südostasien hat sein Wachstum 2022 fortgesetzt und bewegt sich in Richtung 100 Milliarden US-Dollar. Mit 99,5 Milliarden US-Dollar hat sich der Umsatz des Online-Handels um das 1,8-Fache gegenüber 2020 erhöht. Angetrieben wird die Branche von Shopee mit einem Bruttoumsatz von 47,9 Milliarden US, wodurch der Online-Marktplatz nach einer Meldung von Tech in Asia auch weit vor Lazada, Tokopedia und Tiktok Shop liegt. Beim Blick auf die Länder führe Indonesien mit einem Anteil von 52 Prozent des Gesamtumsatzes die Tabelle an, dann folgten Singapur und Malaysia.
Temu überholt Shein in den USA
In den USA hat der chinesische Online-Marktplatz Temu seinen Rivalen Shein beim Blick auf die Verkaufszahlen überholt. Rund ein Jahr nach dem Start hat das Unternehmen des PDD-Konzerns im Vergleich zu Shein rund 20 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet, berichtet Arcamax nach einer Meldung von Bloomberg. Die Zahlen der App-Downloads bei Apple hätten in den ersten sechs Monaten die Zahlen aller anderen Shopping-Apps übertroffen. Temu erreiche aber nur einen Bruchteil der Verkaufszahlen von Amazon. Es bestünden Zweifel, ob Temu sich mit der in China eingesetzten Unternehmensstrategie langfristig in den USA durchsetzen könne, dazu kämen Sicherheitsbedenken in den USA gegenüber chinesischen Unternehmen.
Overstock übernimmt Vermögensanteile von Bed & Bath
Der Online-Handelskonzern Overstock übernimmt Vermögensanteile des insolventen Anbieters von Badezimmereinrichtungen und -zubehör Bed & Bath. Dazu gehören geistiges Eigentum, Geschäftsdaten, die Rechte für mobile Anwendungen und Verbindlichkeiten. Die Transaktion erreicht ein Volumen von 21,5 Millionen US-Dollar, meldet Reuters. Zehn Prozent des Verkaufspreises sei per Barzahlung an einen Treuhänder gegangen.
Asos sieht sich mit der neuen Strategie auf dem richtigen Weg
Der britische Online-Kleiderhändler Asos sieht sich trotz eines Umsatzeinbruchs von 14 Prozent im dritten Quartal des Geschäftsjahres mit der neuen Unternehmensstrategie auf dem richtigen Weg. Für CEO José Antonio Ramos Calamonte steht die Profitibalität im Vordergrund, nicht eine Umsatzsteigerung. Für den Ebit peilt er für die zweite Jahreshälfte einen Bereich zwischen 40 und 60 Millionen Britischen Pfund an, im dritten Quartal lag der bereinigte Ebit bei 20 Millionen Britischen Pfund, berichtet Reuters. In der vergangenen Woche hatten Lieferanten die Verträge gekündigt und der britische Einzelhandelskonzern Frasers Group seine Anteile erhöht, die inzwischen über neun Prozent liegen.
TRENDS & TECH
Kunden wünschen sich mehr Produktinformationen
Unter dem Einfluss der steigenden Lebenshaltungskosten wächst bei den Verbrauchern die Vorsicht beim Einkauf. Nach den Ergebnissen der jährlichen Umfrage von Akeneo haben daher für 66 Prozent der Kunden mehr Produktinformationen eine zentrale Bedeutung. Diese müssten dabei in gleichem Maße auf allen Verkaufskanälen verfügbar sein, 60 Prozent der Kunden beendeten den Kauf bei nicht ausreichenden Informationen vorzeitig. 54 Prozent sendeten ihre Einkäufe aufgrund nicht ausreichender oder falscher Informationen zurück. Auch zeigten sich die Konsumenten preisbewusster und blieben oft bei den Marken ihres Vertrauens.
Verbänden erwarten genaue Definitionen der KI-Kategorien
Das Europäische Parlament hat eine Vereinbarung über die Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI) verabschiedet. Anwendungen, die hohe Risiken für die Sicherheit, hierzu gehört Gesichtserkennung, darstellen können, sollen verboten werden. Danach folgen die Kategorien risikoarm, begrenzt riskant und riskant. Der HDE warnt vor zu starken Einschränkungen. Die Einteilung in die Risikoklassen sei passend, aber es gebe noch Nachbesserungsbedarf. Es gehe darum, welche Anwendung dann welcher Risikoklasse zugeordnet werde. Es müsse eine konkrete Formulierung der Vorgaben geben. Die KI könne dem Einzelhandel bei einer punktgenaueren Steuerung der Warenströme helfen. Auch der Branchenverband Bitkom begrüßt den Ansatz, fordert aber klare und eindeutige Abgrenzungen und Definitionen sowie eine enge und rechtssichere Definition von KI.
Sparende Verbraucher durch Inspiration zum Einkaufen bewegen
Die Universität St. Gallen hat im Rahmen der "Kundeninspirationsstudie" untersucht, wie der Einzelhandel die sparenden Kunden weiterhin zum Einkaufen bewegen kann. Für die Forscher steht dabei die Inspiration der Kunden im Mittelpunkt. So stieg der Anteil der inspirierten Kunden, die mehr Geschäfte aufsuchten, um 92 Prozent, 70 Prozent mehr durchstöberten weitere Abteilungen, die Zahl der Personen, die mehr Produkte kauften, habe um 79 Prozent zugenommen. Dabei steige auch der durchschnittliche Einkaufsbetrag. Für eine erfolgreiche Inspiration, die besonders bei Erlebniskäufern und jüngeren Verbrauchern wirke, sei eine Omnichannel-Strategie ein wesentliches Element. Dabei solle die Inspiration aber im Rahmen bleiben, denn 12,7 Prozent der inspirierten Kunden ärgerten sich im Nachhinein über ihren letzten Einkauf.
Google startet Technologie für virtuelles Anprobieren
Google hat in den USA eine neue Technologie für die Einrichtung virtueller Umkleidekabinen freigeschaltet. Sie basiert auf Künstlicher Intelligenz und bietet den Käufern unterschiedliche Modelle, auf denen sie die Kleidung anprobieren können. Diese umfassen Kleidergrößen von XXS bis 4XL und sind mit unterschiedlichen Hautfarben, Körperformen und Haartypen gestaltet, schreibt Fashion United. Die Kunden erhielten Informationen, wo die jeweiligen Produkte angeboten würden.
NACHHALTIGKEIT
Start-ups: So will Hey circle Mehrweg-Versandlösungen aus der Nische holen
Der E-Commerce hat ein Verpackungsmüll-Problem, das Münchener Start-up Hey circle will helfen, es zu lösen: mit faltbaren Versandboxen und -taschen, die Endkunden nach Gebrauch leer zurückschicken. Ein Rücknahmesystem im stationären Handel und bei Paketdienstleistern ist derzeit in Planung. Im Etailment-Interview stellt die Gründerin Doris Diebold Hey circle vor.
Redakteur
Wolfram Marx ist Journalist und schreibt für etailment unter anderem das Morning Briefing mit den täglichen Nachrichten aus Handel und E-Commerce. Seine Beiträge erschienen zudem in weiteren Fachtiteln der dfv Mediengruppe wie TextilWirtschaft, ahgz und Food Service sowie in der Rheinischen Post und im Reisefachmedium Travel ONE.
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