Kaufland, Lascana, KI-Stellenabbau, Amazon Business, Apple App Store, Revolut + Wero, Douyin, Shein, Digital Commerce, Refurbed

Kaufland, Lascana, KI-Stellenabbau, Amazon Business, Apple App Store, Revolut + Wero, Douyin, Shein, Digital Commerce, Refurbed

Aktuelle E-Commerce-News: Kaufland, Lascana, KI-Stellenabbau, Amazon Business, Apple App Store, Revolut + Wero, Douyin und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Kaufland-Marktplatz hat vierten Geburtstag
Der Kaufland-Marktplatz erreicht nach vier Jahren mit 32 Mio. monatlichen Besuchern und 45 Mio. Produkten laut Pressemitteilung Marktführer-Status. Überraschend seien 3D-Wandpaneele im Format 50x50 Zentimeter das meistverkaufte Produkt – noch vor Gaming-Klassikern. Sonntags zwischen 20 und 21 Uhr bestellen Kunden am liebsten; der Rekord-Warenkorb erreichte 79.022 Euro. Regional zeigten sich kuriose Vorlieben: Mecklenburger kauften Lebensbäume, Hamburger LEGO-Blumensträuße für Erwachsene. Die PlayStation 5 dominiere bundesweit das Gaming-Segment – allein die Schleswig-Holsteiner investierten eine Mio. Euro in Sonys Konsole.

Lascana macht 85 Prozent des Umsatzes online
Die Otto Group-Tochter Lascana steigerte ihren Umsatz im zehnten Jahr in Folge um vier Prozent auf 551 Mio. Euro, wie Textilwirtschaft.de berichtet. Das Hamburger Modeunternehmen profitiere besonders vom Online-Geschäft, das 85 Prozent des Gesamtumsatzes ausmache und um fünf Prozent zulegte – der eigene Online-Shop sogar um neun Prozent. Währenddessen stagniere das stationäre Geschäft: Die über 1000 Shop-in-Shops erreichten lediglich Vorjahresniveau, während die 24 eigenen Filialen immerhin drei Prozent Wachstum schafften.

Jedes vierte Unternehmen erwartet KI-bedingten Stellenabbau
Mehr als jedes vierte Unternehmen rechnet binnen fünf Jahren mit Stellenabbau durch Künstliche Intelligenz, zeigt eine Ifo-Umfrage. Während 27,1 Prozent der Betriebe Jobverluste erwarten, prognostizieren lediglich 5,2 Prozent zusätzliche Stellen. 37,3 Prozent der Industrieunternehmen rechneten mit Personalabbau, im Handel seien es knapp 30 Prozent. Bei tatsächlichem Stellenabbau erwarteten die befragten Firmen durchschnittlich acht Prozent weniger Mitarbeiter. Gleichzeitig entstünden in technologienahen Bereichen neue Chancen: IT-Dienstleister kalkulierten teilweise mit Zuwächsen von über zehn Prozent.


HANDEL INTERNATIONAL

Österreich: Temu klettert auf Platz vier der Marktplätze
Amazon durchbricht die 4,3-Milliarden-Euro-Schwelle und vereint über 40 Prozent aller Online-Ausgaben österreichischer Konsumenten auf sich, zeigt die neue Handelsverband-Studie „Top 100 Webshops in Österreich“. Die drei Spitzenreiter würden mittlerweile 52 Prozent des gesamten E-Commerce-Umsatzes kontrollieren. Zalando folge als zweitgrößter Marktplatz mit 607 Mio. Euro, Ebay als dritter mit 513 Mio. Euro. Bemerkenswert sei der Aufstieg chinesischer Plattformen: Temu habe bereits Rang vier der Marktplätze erreicht. Der österreichische Online-Handel erreichte im letzten Jahr 10,5 Mrd. Euro und damit 15,5 Prozent des Einzelhandelsumsatzes.

Amazon Business hat zehnten Geburtstag
Amazon Business – das B2B-Angebot von Amazon – erreicht zum zehnjährigen Bestehen acht Mio. Kunden weltweit, darunter 38 DAX-Konzerne, wie das Unternehmen mitteilte. Angesichts fragmentierter Lieferketten und verschärfter Compliance-Vorgaben habe man das Portfolio erweitert: Neue Funktionen umfassten verbesserte Nachhaltigkeitsberichte und tiefere Ariba-Integration für EU-Kunden. Das Feature „Rechnung durch Amazon“ konsolidiere Millionen Produkte unter einem Lieferantenrahmen und reduziere dadurch den Verwaltungsaufwand. Ein intelligentes Monitoring-System überwache Unternehmensausgaben in Echtzeit und warne vor ungewöhnlichen Aktivitäten. Die proaktive Budgetierung ermögliche Administratoren, neuen Teammitgliedern direkt Budgets zuzuweisen.

Apple: App Store macht 1,3 Bio. Dollar Umsatz
Der App Store von Apple erzielte 2024 Umsätze und Verkäufe von 1,3 Bio. Dollar, wie Appgefahren.de eine Studie der Boston University und der Analysis Group zitiert. Über 90 Prozent der Erlöse seien dabei provisionsfrei für Entwickler gewesen. Physische Waren und Dienstleistungen hätten mit über einer Bio. Dollar den Löwenanteil ausgemacht, getrieben durch die weltweit explodierende Nachfrage bei Lebensmittel-Lieferungen und -abholungen. Digitale Güter erreichten 131 Mrd. Dollar, In-App-Werbung 150 Mrd. Dollar. Seit 2019 hätten sich alle Kategorien mehr als verdoppelt.

Revolut integriert ab Juli Wero
Die britische Neobank Revolut verstärkt das europäische Bezahlsystem Wero durch ihren Beitritt zur European Payments Initiative, berichtet Heise.de. Ab Juli 2025 könnten Revolut-Nutzer in Deutschland, Belgien und Frankreich Geld per Handy oder E-Mail versenden – ähnlich wie bei Paypal. Wero verzeichne erst 40 Mio. registrierte Nutzer: Mit Revoluts weltweiten 50 Mio. Kunden und monatlich über 500 Mio. Transaktionen dürfte die Reichweite deutlich wachsen.

Douyin erreicht in Hongkong 40 Prozent der Einwohner
Douyin verzeichnet inzwischen drei Millionen monatlich aktive Nutzer in Hongkong und erreiche damit 40 Prozent der Stadtbevölkerung, berichtet Smcp.com. Die chinesische Tiktok-Schwester sei seit Ende 2022 um 150 Prozent gewachsen, nachdem Bytedance die globale App 2020 wegen des nationalen Sicherheitsgesetzes zeitweise nicht angeboten habe. Bytedance plane für die zweite Jahreshälfte eine E-Commerce-Expansion der Plattform mit dem Schwerpunkt Restaurant-Marketing.

25 Verbraucherschützer gehen gegen Shein vor
Der europäische Verbraucherschutz-Dachverband BEUC reichte laut Fashionunited.de gemeinsam mit 25 Organisationen aus 21 Ländern Beschwerde gegen den chinesischen Moderiesen Shein ein. Die Verbraucherschützer werfen dem Unternehmen vor, Kunden durch manipulative „Dark Patterns“ wie gefälschte Rabatte, Countdown-Timer und irreführende Lagerbestände zum Überkonsum zu verleiten. BEUC-Direktor Agustín Reyna betonte, Shein sei „darauf ausgelegt, süchtig zu machen“. Die bei EU-Kommission und Verbraucherschutzbehörden eingereichte Beschwerde folgt auf bereits Anfang 2025 aufgedeckte Verstöße.


Deutsche horten 42 Apps auf dem Smartphone
Deutsche Smartphone-Besitzer sammeln fleißig Apps und kommen auf durchschnittlich 42 zusätzlich installierte Anwendungen, wie eine Bitkom-Befragung zeigt. Besonders sammelwütig seien die unter 30-Jährigen mit 55 Apps, während sich Nutzer über 65 Jahren mit 21 Apps begnügten. Die digitale Anhäufung nehme stetig zu – 2022 seien es erst 25 Apps gewesen. Der deutsche App-Markt wachse entsprechend auf 2,2 Mrd. Euro Umsatz. Paradox dabei: Nur jeder Zehnte lösche regelmäßig ungenutzte Apps, obwohl digitales Ausmisten die Performance deutlich verbessern könne.

Deutsche am unzufriedensten mit digitalen Dienstleistungen
Deutsche zeigen unter fünf untersuchten Ländern die niedrigste Zufriedenheit mit digitalen Dienstleistungen, ergab der Digital Commerce Report von Publicis Sapient. Das Gesundheitswesen erlebe den stärksten Zufriedenheitssprung von 28 auf 42 Prozent, während Banken (56 Prozent) und der Einzelhandel (51 Prozent) weniger deutlich zulegen würden. Exklusive Rabatte lockten zwar 38 Prozent zur Profilregistrierung, doch ein Drittel verweigere grundsätzlich die Datenweitergabe. Hauptärgernisse seien Kundenservice-Probleme, Datenschutzsorgen und Performance-Schwächen.


NACHHALTIGKEIT

Refurbed schreibt erstmals schwarze Zahlen
Der Wiener Online-Händler Refurbed sei einer der ersten europäischen Anbieter, der mit aufbereiteten Geräten Profitabilität erreicht habe, meldet Channelx.world. Allein Irland trage 100 Mio. Euro zum Umsatz bei – über 300.000 aufbereitete Geräte seien dort verkauft worden. Das Sortiment umfasse 25.000 Produkte von Smartphones bis E-Bikes, die bis zu 40 Prozent günstiger als beim entsprechenden Neukauf angeboten würden. Refurbed operiere mittlerweile in elf europäischen Ländern und habe bereits über zwei Mrd. Euro Handelsvolumen generiert. Seit der Gründung im Jahr 2017 habe das Unternehmen dabei beachtliche Ressourcen gespart: 270.000 Tonnen CO2 und 94 Mrd. Liter Wasser.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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