Knuspr, Bettermile, Zahlungsarten, Social Chain, Tiktok, E-Mail, Black Entrepreneurs, Lush, Getir, Apple Pay, JD.com, Flick-Prämien

Knuspr, Bettermile, Zahlungsarten, Social Chain, Tiktok, E-Mail, Black Entrepreneurs, Lush, Getir, Apple Pay, JD.com, Flick-Prämien

Aktuelle E-Commerce-News: Knuspr, Bettermile, Zahlungsarten, Social Chain, Tiktok, E-Mail, Black Entrepreneurs, Lush und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
8 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Supermarkt Knuspr trickst, um auch sonntags zu liefern
Der Online-Supermarkt Knuspr, aktiv in München und Rhein-Main, wagt den Tabubruch: Den Münchner Kunden will man künftig auch an Sonn- und Feiertagen Lebensmittel nach Hause liefern. FAZ.net berichtet, das Unternehmen habe dafür eine Gastro-Tochter gegründet, die in der Münchner Innenstadt das „Knuspr Café“ betreiben wird, als „Verkaufsstandort im Stile eines Hofladens“. Ein cleverer, aber auch durchschaubarer Trick, denn im Gegensatz zu den Lieferdiensten ist Gastrobetrieben die Sonntagslieferung erlaubt. Knuspr versucht gar nicht erst, dies zu verschleiern, sondern gibt bekannt, das Sonntags-Sortiment umfasse mit bis zu 9.000 Artikeln fast das gesamte reguläre Angebot. Juristisch fühlt man sich offenbar sicher: „Die derzeitige Lösung kann für uns nur ein Anfang sein“, sagt Knuspr-Geschäftsführer Stephan Lüger und hofft „auf viele Nachahmer“. Man darf gespannt sein, ob dies der Anfang vom Ende des Sonntagslieferverbots ist, oder ob Knuspr bald kleinere Brötchen backen muss.

girocard mit neuen Funktionen
Die girocard ist mit Abstand die beliebteste bargeldlose Zahlungsmethode in Deutschland. Damit das so bleibt, wird sie umfangreich weiterentwickelt. Händler können über eine Umfrage ihre Ideen dazu äußern. Mehr lesen

Zehn-Minuten-Lieferfenster: So will Bettermile Zustellquoten und Tracking verbessern
Das Berliner Start-up Bettermile will den Zustellprozess auf der „Letzten Meile“ durch KI verbessern – und so Frust bei Paketempfängern verringern. Seine geodatenbasierte SaaS-Lösung für Routenplanung und Tracking passt Lieferrouten in Echtzeit an und soll auch den Zustellern das Leben erleichtern. Etailment stellt das Start-up vor.

Stationär vs. Online: Große Unterschiede bei Zahlungsarten
Die Studie „Online-Payment 2023“ des Beratungsinstituts EHI Retail hat die Anteile der Zahlungsdienstleister und -arten im deutschen Handel untersucht. Kernaussage: Die marktführenden Zahlungsarten im stationären Handel hinken online hinterher, dafür sind die beliebtesten Payment-Methoden im E-Commerce im stationären Handel wenig vertreten. Vor Ort Handel wurde im letzten Jahr zu einem Großteil mit der Girocard (41,9 Prozent) oder bar (37,5 Prozent) bezahlt. Ganz anders im E-Commerce, wo Paypal (29,6 Prozent) und der Kauf auf Rechnung (23,8 Prozent) die Beliebtheitsskala anführen. Für Paypal, das im stationären Handel unter 0,1 Prozent liegt, zeigt sich eine Wachstumschance; ebenso könnte Giropay online zulegen, nachdem es das entsprechende Verfahren jüngst deutlich verbessert habe, so die EHI-Studie. In jedem Fall dürfte die Mehrkanalfähigkeit zu einem wichtigen Erfolgsfaktor für Zahlungsdienstleister werden, da Handelsunternehmen bei der Auswahl zunehmend kanalübergreifend denken.

Social Chain: Bafin moniert millionenschwere Buchungsfehler
Die Finanzaufsicht Bafin hat millionenschwere Fehlbuchungen in der Bilanz für 2021 des Berliner E-Commerce-Unternehmens The Social Chain AG festgestellt, wie Manager-Magazin.de berichtet. Die Firma soll in der Kapitalflussrechnung ein Bankdarlehen in Höhe von 50 Millionen Euro fälschlich als Cashflow aus operativer Tätigkeit erfasst haben, ebenso wie Eingänge aus dem Verkauf von Aktien in Höhe von 9,3 Millionen Euro. Social Chain räumte „fehlerhafte Zuordnungen von Transaktionen“ ein. Die Korrekturen seien bereits vor der Veröffentlichung durch die Bafin im Konzernabschluss berichtigt und im Geschäftsbericht 2022 kommuniziert worden; darüberhinaus sei die Korrektur auch ausführlich auf der Hauptversammlung im Juni zur Sprache gekommen. Die Firma mit den Aushängeschildern Georg Kofler und Ralf Dümmel ist spezialisiert auf Markenentwicklung und Omnichannel-Vertrieb. Nachdem 2021 ihr Börsenwert zwischenzeitlich auf über 800 Millionen Euro gestiegen war, ist er seitdem um über 90 Prozent gesunken.


HANDEL INTERNATIONAL

Tiktok trägt 1,6 Milliarden Pfund zum britischen BIP bei
Die Videoplattform Tiktok hat verschiedene E-Commerce-Zahlen für Großbritannien veröffentlicht. Auf Tiktok Handel treibende britische kleine und mittelgroße Unternehmen sollen 1,6 Mrd. Pfund zum britischen Bruttoinlandsprodukt beigetragen haben. Tiktok ist erst 2018 im Vereinigten Königreich gestartet und hat sich seitdem offenbar im Eiltempo entwickelt zu der Plattform, mit der Mittelständler neue Zielgruppen zu erreichen. Auf ähnliche Zahlen kommt ein Bericht der Unternehmensberatung Oxford Economics: Werbung und andere Aktivitäten auf Tiktok sollen dem britischen Mittelstand im Jahr 2022 Einnahmen in Höhe von 1,2 Mrd. Pfund eingebracht haben, wie ChannelX.world berichtet.

Direct-to-Consumer: E-Mail ist wichtigster Kontaktkanal
Eine Studie der Marketingspezialistin Annalect im Auftrag von United Internet Media hat die Relevanz der E-Mail-Inbox für den D2C-Handel untersucht, wie ibusiness.de berichtet. Befragt wurden 6.000 Kunden im DACH-Raum, die mindestens einmal pro Quartal online einkaufen, 86 Prozent von ihnen direkt bei Marken und Herstellern. Der Kanal E-Mail spiele für sieben von zehn der Befragten eine „große Rolle“, um mit der Marke in Kontakt zu treten. Als Umsatztreiber erweisen sich Newsletter, die eine deutliche Mehrheit der Online-Shopper abonniert hat. Ein empfangener Newsletter habe schon bei 76 Prozent direkt zu einer Bestellung geführt. Auch bei der Kontaktaufnahme bevorzugen die Kunden mit 71 Prozent die E-Mail gegenüber Alternativen wie Kontaktformular oder Telefon.

Sean ‚Diddy‘ Combs lanciert Shop für „Black Entrepreneurs“
Der Rapper und Unternehmer Sean ‚Diddy‘ Combs hat eine kuratierte E-Commerce-Plattform namens „Empower Global“ lanciert, auf der ausschließlich Produkte verkauft werden sollen, die von „Black Entrepreneurs“ hergestellt oder vertrieben werden. Als Ziele für die neue Plattform formuliert er, diese solle „schwarzen Unternehmern Auftrieb geben, das Geld in unserer Gemeinschaft zirkulieren lassen und ‚Buying Black‘ zum Lifestyle machen.“ Beim Launch waren bereits über 70 Marken mit mehr als 1000 Artikeln verfügbar; monatlich sollen weitere hinzukommen.

Lush bezahlt Abschied von sozialen Medien teuer
Der Londoner Händler von Düften und Beautyprodukten Lush beschloss vor zwei Jahren den Rückzug aus den sozialen Medien als Teil der Strategie, sich als ethisch orientierter Einzelhändler zu positionieren. Man wollte sich und seine Kunden nicht „schlechten Einflüssen“ aussetzen und kalkulierte Umsatzeinbußen von rund 10 Mio. Pfund ein. In einem Interview mit der englischen Zeitung „Telegraph“, über das Konsider berichtet, gibt nun CEO und Co-Gründer Mark Constantine zu, dass es vermutlich deutlich mehr wurde: Zuletzt sank der Umsatz von Lush auf dem Kontinent um 30 Prozent. Constantine macht dafür vor allem den Imageverlust durch den Brexit und die Inflation in Europa verantwortlich, aber auch die Abwesenheit auf den digitalen Kanälen habe wohl größere Auswirkungen gehabt als erwartet: „Statt 10 Mio. Pfund Umsatz könnten auch 10 Millionen Pfund Gewinn oder 10 Prozent unseres Markenumsatzes von 800 Millionen Pfund gewesen sein.“ Rückgängig wolle er die Entscheidung nicht machen, sondern hoffe, die Verluste langfristig durch eine größere Wertschätzung der Marke auszugleichen.

Gorillas-Käuferin Getir muss offenbar hart sparen
Der türkische Schnelllieferdienst Getir steht Monate nach der Übernahme des deutschen Rivalen Gorillas vor drastischen Einschnitten. Derzeit verbrenne die Firma zwischen 80 und 100 Millionen Dollar monatlich, wie Handelsblatt.com unter Berufung auf mehrere Personen berichtet. Um Sparforderungen nachzukommen, verließ Getir bereits Frankreich, Spanien und Portugal; inzwischen soll überlegt werden, auch die Niederlande und Italien aufzugeben. Am Ende dieses Schrumpfprozesses wäre Getir nur noch auf dem Heimmarkt Türkei, in Großbritannien, den USA und Deutschland aktiv – der Expansionskurs aus der Coronazeit wäre endgültig gescheitert.


Apple bringt „Tap to Pay“ für das iPhone nach Europa
Das iPhone ist mit Apple Pay schon seit 2018 auch eine Multi-Kreditkarte für kontaktlose Zahlungen. Nun folgt die Gegenrichtung: Mit der Funktion „Tap to Pay“ kann jedes iPhone auch ohne weitere Hardware zum Kreditkartenterminal werden, was besonders für Inhaber kleiner Geschäfte interessant sein dürfte. Der neue Dienst ist in den USA bereits verfügbar und soll nun auch in Großbritannien sowie später in weiteren EU-Ländern einschließlich Deutschland eingeführt werden Damit kann ein iPhone ein NFC-Terminal emulieren und somit kontaktlose Zahlungen durch Auflegen einer physischen Kreditkarte annehmen. Und weil auch die zahlende Person ihre Kreditkarte via iPhone präsentieren kann, werden so quasi nebenbei auch einfache Zahlungen von iPhone zu iPhone möglich.

JD.com präsentiert eigene KI-Plattform Chat-Rhino
Keine Woche vergeht, ohne dass ein weiterer Online-Riese eine eigene KI-Plattform ankündigt. Diesmal ist es Chinas zweitgrößte E-Commerce-Plattform JD.com, die mit Chat-Rhino ebenfalls ein Large-Language-Model für Unternehmen angekündigt hat, wie vor einigen Tagen Konkurrent Alibaba, berichtet techinasia.com. In einer ersten Phase soll Chat-Rhino unternehmensintern in verschiedenen Bereichen wie E-Commerce, Logistik und Marketing angewandt werden, später auf komplexere Aufgaben erweitert und im ersten Halbjahr 2024 dann auch externen Unternehmenskunden zur Verfügung gestellt werden.


NACHHALTIGKEIT

Flick-Prämien für Kleider und Schuhe in Frankreich
700.000 Tonnen an weggeworfener Kleidung fallen in Frankreich jedes Jahr an. Wie Le Monde berichtet, will die französische Regierung die Bevölkerung nun ermutigen, künftig Schuhe und Kleidung vermehrt reparieren oder flicken zu lassen, statt sie wegzuwerfen. Dazu wird ab Oktober ein Prämienprogramm aktiviert. Im Rahmen der neuen Regelung können sich Kunden aus einem Fonds von 154 Mio. Euro, der für den Zeitraum 2023-28 eingerichtet wurde, jeweils 7 Euro für die Reparatur eines Absatzes bzw. 10 bis 25 Euro für das Flicken von Kleidung erstatten lassen. Die Beihilfezahlungen orientieren sich den Reparaturprämien für Haushaltsgeräte und sind Teil einer umfassenden Reform des Textilsektors, die von der französischen Regierung Ende 2022 eingeleitet wurde. Weiteren Ziele seien, Marken zu einer besseren Rückverfolgbarkeit zu zwingen, und Unternehmen, die sich auf die Wiederverwendung und das Recycling von Kleidung spezialisiert haben, finanziell zu unterstützen.
Knuspr, Bettermile, Zahlungsarten, Social Chain, Tiktok, E-Mail, Black Entrepreneurs, Lush, Getir, A

Teilen
Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.