3D-Illustration zu Kündigungsbutton, Amazon, Sparquote und digitalen Bezahldiensten im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Kündigungsbutton, Amazon, Ceconomy, Sparquote, Konsumklima, Whatnot, Paypal + ChatGPT, Twint, Revolut, BNPL, Influencer-Strategien

Aktuelle E-Commerce-News: Kündigungsbutton, Amazon, Ceconomy, Sparquote, Konsumklima, Whatnot, Paypal + ChatGPT, Twint und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

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HANDEL NATIONAL

Kündigungsbutton darf Alternativen anbieten
Das Oberlandesgericht Düsseldorf erlaubt Unternehmen, beim Kündigungsbutton auf Alternativen hinzuweisen, berichtet Onlinehaendler-News.de. Im Rechtsstreit zwischen Verbraucherzentrale und FitX entschieden die Richter, Hinweise wie „Vertrag pausieren“ seien zulässig, solange der Kündigungsvorgang einfach und unmittelbar bleibe. Zusätzliche Informationen dürften die Hauptfunktion nicht überlagern oder aufdringlich wirken. Unzulässig sei jedoch die Beschriftung „Vertrag finden“ für die finale Kündigungsschaltfläche – diese erwecke den Eindruck, Kunden müssten erst ihren Vertrag suchen statt endgültig zu kündigen.

Amazon strafft Prime-Regeln fürs Weihnachtsgeschäft
Amazon verschärft zwischen dem 2. November und dem 10. Januar die Prime-Anforderungen in acht europäischen Ländern, darunter Deutschland, wie der Marktplatz im Sellercentral mitteilt. Für eine Prime-Berechtigung müssten Händler bei niedrigpreisigen Standardartikeln 25 Prozent ihrer Inlandslieferungen binnen zwei Tagen zustellen. Bei Übergrößen seien zehn Prozent in maximal drei Tagen gefordert, bei extragroßen Artikeln fünf Prozent in maximal fünf Tagen. In Deutschland erhielten die schnellsten 85 Prozent der Prime-Angebote das Prime-Logo, sofern die Lieferzeit sechs Tage nicht überschreite.

Ceconomy übertrifft Gewinnprognose
Ceconomy, Mutterkonzern von Mediamarkt und Saturn, hat laut Handelsmitteilung das Geschäftsjahr 2024/25 mit einem bereinigten Umsatzplus von 5,7 Prozent auf 23,1 Mrd. Euro abgeschlossen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern sei um etwa 25 Prozent auf rund 380 Mio. Euro gestiegen und habe damit die aktualisierte Prognose von 375 Mio. Euro leicht übertroffen. Besonders bemerkenswert zeige sich die Kundenzufriedenheit: Der Net Promoter Score habe mit 61 Punkten einen Rekordwert erreicht, was auf deutlich verbesserte Kundenerfahrung und gestiegene Loyalität hindeute.

Sparquote sinkt auf langjähriges Durchschnittsniveau
Deutsche Haushalte sparten im ersten Halbjahr 10,3 Prozent ihres Einkommens und lagen damit unter dem Vorjahreswert von 11,1 Prozent, teilt das Statistische Bundesamt zum Weltspartag mit. Die Quote entspreche dem langjährigen Durchschnitt seit 2000, nachdem die Corona-Jahre mit 15,1 Prozent deutliche Ausreißer darstellten. Pro Kopf legten die Deutschen monatlich rund 270 Euro zurück. Im internationalen Vergleich zeige sich Deutschland mit einer Bruttosparquote von 20,0 Prozent sparsamer als der EU-Durchschnitt von 14,6 Prozent, bleibe aber hinter der Schweiz mit 26,1 Prozent zurück.

Einkommenssorgen drücken Konsumklima auf Jahrestief
Das GfK-Konsumklima rutscht im November auf minus 24,1 Punkte und setzt damit seinen Abwärtstrend fort. Verantwortlich sei der Absturz der Einkommenserwartung um 13 Zähler auf 2,3 Punkte – der schwächste Wert seit März. Geopolitische Spannungen und wachsende Inflations- und Arbeitsplatzängste trübten die Stimmung erheblich. Die Anschaffungsneigung verbleibe trotz leichter Zugewinne im Keller, während hohe Lebensmittel- und Energiepreise die Kaufzurückhaltung befeuerten.


HANDEL INTERNATIONAL

Amazon kappt fast jede zehnte Unternehmensstelle
Amazon streicht ab Dienstag bis zu 30.000 Stellen im Unternehmensbereich, meldet Reuters.com. Der Konzern reagiere damit auf Überbeschäftigung aus der Pandemiezeit. Betroffen seien knapp zehn Prozent der 350.000 Corporate-Mitarbeiter, unter anderem in Personalwesen, Betrieb und Amazon Web Services. Es handle sich um den größten Stellenabbau seit Ende 2022, als rund 27.000 Positionen wegfielen. Analyst Sky Canaves sehe darin KI-bedingte Produktivitätsgewinne, die den massiven Personalabbau erst ermöglichten.

Whatnot sammelt 225 Mio. Dollar ein
Die Live-Shopping-Plattform Whatnot hat 225 Mio. Dollar in einer Serie-F-Finanzierungsrunde eingesammelt, wie das Unternehmen in seinem Blog mitteilt. Die Plattform habe 2025 bereits über 6 Mrd. Dollar Umsatz durch Live-Verkäufe generiert und rangiere auf Platz eins der Shopping-Apps im Apple App Store. Das frische Kapital fließe in Marketing zur Käufergewinnung, in Sicherheits- und Vertrauenssysteme sowie in die globale Expansion. Zudem plane Whatnot KI-gestützte Tools, die Verkäufern – von Familienunternehmen bis Solo-Selbstständigen – das Geschäft erleichtern sollen.

Paypal wird als Bezahlmethode in ChatGPT integriert
Paypal startet eine Kooperation mit OpenAI, um Käufe direkt über ChatGPT abwickeln zu können, berichtet Stern.de. Wann die Funktion in Deutschland verfügbar sei, bleibe unklar. Das Unternehmen legte unterdessen starke Quartalszahlen vor: Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 8,42 Mrd. Dollar, der Gewinn um zwölf Prozent. Die ungebrochene Kauflaune der Verbraucher treibe das Wachstum. Erstmals stelle Paypal seinen Aktionären eine Dividende in Aussicht.

Twint öffnet Infrastruktur für Stablecoins und E-ID
Twint öffnet seine Infrastruktur künftig für Anbieter digitaler Währungen und die kommende Schweizer E-ID, berichtet ITMagazine.ch. Die führende Schweizer Bezahl-App starte nun den Dialog mit möglichen Partnern. Anbieter regulierter digitaler Währungen – etwa durch Schweizer Franken gedeckte Stablecoins oder tokenisierte Einlagen – könnten dann auf die Twint-Plattform zurückgreifen, ebenso Entwickler von E-ID-Lösungen. CEO Markus Kilb betone, man wolle die digitale Souveränität der Schweiz im Alltag stärken. Nutzern bliebe freigestellt, welche Dienste sie nutzen.

Revolut sichert sich Banklizenz in Mexiko
Die britische Neobank Revolut erhält als erste unabhängige Digitalbank eine Vollbanklizenz für Mexiko, berichtet Heise.de. Die Genehmigung der Nationalen Bank- und Wertpapierkommission sowie der mexikanischen Zentralbank ermögliche Revolut, künftig umfassende Finanzdienstleistungen mit staatlicher Einlagensicherung von bis zu 159.000 Euro anzubieten. Die Expansion baue auf der Präsenz in den USA und Brasilien auf, weitere Lizenzen in Kolumbien und Argentinien seien angestrebt.


Jeder zweite US-Käufer setzt auf Ratenzahlung
Die Hälfte der US-Shopper will dieses Jahr seine Weihnachtseinkäufe per Ratenzahlung finanzieren, zeigt laut Retaildive.com eine Paypal-Umfrage. Budgetkontrolle und Erschwinglichkeit seien die Hauptmotive. Über die Hälfte kaufe eher, wenn „Buy now, pay later“ angeboten werde – ein Viertel der Gen Z und der Millennials nutze BNPL-Angebote bereits regelmäßig. Auch Online-Händler würden profitieren: Der durchschnittliche Bestellwert steige durch die Bezahlmethode bei den Großen um 91 Prozent, bei kleineren Shops um 62 Prozent.

BVDW zeigt Influencer-Strategien für Online-Händler
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft hat ein Whitepaper zum strategischen Einsatz von Influencern im E-Commerce veröffentlicht. So habe sich Tiktok Shop als geschlossenes Ökosystem etabliert, in dem Nutzer vom Produktentdecken bis zum Checkout die Plattform nicht verlassen müssten. Erfolgreiche Händler setzten auf Multichannel-Strategien: Tiktok für virale Reichweite, Instagram und Facebook für den Abverkauf und Youtube für ausführliche Produktdarstellungen. Mikro- und Nano-Influencer erzielten trotz kleinerer Reichweite oft höheres Engagement als prominente Werbegesichter – authentischer Spielraum übertreffe strikte Markenkontrolle.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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