Lieferando, Judes Family, Clouddienste, Hawesko, Amazon, Oasis, Noplace, KI-Patente, Brasilien, Disketten, Google, Culturati

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Aktuelle E-Commerce-News: Lieferando, Judes Family, Clouddienste, Hawesko, Amazon, Oasis, Noplace, KI-Patente, Brasilien und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Lieferando hat bereits 24 Betriebsratsgremien
Mit 24 Betriebsratsgremien und rund 200 gewählten Vertretern, die etwa ein Drittel der Liefergebiete abdecken, verzeichnet der Lieferdienst Lieferando einen deutlichen Anstieg der betrieblichen Mitbestimmung, berichtet Capital.de. Trotzdem sei die Zusammenarbeit zwischen Management und Betriebsräten angespannt, mit gegenseitigen Vorwürfen und häufigen Gerichtsverfahren. Die Gewerkschaft NGG fordert einen Tarifvertrag mit einem Mindestlohn von 15 Euro pro Stunde und plant für die zweite Jahreshälfte Streiks.

Windel-Start-up Judes Family: Umweltbewusst wickeln ohne Falten und Knöpfen
Nele Schellschmidt und Leon von Klitzing wurden kurz nach der Geburt ihres Sohnes zu Gründern – aus Mangel an praktikablen Alternativen zur Wegwerfwindel. Mit einem Wickelsystem ohne Einwegplastik, aber mit Klettverschluss wollen sie umweltbewussten Eltern den Alltag erleichtern. Im Etailment-Interview erzählen die Gründer von Judes Family ihre Geschichte.

81 Prozent der Unternehmen nutzen Cloud Computing
81 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen bereits Cloud Computing und betreiben 38 Prozent ihrer IT-Anwendungen aus der Cloud, so der „Cloud Report 2024“ des Bitkom. In fünf Jahren wird der Anteil bei 54 Prozent liegen. Hauptgründe sind die Digitalisierung interner Prozesse (61 Prozent) und die Umstellung auf Plattformen und Software-as-a-Service (61 Prozent). Künstliche Intelligenz nimmt als Cloud-Anwendung an Bedeutung zu, 2029 werden 34 Prozent der Unternehmen sie einsetzen. Trotz Fachkräftemangel und Sicherheitsbedenken planen momentan 54 Prozent der Unternehmen Investitionen in die Cloud.

Paketsendungen nahmen 0,6 Prozent zu
Laut Bundesverband Paket und Expresslogistik stieg die Zahl der in Deutschland versandten Pakete im Jahr 2023 um 0,6 Prozent auf 4,175 Mrd. an. Der Anstieg wird auf steigende Löhne und den zunehmenden Onlinekonsum zurückgeführt. Während die B2C-Sendungen zunahmen, gingen die B2B-Sendungen aufgrund der schwachen Konjunktur zurück. Bis 2028 rechnet die Branche mit einem Wachstum auf 4,7 Mrd. Sendungen. Sie beschäftigte 2023 rund 260.500 Mitarbeiter, ein Prozent mehr als im Vorjahr.

Hawesko stellt 20 Roboter ein
Der Online-Weinhändler Hawesko hat in Zusammenarbeit mit Geekplus und Körber mehr als 20 autonome Roboter in seinem Lager in Tornech eingeführt. Laut einer Pressemitteilung von Geekplus konnte dadurch die Lagerleistung um 50 Prozent gesteigert und die Kommissionierleistung mehr als verdoppelt werden. Die digitale Logistikplattform von Körber steuert alle Lagerprozesse und optimiert den Einsatz der automatisierten Technologien, die Roboter bedienen 330 Regale.


EM 2024

EM: Die „Euro 2024 Mystery Box“ ist Betrug
Betrüger nutzen die Fußball-Europameisterschaft, um mit gefälschten Gewinnspielen an persönliche Daten und Geld zu gelangen. Laut Watchlist-Internet.at locken sie mit einer angeblichen „Uefa Euro 2024 Mystery Box“ für 1,95 Euro Versandkosten, verstecken aber in den Geschäftsbedingungen ein Monatsabo für 45 Euro. Betrugsopfern wird empfohlen, das Abo zu kündigen und die Kreditkarte zu überprüfen.


HANDEL INTERNATIONAL

EU sägt an der Zoll-Freigrenze
Die Europäische Kommission erwägt die Abschaffung der derzeitigen Zollfreigrenze, berichtet Reuters.com. Im Jahr 2023 kamen zwei Mrd. Pakete mit einem Wert von weniger als 150 Euro in der EU an, ein Boom, der durch chinesische Online-Händler wie Temu, Shein und AliExpress ausgelöst wurde, deren Geschäftsmodell auf der Ausnutzung der Ausnahmeregelung beruht. Mit der Abschaffung will die EU diese Importflut eindämmen und faire Wettbewerbsbedingungen für den europäischen Onlinehandel schaffen.

Amazon rüstet sich für den Prime Day
Amazon baut seine Angebote für den zehnten Prime Day (16.-17. Juli 2024) weiter aus. Wie Businessinsider.com berichtet, wird es neben Rabatten auf Elektronik und Mode auch kostenlose Testabos für Dienste wie Amazon Fresh, Music Unlimited, Kindle Unlimited und Audible Premium Plus geben. Auch auf hauseigene Geräte wie Ring-Türklingeln und Fire TVs sind starke Preisnachlässe geplant. In den USA sind laut Backlinko.com bereits 170 Mio. Nutzer Prime-Abonnenten, was rund drei Viertel der Gesamtkundschaft entsprechen dürfte.

Südkorea: Oasis will 11Street übernehmen
Der südkoreanische Lebensmittel-Lieferdienst Oasis plant die Übernahme der Shopping-Plattform 11Street, berichtet Kedglobal.com. Brancheninsidern zufolge ist ein Aktientausch geplant, bei dem die 11Street-Aktionäre rund 25 Prozent an Oasis erhalten sollen. Im Mai war 11Street nach Coupang und Aliexpress die drittgrößte E-Commerce-Plattform in Südkorea. Das Land ist mit einem Volumen von rund 160 Mrd. Euro der fünftgrößte E-Commerce-Markt der Welt.


Noplace innerhalb eines Tages beliebteste App
Die Social Media App „Noplace“ wurde am Mittwoch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und erreichte sofort die Spitze des App Stores. Sie bietet anpassbare Profile wie das frühe MySpace und konzentriert sich auf textbasierte Updates wie das frühe Twitter. Die Nutzer sehen einen chronologischen Feed statt eines algorithmischen wie beim frühen Facebook. Auf Fotos und Videos wird verzichtet, wie Techcrunch.com berichtet. Für Vorschläge und Zusammenfassungen wird allerdings eine moderne KI eingesetzt.

China beantragt sechsmal mehr KI-Patente als die USA
Laut Daten der Weltorganisation für geistiges Eigentum hat China zwischen 2014 und 2023 mehr als 38.000 Patentanmeldungen eingereicht, sechsmal mehr als die USA, die mit 6.276 Anmeldungen auf Platz zwei liegt. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum mehr als 50.000 Patente für generative KI angemeldet, ein Viertel davon allein im Jahr 2023. Zu den führenden Antragstellern gehören ByteDance, Alibaba und Microsoft.

Rücksendebetrüger kassieren über eine halbe Mio. Euro
Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hat sieben Personen wegen Betrug bei Onlinebestellungen angeklagt, berichtet Golem.de. Die Beschuldigten sollen über die Telegram-Gruppe „Germanrefundcrew“ rund 600 Betrugstaten begangen und dabei mehr als 530.000 Euro von zwei großen Onlineversandhändlern erbeutet haben. Die Masche bestand darin, Retouren nur vorzutäuschen und trotzdem den Kaufpreis erstattet zu bekommen. Die Ermittlungen gegen weitere Beteiligte der Gruppe dauern an.

Das digitalste Land der Welt: Brasilien
Brasilien führt laut des Pymnts-Berichts „How the World Does Digital“ die globale digitale Transformation an. Mit durchschnittlich 361 „digitalen Aktivitätstagen“ pro Monat liegt das Land weit vor dem Mittelwert von 276 Tagen, den Großbritannien erreicht, und vor den Schlusslichtern Deutschland und Japan. Besonders populär sind Videostreaming, Mobile Banking und Mobile Gaming. Die hohe digitale Aktivität wird durch eine starke Infrastruktur begünstigt, mit 92 Prozent der Bevölkerung, die Zugang zu mindestens 4G-Netzwerken haben. („Aktivitätstag“ bedeutet, dass Brasilianer im Durchschnitt 361 verschiedene digitale Aktivitäten pro Monat durchführen, oder etwa 12 pro Tag.)

Mahnungen per SMS nicht verboten
Auf Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands hat das Oberlandesgericht Hamm dem Inkassounternehmen Riverty untersagt, unberechtigte Forderungen per SMS zur Zahlung aufzufordern. Das Gericht sah im konkreten Fall eine SMS mit dem Text „Ihre Zahlungsfrist läuft ab! Zahlen Sie am besten noch heute. Hier Ihr Link zur Online-Zahlung:...“ eine irreführende Behauptung über einen nicht existierenden Kaufvertrag mit Amazon. Ein generelles Verbot von Mahnungen per SMS, wie in der Klage gefordert, lehnte das Gericht jedoch ab.

Der E-Commerce braucht „unsichtbare Erlebnisse“
Der von Forrester geprägte Begriff „Unsichtbare Erlebnisse“ beschreibt die Fähigkeit von Unternehmen, proaktiv und nahtlos auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Diese Erlebnisse erfordern eine robuste Infrastruktur für die Datenverarbeitung unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Unternehmen wie Vodafoneziggo, Revzilla und Electrolux erzielen damit bereits Umsatzsteigerungen und verbesserte Kundenbindung. Der Unterschied zwischen einer normalen Webpräsenz und „unsichtbaren Erlebnissen“ sei wie zwischen „Tony Stark, der sein KI-System Jarvis bittet, den Iron-Man-Anzug zu reparieren, und Jarvis, der Tony Stark darüber informiert, dass der Anzug beschädigt ist und ihn bereits repariert“.

Japan gewinnt den Krieg gegen Disketten
„Wir haben den Krieg gegen Disketten gewonnen“, erklärte Japans Digitalminister Taro Kono gegenüber Reuters.com. Das während der Pandemie eingerichtete Ministerium musste dafür 1.034 Vorschriften abschaffen, welche die Benutzung von Disketten verlangten. Japans Digitalisierung läuft ähnlich holprig wie die deutsche, der nächste Krieg wird laut Konos Äußerungen wohl den Faxmaschinen erklärt.


NACHHALTIGKEIT

Google stellt sein Klimaziel in Frage
Die Treibhausgasemissionen von Google sind in den letzten fünf Jahren um 48 Prozent gestiegen, was vor allem auf die energieintensiven KI-Rechenzentren zurückzuführen ist. Laut dem jährlichen Umweltbericht des Unternehmens stiegen die Emissionen allein im Jahr 2022 um 13 Prozent. Trotz Bemühungen wie der Elektrifizierung von Büros und dem Ausbau erneuerbarer Energien räumt Google ein, dass es aufgrund der Unsicherheiten bezüglich der Umweltauswirkungen von KI schwierig sein wird, das Ziel von null Nettoemissionen bis 2030 zu erreichen.

Culturati fördert nachhaltiges Kunsthandwerk in Indien
Die neue indische Plattform Culturati will mit einer sorgfältig kuratierten Sammlung traditionelles indisches Kunsthandwerk fördern, das kulturelle Erbe Indiens bewahren und gleichzeitig einen globalen Markt erschließen. Durch die Verwendung umweltfreundlicher Materialien bei der Produktion soll laut Afaqs.com eine nachhaltige Lebensgrundlage für die Kunsthandwerker geschaffen werden, die von der Plattform auch kostenlose Marketingberatung erhalten.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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