Mediamarkt Saturn, P&C Düsseldorf, DHL, Alibaba, Lagerflächen, Uber Eats, Lieferdienste in USA + GB, Amazon, Intersport, Cloudstock

Mediamarkt Saturn, P&C Düsseldorf, DHL, Alibaba, Lagerflächen, Uber Eats, Lieferdienste in USA + GB, Amazon, Intersport, Cloudstock

Werbung und Vertrieb über Social Media folgen ihren eigenen Regeln. Philip Hitschler-Becker, Chef des Süßwaren-Produzenten Hitschler, fand heraus, dass Asiaten Videos mögen, in denen besonders geräuschvoll gegessen wird. Wie er Wiwo.de erzählte, habe er das aufgegriffen und gebe seither den "Instagram-Kasper", was in der Familie durchaus umstritten sei. Dazu kam die Änderung der Marke in das leichter (und mit einem Grinsen) auszusprechende "Hitschies". Hitschler sei mittlerweile "eine der Top...

SBStefan BeckerRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Mediamarkt Saturn I: 30 Prozent Online bis 2025/26 geplant
In der Präsentation, die Elektronikhändler Ceconomy (Mediamarkt Saturn) zu seinem "Kapitalmarkttag 2023" vom vorigen Freitag (2. Juni) veröffentlichte, steht einiges zu den E-Commerce-Plänen:

  • Für den Online-Anteil steht die Ampel noch auf Gelb statt auf Grün: Im Geschäftsjahr 2021/22 habe der Anteil bei 25 Prozent gelegen, das während des "Kapitalmarkttags 2020" ausgerufene Ziel habe "Richtung 30 Prozent" gelautet (Folie 16). Die 30 Prozent will das Unternehmen bis 2025/26 erreichen (Folie 28).
  • In Umsatzzahlen: 2021/22 wurden 5,3 Mrd. Euro online erwirtschaftet (24,6 Prozent), 2025/26 sollen es etwa 6,5 Mrd. Euro sein (die genannten 30 Prozent; Folie 28). Kommentar von Excitingcommerce.de: "Media Saturn will online bis 2026 kaum noch zulegen".
  • Der Marktplatz soll bis 2025/26 international ein Bruttowarenvolumen von 750 Mio. Euro erreichen, bezogen auf Länder mit Marktplatz seien das etwa zehn Prozent des Online-Geschäfts (2021/22: 65 Mio. Euro, 1,5 Prozent; Folie 37).
  • Bis 2023/24 soll zudem die Omnichannel-Kommunikations-Plattform in alle Märkte ausgerollt, bis 2024/25 das Konzept "My Mediamarkt" in acht weiteren Ländern eingeführt werden (Folie 26). Die Niederlande gelten als Modell-Land (Folie 53).
  • Die IT soll in drei Jahren komplett in der Cloud laufen, heute liege der Anteil bei 50 Prozent (Folie 52).
  • Zudem soll die Zahl verkaufter aufgearbeiteter Gebraucht-Produkte von 8.000 (2021/22) auf 220.000 (2025/26) wachsen (Folie 61).
  • (Via Channelpartner.de.)

Mediamarkt Saturn II: Erster deutscher Xpress-Markt mit digitalem Shopping eröffnet Ende Juni
Bis 2025/26 will Mediamarkt Saturn das stationäre Geschäft mit vier Store-Formaten vollständig überholt haben, kündigte Ceconomy auf dem "Kapitalmarkttag 2023" an (Folien 29/30). Dazu passt eine Einladung der Konzernkommunikation: Für den 29. Juni kündigt sie die Eröffnung des ersten deutschen Marktes des Formats "Mediamarkt Xpress" im Helvetia-Parc in Groß-Gerau an. Versprochen wird ein "digitales Einkaufserlebnis am POS" mit "digitalen Shopping-Elemente[n]". Diese Services im Groß-Gerauer Markt gingen über die in den bereits existierenden "Xpress"-Märkten in Österreich hinaus.

P&C Düsseldorf: Online-Geschäft läuft unverändert weiter
Am 1. Juni eröffnete das Amtsgericht Düsseldorf das Eigenverwaltungsverfahren der Peek & Cloppenburg KG in Düsseldorf, wie zum Beispiel Textilwirtschaft.de berichtet (nicht zu verwechseln mit P&C Hamburg). Internetworld.de zitiert den Restrukturierungs-Geschäftsführer Dirk Andres mit den Worten, alle Verkaufshäuser und Online-Shops stünden weiterhin und ohne Einschränkung für die Kunden und Kundinnen zur Verfügung. Ziel sei, das Verfahren bis Ende des Jahres abzuschließen.

Unverpackte Amazon-Retouren wohl bald auch an DHL-Packstationen
Wie Paketda.de berichtet, haben Amazon und DHL vor, in nächster Zukunft (möglicherweise noch im Juni), die Abgabe unverpackter Retouren in DHL-Packstationen zu erlauben. Die Verpackung in Papiertüten und die Anbringung des Retouren-Aufklebers sollen demzufolge die Paketzusteller übernehmen. Für DHL-Paketshops gibt es das Konzept "Retoure unverpackt" bereits seit Oktober 2022, seither seien 13 Mio. Artikel im Filialnetz abgegeben worden. Für die Abgabe in einer Filiale braucht es einen QR-Code von Amazon; wie das an den Packstationen funktionieren soll, wird nicht berichtet.


HANDEL INTERNATIONAL

Alibaba meldet Erfolg mit "6.18" – mehr aber nicht
Üblicherweise nennt die Alibaba Group zwar allerhand schöne relative Zahlen zu den verschiedenen Shopping-Festivals, aber nur wenig Absolutes. Das gilt auch für das laufende "6.18 Shopping Festival": 400 Marken, die in den vergangenen drei Jahren Flagship-Stores auf Tmall Global eröffnet haben, hätten ihre Umsätze in den ersten vier Stunden verdoppelt. Insgesamt seien auf Tmall Global rund 40.000 Marken dabei, davon 5.000 neue. Besonders viel verkauft hätten Anbieter von Lebensmitteln und Kosmetika. Alibaba-Logistiker Cainiao habe rund 70 Prozent der Vorbestellungen innerhalb von 16 Stunden ausgeliefert.

Der Schweiz fehlen Lagerflächen
Es gebe zu wenig gute Logistikimmobilien in der Schweiz, zitiert Handelszeitung.ch einen Immobilienberater. Der ständige Druck, bestellte Produkte noch schneller zu erhalten, führe zur Auslagerung von Lagerhaltung und Logistikdiensten an Spezialisten, und zwar B-to-C wie B-to-B. Es sei für Firmen teuer, Lagerbestände zu halten, also bauten die Großhändler eigene Lager auf, die sie über diesen Service finanzierten. Das sei für sie auch ein Mittel der Kundenbindung. Erste Händler betrieben Logistikflächen im grenznahen Ausland.

Uber Eats liefert zeitweise auch in "World of Warcraft"
Wer "World of Warcraft" spielt, kann sich jetzt über Uber Eats virtuelles Essen für seine Charaktere bestellen. Dazu, so teilt das Unternehmen mit, gebe es "für einen begrenzten Zeitraum" die Figur "Orderyn". Bekannte Influencer schlüpften in den kommenden sechs Wochen in vier Livestreams in dessen Rolle. Echtes Essen gibt es auch: "Nutzer [können] selbst Gutscheine für Uber Eats in Deutschland gewinnen, indem sie an Verlosungen während der Livestreams auf Twitch teilnehmen."

USA: Kunden holen ihr Essen zunehmend selbst ab
"Lieferdienste nehmen für Convenience zunehmend Geld", hatten wir vorigen Mittwoch im "Morning Briefing" berichtet. Ein Bericht auf Businessinsider.com schreibt das fort: Kunden holten sich ihre Bestellungen wegen der steigenden Lieferentgelte zunehmend selbst ab, statt sie über Doordash oder Uber Eats liefern zu lassen. Die Website stützt sich auf Aussagen der Ketten Pizzeria Uno, Dickey's Barbecue Pit und Pokeworks. Eine der Folgen seien "Promotion-Kriege".

GB: Lieferdienst-Preise ein Drittel höher als Website-Preise
Die britische Verbraucherzeitschrift "Which?" hat Warenkörbe mit 15 Artikeln bei den Supermarkt-Ketten Asda, Morrisons, Sainsbury’s, Iceland and Waitrose bestellt, und zwar jeweils einmal über die Website, einmal über Deliveroo, Just Eat und Uber Eats. Ergebnis, so TheGuardian.com: Die Lieferapp-Bestellungen können mehr als ein Drittel teurer sein, und das vor der Berechnung von Lieferentgelten. Einzelne Artikel seien im Test doppelt so teuer gewesen. Fazit der Zeitschrift: Lieferdienste sind ohne Frage bequem, kosten aber ihr Geld.

Großes Amazon, kleine Meldungen

  • In den USA teste Amazon den Einsatz von Methoden künstlicher Intelligenz (KI), um vor dem Versand beschädigte Waren aufzuspüren, schreibt WSJ.com. Zwar würde nur ein Promille der Sendungen beschädigt versandt, bei acht Mrd. Sendungen jährlich läppere sich das aber. Der Test laufe in zwei Fulfillment-Centern und solle auf zehn weitere in den USA und in Europa ausgeweitet werden. (Via ChannelX.world.)
  • Ebenfalls im Heimatmarkt USA soll Amazon den Eintritt in das Mobilfunkgeschäft vorbereiten: TheVerge.com und Mashable.com zufolge liefen Gespräche mit Verizon, T-Mobile, Dish und AT&T über die Nutzung ihrer Netze. Das Angebot solle für Prime-Kunden gelten, entweder als Teil ihres Abos oder für monatlich zehn US-Dollar. Amazon und die Mobilfunker dementierten solche Pläne.
  • Brandon Southern, früher Head of Analytics bei Ebay, Amazon und Gamestop, legt auf Businessinsider.com seine Theorie dar, warum es immer wieder zu Entlassungen kommt– ganz kurz: Weil nicht die Schaffung effizienter Teams Beförderungen nach sich ziehe, sondern die Fähigkeit, große Teams zu führen. Die Folge: aufgeblähte Abteilungen.

Sportartikel: Intersport sieht Grenzen des Online-Wachstums
Sportartikel-Kunden wollen Beratung, sagt Frank Geisler, Vorstand des Händlerverbunds Intersport, auf Handelsblatt.com: Die Kunden kämen verstärkt in die Geschäfte, das Online-Wachstum erreiche Grenzen. Gegenwärtig liege der Online-Umsatzanteil im Verbund bei etwa 40 Prozent, er werde bis 2030 auf etwa 60 Prozent steigen.

Cloudstock übernimmt Geschäft der Otto-Beteiligung Stocksquare
Cloudstock aus Hamburg, Anbieter einer gleichnamigen Software für das Omnichannel-Management, hat "die Marktaktivitäten" des Connected-Commerce-Anbieters Stocksquare übernommen, wie er mitteilt (und wie Locationinsider.de berichtet). Rund 30 Ship-from-Store-Partner von Stocksquare könnten zu Cloudstock wechseln. Stocksquare wurde 2019 als Joint Venture von Otto und ECE gegründet, Otto-Group-CEO Alexander Birken hob die Bedeutung der Beteiligung für den Handel der Zukunft noch im Februar hervor: "Auf otto.de können die Verfügbarkeit von Produkten in ausgewählten Geschäften geprüft werden, die sich in einem der rund 90 deutschen ECE-Standorte befinden."

Designer gestaltet mit KI Bunkerausstattung im Ikea-Stil
Wer zum Montagmorgen etwas Grusel möchte: Der kroatische Filmemacher Filip "Philatz" Filkovic hat mit KI-basierten Grafikprogrammen einen Ikea-ähnlichen Katalog für Atombunker-Ausstattung produziert. Businessinsider.com zeigt die Bilder. Kein E-Commerce, und vielleicht gut so.

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Geschrieben vonStefan Becker

Redakteur

Stefan Becker arbeitet seit Sommer 2022 als Redakteur für „Der Handel“ und Etailment.de, nachdem er zuvor ein gutes Jahr als freier Mitarbeiter dabei war. Der Diplom-Journalist (TU Dortmund) kommt aus dem Lokaljournalismus („Recklinghäuser Zeitung“, Volontariat beim „Solinger Tageblatt“) und verbindet im Deutschen Fachverlag seine Erfahrungen aus dem Verbraucher- (sieben Jahre „Öko-Test“) und dem Fachzeitschriften-Journalismus (sechs Jahre „Touristik-Report“).

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