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Morning Briefing: Amazon, Ehorses, Flaschenpost, E-Rechnung, Temu + Shein, Showroomprivé, Alibaba, Wealthfront, Waymo, Paypal + Paxos

Aktuelle E-Commerce-News: Morning Briefing: Amazon, Ehorses, Flaschenpost, E-Rechnung, Temu + Shein, Showroomprivé und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

Webinar: Mitarbeiter entlasten dank Filialmanagement per App
Aufwendige Warenprozesse, manuelle Bestandssuchen und weitere administrative Aufgaben kosten Store-Mitarbeitende Zeit, die letztendlich für die Kundenberatung fehlt. Abhilfe schaffen Apps, die sämtliche Filialprozesse digitalisieren und relevante Daten direkt auf der Fläche bereitstellen. Wie genau das funktioniert und welche Vorteile damit einhergehen, zeigt REMIRA im Webinar am 14.11. um 10 Uhr. Jetzt kostenfrei anmelden


HANDEL NATIONAL

Amazon baut Vorsprung im deutschen Elektronikhandel aus
Amazon baute mit einem Nettoumsatz von zwölf Mrd. Euro – plus 2,6 Prozent – seine Führungsposition im deutschen Elektronikhandel 2024 aus, wie Handelsdaten.de berichtet. Ceconomy mit Media Markt und Saturn folge auf Platz zwei mit 9,8 Mrd. Euro und einem Plus von 5,4 Prozent. Die drei großen Fachhandelskooperationen Expert, Euronics und Electronic Partner hätten hingegen Rückgänge zwischen 2,8 und 6,7 Prozent verzeichnet. Allgemein habe sich der Markt nach einem schwierigen Jahr 2023 aber stabilisiert.

Der Einzelhandel steht niemals still: heute Social Commerce, morgen KI-Personalisierung
Käufer erwarten, dass an jedem Kontaktpunkt alles schnell und reibungslos funktioniert. Hinter den Kulissen ist dies jedoch komplex – daher verzichten führende Marken auf schwerfällige Software-Pakete und setzen stattdessen auf einen Composable-Ansatz, der schneller und flexibler ist und auf Veränderungen ausgelegt ist. Der Guide von Contentful zeigt, wie Sie konsistent bleiben, personalisieren, Omnichannel-Lösungen umsetzen und innerhalb weniger Wochen liefern können. Jetzt den kostenlosen Guide herunterladen

Fohlen-Boom auf Ehorses: 6.200 Inserate seit Jahresbeginn
Fohlen erleben dieses Jahr einen digitalen Boom: Mehr als 6.200 Jungpferde wurden seit Jahresbeginn auf Ehorses.de inseriert, berichtet die Plattform. Die Nachfrage sei außergewöhnlich hoch, rund 30 Prozent der Angebote kämen aus dem Ausland. Jedes Inserat generiere durchschnittlich über 1.200 Aufrufe, 33.000 Mal wären Fohlen dabei auf Merklisten gelandet. Der weltweit größte Online-Pferdemarkt habe im letzten Jahr ein Handelsvolumen von 343 Mio. Euro verzeichnet. Durchschnittlich werde alle 18 Minuten ein Pferd über Ehorses verkauft.

Flaschenpost setzt auf KI-gestützte Preisoptimierung
Die Oetker-Tochter Flaschenpost erweitert ihre Nutzung der KI-Software von Relex um Module für Preisgestaltung und Werbeaktionen, meldet Relexsolutions.com. Der Münchner Lieferdienst, der über 40 Prozent der deutschen Haushalte erreiche, habe mit Relex-KI-Lösungen bereits die Lagerbestände reduziert, die Verwaltung von Frischprodukten optimiert und die Lieferprozesse verbessert. Die neuen Module sollen nun schnellere Preisentscheidungen und zielgenauere Kampagnen ermöglichen – laut Co-CEO Christopher Huesmann eine strategische Investition, um im dynamischen Wettbewerb relevantere Angebote zu liefern.

Kleinunternehmer dürfen weiter PDF-Rechnungen verschicken
Das Bundesfinanzministerium gewährt Kleinunternehmen (< 800.000 Euro) eine Ausnahme bei E-Rechnungen, meldet Onlinehaendler-News.de. Kleine Betriebe dürften weiterhin sonstige Rechnungsformate wie PDF oder Papier nutzen, allerdings müsse die Zustimmung des Empfängers eingeholt werden. Die standardkonformen E-Rechnung-Formate (XRechnung oder ZUGFeRD) könnten hingegen stets ohne Einwilligung versendet werden. Kleinunternehmen müssen also Rechnungen in den Standardformaten bereits empfangen können, die Versendepflicht greife jedoch erst 2027.


HANDEL INTERNATIONAL

Temu und Shein: Wachstum in Europa stockt
Während die Markenbekanntheit bei Temu 96 Prozent und bei Shein 93 Prozent erreicht, kaufen nur 50 Prozent der Online-Shopper aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien wirklich dort ein, berichtet Ecommercenews.eu. Der Anteil sei gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert geblieben – das Wachstum der chinesischen Plattformen stocke. Die größte Herausforderung liege in der Umwandlung flüchtiger Schnäppchenkäufer in treue Kundschaft.

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Showroomprivé verkauft The Bradery für 43,6 Mio. Euro
Showroomprivé verkauft seine 51-Prozent-Mehrheitsbeteiligung an The Bradery für 43,6 Mio. Euro zurück an die Gründer Timothée Linyer und Edouard Caraco, berichtet Modaes.com. Das französische E-Commerce-Unternehmen habe die Modeplattform 2022 für 10,2 Mio. Euro übernommen. The Bradery habe dann in drei Jahren seinen Umsatz von 21,7 Mio. auf 62,9 Mio. Euro gesteigert. Showroomprivé selbst habe 2024 einen Verlust von 39,7 Mio. Euro verbuchen müssen; das Ebitda sei um über 90 Prozent eingebrochen.

Französischer Online-Handel wächst fast acht Prozent
Der französische Online-Handel legte im ersten Halbjahr um 7,9 Prozent zu, meldet der E-Commerce-Verband Fevad laut Interiordaily.com. Produktverkäufe seien um vier Prozent gestiegen, Dienstleistungen um zehn Prozent gewachsen. Der durchschnittliche Warenkorbwert sei jedoch auf 67 Euro gesunken – was der Verband auf niedrigere Inflation, intensivere Schnäppchenjagd und den boomenden Second-Hand-Markt zurückführe. Die B2B-Umsätze seien um 2,6 Prozent geschrumpft.

Alibaba setzt am Singles‘ Day großflächig KI ein
Alibaba nutzt beim diesjährigen Singles‘ Day (11.11.) erstmals großflächig generative KI in den Such- und Empfehlungsalgorithmen von Taobao und Tmall, berichtet Scmp.com. Die LLMs sollen Kunden bei der Navigation durch die Rabatte, die über zwei Mrd. angebotenen Produkte und die Coupons im Gesamtwert von sechs Mrd. Euro helfen. Die Fokussierung auf „Instant Commerce“ – die Verbindung von Online-Shopping und Sofortlieferung – habe die täglichen aktiven Nutzer auf den Plattformen im August um 20 Prozent gesteigert.

Amazon stellt Verkäufer auf Null-Tage-Bearbeitungszeit um
Amazon informiert laut Channelx.world ausgewählte Händler per E-Mail darüber, dass ihre Bearbeitungszeiten automatisch auf „0 Tage“ gesetzt werden. Bei Eigenversand und Amazon Easy Ship müssten Bestellungen dann noch am selben Tag verschickt werden, sofern sie vor 11:00 Uhr eingingen. Später eingehende Orders seien bis zum Folgetag zu versenden. Wer diese Fristen nicht einhalten könne, müsse die Einstellungen produktspezifisch manuell zurücksetzen – andernfalls drohten erhöhte Verspätungsgebühren.

Wealthfront: ETFs als Köder, Zinsen als Beute
Das Fin-Tech Wealthfront geht an die Börse und offenbart dabei sein lukratives Geschäftsmodell, berichtet Handelszeitung.ch. Der amerikanische Robo-Anlageberater erwirtschafte rund drei Viertel seiner Einnahmen nicht durch Gebühren auf ETF-Portfolios, sondern durch Zinserträge aus weitergeleiteten Kundengeldern an Partnerbanken. Mit 300 Mitarbeitern verwalte Wealthfront das Vermögen von 550.000 wohlhabenden Kunden – auf jeden Mitarbeiter kämen rund 750 Mio. Dollar verwaltetes Kapital. Das Unternehmen positioniere sich für den kommenden Generationenwechsel, wenn Millennials die Erbschaften ihrer Boomer-Eltern in ETFs investieren wollen.


Waymo liefert künftig Essen im Robotaxi aus
Waymo startet mit Doordash einen autonomen Lieferservice in Phoenix, berichtet Businessinsider.com. Kunden könnten in den kommenden Monaten ihre Bestellungen per Robotaxi erhalten, zunächst von den Dashmart-Filialen aus. Per App lasse sich der Kofferraum öffnen, das Trinkgeld entfalle. Doordash teste parallel auch kleinere Lieferroboter – ein Zehntel der Autogröße – und kooperiere dafür mit Serve Robotics.

US-Zollwende braucht ein Jahr bis zum Verbraucher
Die volle Wirkung der abgeschafften US-Einfuhrzollbefreiungen für E-Commerce-Sendungen wird sich erst nach etwa einem Jahr zeigen, erklärt DHL-Express-Chef John Pearson gegenüber der South China Morning Post. Sendungen von Temu und Shein in die USA seien zwar um fast 80 Prozent eingebrochen, doch Verbraucher realisierten die zusätzlichen Kosten verzögert. Ähnlich sei es nach dem Brexit gewesen, als Kunden noch zwölf Monate später vermeintlich falsche Zollberechnungen reklamiert hätten. DHL habe jetzt zwar fast 1.000 Mitarbeiter für die Zollabwicklung einstellen müssen, da man sich nicht auf die USA fokussiere, blieben die Auswirkungen überschaubar.

Paxos erzeugt 300 Billionen Dollar aus dem Nichts
Eine spektakuläre Panne beschert dem Bezahldienst Paypal kurzfristig unschätzbaren Reichtum: Paxos generierte versehentlich Einheiten des Dollar-Stablecoins „Paypal USD“ im Wert von 300 Bio. Dollar, berichtet Stern.de. Eine Cyberattacke habe es nicht gegeben, Kunden seien nicht betroffen. Der Fehler sei bei einer internen Transaktion passiert, die überschüssigen Einheiten seien umgehend vernichtet worden. Die astronomische Summe hätte die gesamte Weltwirtschaftsleistung von 117 Bio. Dollar deutlich übertroffen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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