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Am 11. und 12. Juli ist wieder Amazon Prime Day – mit dem 48-Stunden-Versprechen reduzierter Angebote. Kurz davor droht dem Konzern jedoch Ärger – in Form einer Klage der US-Verbraucherschutzbehörde. Millionen von Kunden sollen durch unlautere Methoden zum Abschluss eines Prime-Abos verleitet worden sein, so der Vorwurf. Und auch die Fulfilment-Center stehen unter Beobachtung. In einer Untersuchung sollen die Ursachen der „katastrophalen Sicherheitsbilanz“ ermittelt werden, meldet Cnbc.com.
HANDEL NATIONAL
Oda stellt Deutschland-Geschäft ein
Ende Juni wird der norwegische Online-Supermarkt zum letzten Mal Lebensmittel an deutsche Kunden ausliefern. Zuvor hat Oda bereits in Finnland dicht gemacht (etailment.de berichtete). Erst im Februar war Oda hierzulande gestartet und hat mit 9.000 Produkten rund 18.000 Kunden beliefert, wie Supermarktblog.de berichtet. Der hochgerechnete Jahresumsatz wird mit 15 Millionen Euro angegeben. Oda habe eine hohe Qualität geboten, heißt es. Der Rückzug sei auch deshalb bitter, weil er nur zwei Tage nach dem Start des Konkurrenten Picnic in Berlin komme. Oda plane nun, künftig Logistics-as-a-Service-Dienste anzubieten, also anderen Anbietern Technologie und Know-How für ihre eigenen Lieferdienste zur Verfügung zu stellen.
SC24.com ist insolvent
Der Online-Sporthändler hat bereits am 16. Juni beim Amtsgericht Neu-Ulm einen Insolvenzantrag gestellt, meldet Sazsport.de. Der Sport2000-Partner ist vor allem im Fußball- und Vereinsgeschäft aktiv. Das in Krumbach ansässige Unternehmen sei ein wichtiger Partner des Sport2000-Verbunds, heißt es. Es existiere seit 2009 und habe zwischenzeitlich auch ein Ladengeschäft betrieben. Bereits zuvor sei die Vorgängerfirma SportsCorner24.de e.K. in finanzielle Schieflage geraten, woraufhin die jetzige SC24.com AG gegründet wurde. Vorstand Markus Müller vertrete seit 2016 im Beirat von Sport2000 die Online Pure Player. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist die Ulmer Kanzlei Tappmeier.
Die häufigsten Maschen der Online-Betrüger
Die moderne Welt ist auf Online-Zahlungssysteme angewiesen, um die Einfachheit und Geschwindigkeit von Transaktionen zu gewährleisten. Allerdings ziehen sie auch Betrüger an. Sie nutzen eine Vielzahl von Techniken, um Geld zu erbeuten. Was sind die häufigsten Betrugsarten bei Zahlungssystemen? Wie können sich Händler am besten davor schützen? Sergej Dubowik von Sales Power gibt in seinem Gastbeitrag auf Etailment.de einen Überblick.
HANDEL INTERNATIONAL
Frasers ist jetzt auch an Boohoo beteiligt
Erst kürzlich hat sich die Frasers Group an AO World beteiligt und ihre Anteile an Asos aufgestockt. Nun ist der Handelskonzern auch mit fünf Prozent beim Online-Modehändler Boohoo eingestiegen, wie Textilwirtschaft.de meldet. Auch am Londoner Online-Elektronikhändler Currys hat Frasers knapp neun Prozent der Anteile erworben. Man wolle mit „strategischen Investitionen“ wachsen, heißt es. Boohoo halte unter anderem die Markenrechte am Mode- und Kosmetikhändler Debenhams, unter dessen Namen man einen digitalen Department Store aufbauen wolle.
Domino’s Pizza liefert künftig standortgenau
„Pinpoint Delivery“ nennt sich das jüngste Feature der US-amerikanischen Pizza-Kette Domino’s. Kunden können sich ihre Bestellungen künftig standortgenau liefern lassen, etwa zum Strand, in den Park oder auf den Sportplatz. Die Angabe einer Adresse sei nicht mehr nötig. Dazu muss über die App bestellt werden, das Tracking erfolge via GPS, wie Cnbc.com meldet. Eine ähnliche Technologie habe der Domino-Franchisenehmer in Australien bereits 2017 eingeführt.
KI hilft Ebay-Sellern beim Listing
Der Online-Marktplatz testet derzeit ein Plug-in, das Verkäufer darin unterstützt, automatisiert Produktbeschreibungen zu erstellen. Wie Retailbrew.com meldet, soll hierdurch der Listing-Prozess beschleunigt werden. Die KI solle ebenso Texte wie Bilder generieren und auch dabei helfen, Nischenprodukte zu kuratieren. Gleichzeitig integriert Ebay die KI-gestützte „Discovery Plattform“ des Anbieters Zoovu, die es Verkäufern erleichtern soll, Kunden passgenaue Produktempfehlungen zu geben, berichet Internetworld.de.
Bolt liefert in Tallinn mit Robotern aus
Der estnische Mobilitätsdienstleister hat eine Partnerschaft mit dem Roboter-Entwickler Starship geschlossen. In einem ersten Test sollen Essensbestellungen von Bolt Food am Stammsitz in Tallinn mit den autonomen sechsrädrigen Kleinfahrzeugen von Starship ausgeliefert werden, wie Reuters.com meldet. Starship verfügt über eine Flotte von rund 2.000 solcher Vehikel in den USA, Großbritannien und Estland.
TRENDS & TECH
Urteil: Bestellbutton muss eindeutig beschriftet sein
Aus einem Bestellbutton müsse eindeutig hervorgehen, dass ein Klick auf die Schaltfläche eine zahlungspflichtige Bestellung auslöse, zitiert Vzbv.de ein Urteil des Landgerichts Hildesheim. Formulierungen wie „Mit Kreditkarte zahlen“ reichten dazu nicht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte gegen Digistore24 geklagt. Zudem verbot das Gericht dem Unternehmen, Abonnements anzubieten, ohne ausreichend über Gesamtpreis, Laufzeit und Kündigungsbedingungen zu informieren. Das Urteil vom 7. März 2023 (Az. 6 O 156/22) ist nicht rechtskräftig.
Privater Konsum 2023 schrumpft stärker
Wegen der hohen Inflation wird der private Konsum dieses Jahr voraussichtlich um 1,7 Prozent sinken, zitiert Textilwirtschaft.de die aktuelle Prognose des Münchner Ifo-Instituts. Damit wurde die ursprüngliche Prognose von -1,2% nach unten korrigiert. Außergewöhnlich ist laut Ifo-Institut, dass der Warenkonsum sinkt, der Konsum von Dienstleistungen hingegen leicht zulegt. Normalerweise liefen beide eher parallel, heißt es. Im kommenden Jahr soll der private Konsum aber wieder um 2,2 Prozent zulegen.
Adyen neuer Payment Provider von Shopify
Im Laufe des Jahres soll die Payment-Applikation von Adyen auf der Shopify-Payment-Partner-Plattform verfügbar sein, meldet Adyen. Vor allem Enterprise-Händler könnten dadurch flexiblere Zahlungslösungen erwarten. Zunächst sollen wichtige Karten und Wallets wie Apple Pay und Google Pay unterstützt werden, gefolgt von lokalen Zahlungsmethoden. Gemeinsam wolle man Händlern weitere Möglichkeiten bieten, etwa die Gestaltung des Checkouts ohne Performance-Einbußen anzupassen oder neue Länder durch die globale Adyen-Infrastruktur schneller zu erschließen.
Studie: Höchstes Engagement bei Tiktok-Videos
Das Social-Media-Management-Tool Agorapulse und die Videoplattform Playplay haben Beiträge auf Linkedin, Facebook, Twitter, YouTube, Tiktok und Instagram analysiert. Das Ergebnis: Fotos sind der meistgenutzte Beitragstyp, aber Videos haben die höchsten Engagement-Raten. Bei Tiktok ist diese fünfmal höher als bei Youtube. Ein wahres „Engagement-Wunder“ seien Live-Videos auf Linkedin. Bei Tiktok wird ein besonders hohes Engagement mit Reels erzielt.
Studie: Kunden wollen nicht für Retouren zahlen
Zwei von drei Online-Käufern sind nicht bereit, für Retouren zu zahlen, hat eine Studie der Johannes Kepler Uni in Linz ergeben. Machten Shops Retouren kostenpflichtig, reduzierten die Kunden die dortigen Ausgaben um rund zehn Prozent, zitiert Textilwirtschaft.de aus der Studie. Rund drei Viertel der Kunden gaben an, sich in diesem Fall einen anderen Shop mit kostenlosen Retouren zu suchen.
Neue Ausgabe von Der Handel jetzt als E-Paper lesen
Die schlechte Nachricht: Jeder Händler, gleich welcher Größe, kann Opfer von Cyberkriminellen werden. Die gute Nachricht: Es gibt Wege, sich davor zu schützen. Der Handel erklärt in der neuen Ausgabe die wichtigsten Grundprinzipien der IT-Sicherheit. Im Spezial Nachhaltigkeit sorgt die Redaktion für Durchblick im Reporting-Dschungel, sagt, worauf Unternehmer bei der Wahl eines Klimaberaters achten sollten und stellt das Konzept "grüner" Mietverträge vor. Weitere Themen in der Juni-Ausgabe sind virtuelle Realität auf der Ladenfläche und ChatGPT. Die aktuelle E-Paper-Ausgabe von Der Handel mit allen Inhalten des gedruckten Heftes können Sie hier kostenlos lesen und herunterladen.
NACHHALTIGKEIT
Aldi testet wieder Mehrweg
Ab 2024 will Aldi Süd in ausgewählten Filialen Mehrwegsysteme für Getränke testen. Hintergrund seien die EU-Pläne zur Einführung von Mehrwegquoten, meldet Lebensmittelzeitung.net. In den österreichischen Hofer-Filialen werden bereits Pfandautomaten installiert, denn dort werden Mehrwegquoten ab 2024 Pflicht. Es handle sich um eine „kostenintensive Maßnahme“, heißt es. Bereits 2020 hatte Aldi schon einmal Mehrweg getestet, aber wieder verworfen.
Freier Journalist
Jürgen Baltes ist Diplom-Volkswirt und arbeitet seit über 20 Jahren als Journalist. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Trier und einem Volontariat bei der Fachzeitschrift FVW war er Redakteur bei „Touristik Aktuell“ und ist seit 2005 Redakteur der Fachzeitschrift „Der Mobilitätsmanager“. Daneben schreibt er als freier Journalist unter anderem über Digitalisierung, Tourismuswirtschaft und Markenkommunikation.
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