Otto, Mogelpackungen, Tiktok, Konsumklima, Inflation, Paypal, Salesforce, Amazon, Mangopay, Google, Smart-TV, Scandit, Faircado

Otto, Mogelpackungen, Tiktok, Konsumklima, Inflation, Paypal, Salesforce, Amazon, Mangopay, Google, Smart-TV, Scandit, Faircado

Aktuelle E-Commerce-News: Otto, Mogelpackungen, Tiktok, Konsumklima, Inflation, Paypal, Salesforce, Amazon, Mangopay und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

E-Commerce Power von Deutsche Post und DHL – Print-Mailings als Renditehebel
Print-Mailings sorgen für höhere Warenkörbe – Kund:innen von Online-Shops geben tendenziell mehr Geld aus, wenn sie vorher Print-Mailings erhalten. Die Deutsche Post hilft Werbetreibenden dabei, eine Print-Mailing Kampagne einfach selbst anzulegen, und verspricht: „Einfach wie Google.“

HANDEL NATIONAL

Start des neuen Podcasts von Etailment.de: Shape Republic über „Feelgood Food“
Mit „Achtung Handel“ startet Etailment.de einen neuen Podcast. Im direkten Gespräch mit Geschäftsführern und Experten werden neue Produkte und Serviceleistungen vorgestellt und der mögliche Mehrwert von Innovationen beleuchtet. In der ersten Folge ist Carolin Sedlmayr zu Gast, Gründerin und CEO des Start-ups Shape Republic, das sich auf „Feelgood Food“ spezialisiert. Sie spricht über Abnehm-Drinks und Aufbau-Pulver, Wachstum- versus Gewinnorientierung und das Geheimnis ihres Erfolges.

Otto kommt nicht aus der Krise
Die allgemeine Schwäche des E-Commerce macht auch der Otto Group zu schaffen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr meldet das Unternehmen einen Umsatzrückgang von sechs Prozent auf 15 Mrd. Euro – das entspricht ziemlich genau den Zahlen von 2002. Obwohl laut Unternehmensangaben nicht der Umsatz, sondern das Ergebnis im Vordergrund stehe, stieg der Jahresfehlbetrag laut Lebensmittelzeitung.net um weitere 13 Mio. Euro auf nun 426 Mio. Euro. „Wir gehen nicht davon aus, dass sich der Markt verbessert“, so der scheidende CEO Alexander Birken.

„Mogelpackungen“ auch in Onlineshops verboten
Der Bundesgerichtshof hat die Bedenken der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bestätigt, die bemängelt hatte, dass ein Herrenwaschgel im Online-Shop von L’Oréal nur zu zwei Dritteln gefüllt war, berichtet Tagesschau.de. Das obere, leere Drittel der Verpackung war nicht transparent, so dass der Mangel auf dem Foto nicht zu erkennen war. L’Oreal argumentierte, dass sich Onlinekäufer an den Mengenangaben im Shop und nicht an den Fotos orientieren würden, doch das überzeugte den BGH nicht. Nun gilt auch online: Steht eine Verpackung ohne triftigen Grund in keinem angemessenen Verhältnis zum Inhalt, handelt es sich um eine verbotene „Mogelpackung“.

Hateaid geht gegen Tiktok vor
Die gemeinnützige Organisation Hateaid, die Betroffene von Hassrede und Hasskommentaren im Netz unterstützt und berät, hat bei der Bundesnetzagentur Beschwerde gegen Tiktok eingelegt, wie Spiegel.de berichtet. Die Bestimmungen des Digitaldienstegesetzes verlangen, dass rechtswidrige Inhalte einfach und für den Nutzer nachvollziehbar gemeldet werden können, was bei Tiktok nicht der Fall sei, so eine Analyse der Organisation.

Konsumklima verbessert sich zum vierten Mal in Folge
Die Deutschen blicken im Mai optimistischer auf Konjunktur und Einkommen und sparen nicht mehr so viel wie in den ersten vier Monaten des Jahres. Der Sparindikator des GfK-Konsumklimaindex verliert ganze zehn Punkte und erreicht mit 5,0 Zählern den niedrigsten Stand seit August 2023. Lediglich die Anschaffungsneigung konnte sich nicht entscheidend verbessern und liegt nun bei minus 12,3 Punkten, so dass die Auswirkungen auf den Konsum kaum zu spüren sein dürften.

Inflation im Mai bei 2,4 Prozent
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wird die Inflationsrate im Mai voraussichtlich bei 2,4 Prozent liegen und damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im April. Isoliert betrachtet lag sie für Nahrungsmittel bei 0,6 Prozent, für Waren allgemein bei 1,0 Prozent und für Dienstleistungen bei 3,9 Prozent. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie betrug 3,0 Prozent.


HANDEL INTERNATIONAL

Paypal startet eigene Werbeplattform
Paypal hat in einer Pressemitteilung angekündigt, eine eigene Werbeplattform aufbauen zu wollen, auf der auch erweiterte Angebote des Zahlungsdienstleisters verkauft werden sollen. Man werde „Kundendaten nutzen, um eine personalisierte Plattform aufzubauen“, so das Unternehmen. Entsprechende Personalentscheidungen wurden bereits getroffen, so wird Mark Grether den Geschäftsbereich künftig leiten. Dieser war zuvor General Manager von Uber Advertising und hatte das Werbegeschäft für Uber auf einen Umsatz von einer Milliarde Dollar ausgebaut.

Salesforce-Aktie stürzt ab
Die Aktie des Kundenmanagement-Spezialisten Salesforce verlor im nachbörslichen US-Handel bis zu 18 Prozent an Wert, obwohl das Unternehmen ein Umsatzplus von elf Prozent und einen Gewinnanstieg von knapp 200 Mio. auf 1,5 Mrd. Dollar gemeldet hatte. Doch der Ausblick auf das laufende zweite Quartal mit einem Umsatzplus von nur noch acht Prozent war den Börsianern laut Heise.de ein Dorn im Auge: Erstmals seit fast 20 Jahren würde das Wachstum nur noch einstellig ausfallen.

Amazon verschenkt Grubhub-Mitgliedschaft
Nach einem einjährigen Testlauf der Zusammenarbeit wird die Plus-Mitgliedschaft bei Grubhub nun eine der Leistungen einer Prime-Mitgliedschaft bei Amazon, was laut Geekwire.com einem Gegenwert von 120 Dollar entspricht. Amazonkunden können ihr Essen bei Grubhub nun auch aus der Amazon-App bestellen und bekommen es bei einem Mindestbestellwert von zwölf Dollar ohne Liefergebühren an die Haustür gebracht.

Google, Amazon und Airbnb gewinnen gegen Italien
Amerikanische Big-Tech-Unternehmen können laut Reuters.com in Europa doch auch Prozesse gewinnen: Der Europäische Gerichtshof gab Google, Amazon und Airbnb bei einer Klage gegen die italienische Regierung Recht. Diese hatte von den Unternehmen verlangt, sich in das staatliche Register für Online-Dienstleister einzutragen, entsprechende Gebühren zu zahlen und bestimmte Berichte vorzulegen. Nach Ansicht der Kläger verstößt dies gegen geltendes EU-Recht, wonach Online-Dienstleister nur den Regeln des Landes unterliegen, in dem sie ansässig sind. Dem stimmte das Gericht nun zu. Widerspruch ist nicht möglich.

Mangopay will mit KI dem Cyber-Betrug vorbeugen
Der französische Zahlungsanbieter Mangopay hat in einer Pressemitteilung seine neue Betrugspräventionslösung vorgestellt, mit der Plattformen auch ihre bestehenden Zahlungsabwickler über eine API an den Dienst anbinden können. Die KI-gestützte Cybersicherheitslösung, die auf der Technologie des Tochterunternehmens Nethone basiert, soll vor einer ganzen Reihe von Bedrohungen schützen, wie z.B. Kontoübernahme durch Bots und Menschen, Rückgabemissbrauch sowie Reseller-, Zahlungs-, und Rückbuchungsbetrug.


Googles KI-Übersichten ignorieren das Ranking
Um die Konsequenzen der neuen KI-Übersichten von Google für den Onlinehandel einzuschätzen hat der Gründer des SEO-Dienstes Onely die 25.000 gängigsten E-Commerce-Suchanfragen ausgewertet: 16 Prozent lieferten als Ergebnis eine KI-Übersicht statt einer Liste mit Links, 13 Prozent des Suchvolumens wurden durch KI-Übersichten ausgelöst und 80 Prozent der Ergebnisse, welche die künstliche Intelligenz anzeigte, haben bei den organischen, bisher üblichen Suchergebnissen keinen Rank. Onlinehändler, deren Produkte bislang durch unter die ersten drei Ergebnissen der Rankings gelangten, haben nun nur noch eine Chance von acht Prozent, von der KI überhaupt erwähnt zu werden.

Smart-TV-Nutzer akzeptieren Werbung
Smart TV-Nutzer bevorzugen zunehmend kostenlose Streaming-Angebote und sind bereit, dafür Werbung zu sehen: 90 Prozent akzeptieren mindestens einen Spot, 66 Prozent sogar zwei Spots. Die zunehmende Nutzung von Startmenüs und das gestiegene Interesse an Markeninhalten bieten neue Chancen für Werbetreibende. Entscheidend für die Werbewirkung sind laut einer Studie von Groupm die nach Interessen und Regionen personalisierte Ansprache sowie Interaktionsanreize wie z.B. Rabatte, die über QR-Codes angeboten werden können.

36 Prozent der jungen Europäer überprüfen Online-Inhalte
36 Prozent der 16- bis 29-Jährigen in der EU haben im Jahr 2023 Informationen, die sie im Internet gefunden haben, auf ihre Richtigkeit überprüft – bei den älteren Europäern waren es nur 27 Prozent, berichtet Eurostat. Am kritischsten waren die Nutzer in Finnland (61 Prozent), den Niederlanden (60 Prozent), Kroatien und Schweden (jeweils 53 Prozent), deutlich geringer war der Anteil in Zypern (11 Prozent), Bulgarien (14 Prozent), Rumänien (15 Prozent), Litauen (21 Prozent) und Lettland (27 Prozent).

Scandit erleichtert Online-Identifikation
Scandit hat mit „ID Bolt“ eine Software entwickelt, die es Kunden von Onlineshops erleichtert, sich durch die Überprüfung von fotografierten oder gescannten Ausweisdokumenten zu identifizieren. Bei der Reisebuchung oder beim Online-Check-in dient dann beispielsweise der Reisepass, bei der Autovermietung der Führerschein und bei altersbeschränkten Onlinekäufen wie Alkohol der Personalausweis zur automatischen Autorisierung. Die Ausweisdokumente werden einfach vor die Kamera des Smartphones oder Laptops gehalten, eine Speicherung der persönlichen Daten findet nicht statt. ID Bolt kann mit wenigen Zeilen Code in bestehende Shops integriert werden, so Scandit in der entsprechenden Pressemitteilung.


NACHHALTIGKEIT

Faircado sucht nach Second-Hand-Angeboten
Faircado, die Browser-Erweiterung des gleichnamigen Berliner Start-ups, durchsucht für Online-Shopper das Netz nach Second-Hand-Angeboten zu den im Web gefundenen Wunschartikeln. Dabei greift die Software laut Businessinsider.de auf eine Datenbank mit mehr als 60 Mio. Produkten von 50 verschiedenen Partnern wie z.B. Ebay, Back Market, Grailed, Rebuy und Vestiaire Collective zurück. Beim Verkauf der gebrauchten Artikel ist Faircado mit einer Provision beteiligt. Mit diesem Geschäftsmodell konnte sich das Unternehmen gerade in einer neuen Finanzierungsrunde drei Mio. Euro für die weitere Expansion sichern.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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