3D-Illustration zu E-Commerce-News: Shopify Capital, Kundenvertrauen, Data Act und Amazon im Überblick
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Shopify Capital, Kundenvertrauen, Abmahnmissbrauch, Data Act, Amazon, Mercado Libre, Google, Uber, Live-Commerce, Criteo

Aktuelle E-Commerce-News: Shopify Capital, Kundenvertrauen, Abmahnmissbrauch, Data Act, Amazon, Mercado Libre, Google und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

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HANDEL NATIONAL

Shopify startet Kreditprogramm in Deutschland
Der kanadische E-Commerce-Konzern Shopify startet sein Finanzierungsprogramm „Shopify Capital“ auch in Deutschland, berichtet Retail-News.de. Online-Händler könnten Kredite bis 460.000 Euro über umsatzabhängige Rückzahlung erhalten – in umsatzschwachen Zeiten sinke also auch die Tilgung. In den USA vergebe Shopify bereits drei Mrd. Dollar jährlich an digitale Händler. Kritiker würden die intransparente Kostenstruktur bemängeln – der effektive Jahreszins sei Händlern nicht immer klar.

Jeder zweite Deutsche misstraut Online-Marktplätzen
33 Prozent der Deutschen starten ihre Kaufrecherche auf Online-Marktplätzen wie Amazon und Zalando, aber 51 Prozent trauen deren Produktinformationen nicht, so eine Studie von Akeneo. Mehr als zwei Drittel hätten den Kaufvorgang schon abgebrochen, weil sie nicht genug über Produktspezifikationen, die Verfügbarkeit und die Lieferbedingungen erfahren konnten. Ein grober Schnitzer für Online-Händler: Laut Umfrage wäre die Kundschaft für verlässliche Infos bereit, 24 Prozent mehr zu zahlen und die 2,2 Artikel zu behalten, die sie jährlich wegen Fehlinformationen retourniert.

Händlerbund startet Initiative gegen Abmahnmissbrauch
Der Händlerbund hat die Initiative „Faircommerce“ gegen Abmahnmissbrauch lanciert und meldet auf seinem Webauftritt bereits 50.000 teilnehmenden Online-Shops. Teilnehmer seien vor kostenpflichtigen Abmahnungen untereinander geschützt und könnten Rechtsverstöße binnen sieben Tagen außergerichtlich klären. Die kostenlose Initiative richte sich an alle Händlerbund-Mitglieder und wolle Gebührengenerierung durch missbräuchliche Abmahnungen eindämmen helfen. Abmahnungen seien jedoch in nicht zu schlichtenden Streitfällen weiterhin erlaubt, Schadensersatzansprüche blieben ebenso unberührt.

EU-Datengesetz trifft deutsche Unternehmen unvorbereitet
Der europäische Data Act gilt seit dem 12. September vollständig, doch Deutschland habe die 20-monatige Übergangsfrist ungenutzt verstreichen lassen, kritisiert Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst in einer Medienmitteilung. Verfahrensvorgaben und zuständige Aufsichtsbehörden fehlten weiterhin. Eine Bitkom-Studie zeige dramatische Umsetzungsdefizite: Lediglich ein Prozent der Unternehmen habe das Gesetz vollständig implementiert, weitere vier Prozent teilweise. Wintergerst warne vor einem drohenden Europarechtsbruch und fordere ein zügiges Durchführungsgesetz sowie eine Digitalagentur.


HANDEL INTERNATIONAL

Mexiko: Kartellbehörde untersucht Amazon und Mercado Libre
Mexikos Kartellbehörde Cofece entdeckte Wettbewerbsbarrieren bei Amazon und Mercado Libre, ordnete jedoch noch keine Korrekturmaßnahmen an, berichtet Devdiscourse.com. Die Untersuchung habe mangelnde Transparenz bei der Produktsichtbarkeit aufgedeckt, wodurch Händler benachteiligt würden, die nicht die jeweiligen plattformeigenen Logistikdienste nutzten. Cofece verzichtete auf Eingriffe, da noch unklar bleibe, ob Verbraucher davon profitierten oder nicht. Die beiden Online-Riesen beherrschten über 85 Prozent des mexikanischen Online-Handels.

USA: Wettbewerbsbehörde untersucht Amazon und Google
Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC untersucht Amazon und Google wegen möglicherweise irreführender Werbepraktiken, berichtet Engadget.com. Beide Konzerne sollen Werbetreibende über Preisgestaltung und Konditionen ihrer Anzeigenauktionen getäuscht haben. Amazon verschleiere mutmaßlich Mindestpreise für gesponserte Produktlistings, während Google heimlich die Werbekosten erhöht habe. Die Ermittlungen der Verbraucherschützer fokussierten sich auf die sekundenschnellen Auktionsverfahren beider Plattformen.

Auch USA: Justizministerium verklagt Uber
Das US-Justizministerium verklagt Uber wegen systematischer Diskriminierung behinderter Fahrgäste, berichtet Theguardian.com. Fahrer würden routinemäßig Menschen mit Behinderungen die Beförderung verweigern und teils illegale Gebühren für Blindenhunde erheben. Die Klage dokumentiere 17 Fälle, darunter einen siebenjährigen Amputierten aus New York oder einen Kriegsveteranen mit Blindenhund, denen die Fahrt verweigert worden sei. Uber bestreite die Vorwürfe und betone, man würde bei bestätigten Verweigerungen eine „Null-Toleranz-Politik“ verfolgen.


Live-Commerce: Menschen verkaufen besser als KI
Forscher der University of British Columbia haben laut IT-Daily.net auf Tmall 72 Artikel mit KI-Avataren, 74 mit menschlichen Verkäufern und 182 Produkte ohne Unterstützung getestet. Den KI-Verkäufer seien nur marginale Umsatzverbesserungen gelungen, während Menschen deutlichere Steigerungen bewirkten. In einem weiteren Experiment seien realistischere Avatare getestet worden, die in Echtzeit Kundenfragen beantworten konnten: Diese hätten 25 Prozent mehr Produkte und eine Umsatzsteigerung von 86 Prozent bewirkt. Die Empfehlung der Wissenschaftler seien Hybrid-Systeme, bei denen Menschen mehrere KI-Streamer überwachen.

Amazons Produktkarten verschwinden aus den Suchergebnissen
Laut einer Untersuchung von 79.000 Keywords durch Audience Key sind Amazons organische Produktkarten-Ergebnisse in den USA komplett aus Google Shopping verschwunden, meldet Searchenginejournal.com. Schon im Juli sei ein Einbruch um 31 Prozent gemessen worden. Mögliche Gründe seien die Einstellung der bezahlten Shopping-Anzeigen oder die Zusammenführung der drei Namen der Händler-Shops (Amazon, Amazon.com und Amazon.com – Seller) zu einer einzigen Erscheinungsweise. Allerdings seien auch andere technische oder strategische Änderungen seitens Amazon denkbar.

72 Prozent würden mit KI weihnachtsshoppen
Mehr als 72 Prozent der Verbraucher zeigen sich offen für KI-Unterstützung beim Weihnachtseinkauf, so der Coveo Holiday Report laut Pressemitteilung. Die Studie enthülle eine bemerkenswerte Entwicklung: Die Neugier auf virtuelle Einkaufsassistenten habe sich binnen Jahresfrist von 31 auf 63 Prozent verdoppelt. Besonders aufgeschlossen zeigten sich jüngere Generationen – sogar 85 Prozent der Gen Z und Millennials würden KI-Shopping-Helfer nutzen wollen. Die sehr pragmatischen Wünsche: Bessere Produktvergleiche, budgetbasierte Empfehlungen und erweiterte Produktinformationen.

Google und Criteo greifen nach Amazons Retail-Media-Umsätzen
Google startet eine Offensive gegen Amazons Vormachtstellung im Retail-Media-Markt und kooperiert mit Criteo, was Werbern Zugang zu Anzeigenplätzen bei über 200 Händlern wie Best Buy oder Target verschafft, berichtet Practicalecommerce.com. Der Suchmaschinenriese verknüpfe seine Search Ads 360-Plattform mit Criteos Händlernetzwerk und wechsle damit die Strategie von reiner Traffic-Generierung zu direkter Produktwerbung. Amazon dominiere weiterhin den boomenden Markt, der im zweiten Quartal 15,69 Mrd. Dollar umgesetzt habe – ein Plus von 23 Prozent.

Zahlungsdienstleister wollen Biometrie im Online-Handel
Zahlungsdienstleister wie American Express oder die Federal Bank of India forcieren biometrische Authentifizierungsmethoden, berichtet Americanbanker.com. Beide hätten bereits Fingerabdruck- und Gesichtserkennung eingeführt, was nebenbei die Transaktionszeit von Minuten auf Sekunden verringere. Die Branche reagiere damit auf wachsende Betrugsfälle durch SIM-Swapping und Malware bei SMS-Codes – bei Online-Kartenzahlungen sei die Identitätsprüfung besonders schwierig. Bislang sträubten sich jedoch Online-Händler gegen die Modernisierung, um die Hemmschwellen beim Checkout nicht zu erhöhen.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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