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Aktuelle E-Commerce-News: Tiktok Shop, Mytheresa, Platform Group, Rewe, Shein, Amazon, Alibaba, Microsoft, Speedtest und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
E-Commerce Power von Deutsche Post und DHL – Print-Mailings als Renditehebel
Print-Mailings sorgen für höhere Warenkörbe – Kund:innen von Online-Shops geben tendenziell mehr Geld aus, wenn sie vorher Print-Mailings erhalten. Die Deutsche Post hilft Werbetreibenden dabei, eine Print-Mailing Kampagne einfach selbst anzulegen, und verspricht: „Einfach wie Google.“
HANDEL NATIONAL
Tiktok Shop startet wahrscheinlich diesen Sommer
Tiktok hat damit begonnen, Verkäufer in Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und Mexiko zu einem Betatest von Tiktok Shop einzuladen, berichtet Scmp.com. 2021 wurde die E-Commerce-Plattform in Indonesien und Großbritannien eingeführt, 2022 wurden fünf südostasiatische Länder integriert und 2023 die USA. Doch nachdem in Großbritannien weder die angestrebten Umsätze erreicht noch wichtige Influencer gewonnen werden konnten, wurde der weitere Ausbau auf Eis gelegt. Nun soll wahrscheinlich im Sommer die lang geplante Expansion doch stattfinden.
E-Commerce-Herausforderungen in der Modebranche
Die Modebranche steht im E-Commerce vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die von Logistikmanagern und KEP-Dienstleistern gleichermaßen bewältigt werden müssen. Die permanente Verfügbarkeit von Produkten und ein nahtloser Betrieb über verschiedene Vertriebskanäle hinweg sind entscheidend. Der Trend zum Omnichannel, der sowohl den stationären Handel als auch den Direktversand an Endkunden umfasst, verstärkt diese Anforderungen noch. Der Intralogistikexperte SSI Schäfer unterstützt Unternehmen mit skalierbaren und flexiblen Systemen dabei, die Herausforderungen des E-Commerce zu meistern und die Logistikprozesse zu optimieren. Mehr
Mytheresa-CEO: „E-Commerce funktioniert nicht? Das ist Quatsch!“
Die Zeiten für den Luxus-E-Commerce sind hart. Erst musste Farfetch gerettet werden, dann wurde Matches liquidiert. Doch für Mytheresa geht es aufwärts. Von Januar bis März wuchs der E-Tailer wieder zweistellig und steigerte im Vergleich zum Vorjahr die Gewinnmarge. Im Interview auf Etailment.de sagt CEO Michael Kliger: „Es ist nicht nur unser Ziel, sondern auch absolut realistisch, dass wir mittelfristig wieder um 15 bis 20 Prozent wachsen.“ Und: „Die Behauptung, E-Commerce funktioniere nicht, ist Quatsch.“
The Platform Group meldet „erfolgreichstes Jahr der Firmenhistorie“
Die Plattform-Gruppe, zu der unter anderem Outfits24, Schuhe24 und Fashionette gehören, meldet für das abgelaufene Geschäftsjahr das „erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte“. So konnte das Brutto-Warenvolumen von 591 auf 705 Mio. Euro gesteigert werden, während das bereinigte Ebitda um 89 Prozent auf 22,6 Mio. Euro wuchs. Grund für den Erfolg sei der Ausbau der Plattform- und Softwarelösungen sowie ein Kosten- und Effizienzprogramm zur Steigerung der Profitabilität. Laut Fashionunited.de ist es das erklärte Ziel, die erfolgreichste Plattform-Gruppe in Europa zu werden.
Rewe will 100 Mio. Euro mehr einnehmen - mit KI
Die Rewe Group will ihr Betriebsergebnis durch den Einsatz digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz um 100 Mio. Euro verbessern, berichtet Lebensmittelzeitung.de. Einsatzgebiete sind die Bestandsoptimierung für die 3.400 Rewe-Händler, die Sortimentsverbesserung in den Rewe- und Nahkauf-Märkten und die Personalisierung für das neue Kundenbindungsprogramm, das ab nächstem Jahr Payback ablösen wird. Darüber hinaus testet das Unternehmen Smart-Store-Konzepte in Rumänien und Ungarn und eine so genannte „Smart Box“ ohne klassischen Kassen-Checkout.
Auch Shein unterschreibt Unterlassungserklärung
Nach Temu reagiert nun auch Shein auf eine Abmahnung des Verbraucherzentrale Bundesverbands und unterschreibt eine Unterlassungserklärung, was dem chinesischen Fast-Fashion-Riesen weitere rechtliche Schritte gegen seine Praktiken erspart. Die Vorwürfe ähnelten laut Lebensmittelzeitung.de denen gegen Temu: Manipulative Designs, komplizierte Beschwerdemöglichkeiten, versteckte Kontaktdaten, willkürliche Rabatte und Sternchenbewertungen ohne Erklärung. Shein hat nun bis zum 1. Juni Zeit, seinen Auftritt zu überarbeiten.
HANDEL INTERNATIONAL
Koreaner schrecken vor chinesischen Importen zurück
Der Markt für die drei größten chinesischen E-Commerce-Anbieter – Aliexpress, Temu und Shein – ist in Südkorea im April um 40 Prozent geschrumpft, berichtet The Korea Herald. Grund dafür war ein Bericht des Hauptzollamts am Incheon International Airport, das in 96 von 404 durch Aliexpress und Temu importierten Zubehörartikeln krebserregende Stoffe gefunden hatte. Ein Sprecher der koreanischen Verbraucherschutzvereinigung „The Voices for Consumers“ ging auf Anfrage allerdings nicht davon aus, dass der Effekt lange anhalte – die Preise seien einfach zu verlockend.
Amazon USA drohen zwei neue Klagen
Im US-Bundesstaat Arizona wurden zwei neue Klagen gegen Amazon eingereicht, berichtet Indiatimes.com. In einer der Klagen wird dem Unternehmen vorgeworfen, mit Hilfe von Designtricks, so genannten Dark Patterns, Nutzer davon abzuhalten, ihre Prime-Abonnements zu kündigen, in der anderen heißt es, der Quasi-Monopolstatus des Marktplatzes werde dazu genutzt, Drittanbieter davon abzuhalten, außerhalb von Amazon günstigere Preise anzubieten. In beiden Schriftsätzen wird das Gericht aufgefordert, zivilrechtliche Sanktionen zu verhängen und die unrechtmäßig erzielten Gewinne abzuschöpfen.
Alibaba stattet Lazada mit weiteren 230 Mio. Dollar aus
Alibaba hat seine südostasiatische Low-Cost-Plattform Lazada, die es 2016 für eine Mrd. Dollar übernommen hatte, mit weiteren 230 Mio. Dollar Kapital ausgestattet, berichtet Techinasia.com. Insgesamt sind schon rund 7,7 Mrd. Dollar geflossen, damit Lazada gegenüber dem Hauptkonkurrenten Shopee nicht die Luft ausgeht. Generell versucht Alibaba wieder Boden gegenüber Billiganbietern wie Temu und Shein gutzumachen, nachdem es im vergangenen Jahr von PDD Holdings bei der Marktkapitalisierung an der Börse überholt wurde.
EU droht Microsoft mit einer Milliarden-Geldstrafe
Die Europäische Kommission hat Microsoft ermahnt, als „sehr große Online-Plattform“ seinen Auskunftspflichten im Rahmen der DSA nachzukommen, um nicht hohe Geldbußen zu riskieren. Das Unternehmen war am 14. März aufgefordert worden, eine Risikobewertung für KI-Funktionen wie „Copilot in Bing“ und „Image Creator by Designer” vorzulegen, hat aber nur Teilinformationen geliefert. Microsoft hat bis zum 27. Mai Zeit, die angeforderten Unterlagen vollständig einzureichen, sonst droht als erste Maßnahme ein Bußgeld in Höhe von einem Prozent des zuletzt ausgewiesenen Jahresumsatzes. Dieser betrug zum Ende des Geschäftsjahres 2022/2023 im Juni 211,9 Mrd. US-Dollar.
TRENDS & TECH
Internetgeschwindigkeit: Deutschland weit abgeschlagen
Ookla hat erneut die Ergebnisse seines „Speedtest Global Index“ veröffentlicht und die Sieger für mobile und Festnetz-Internetverbindungen gekürt. Im mobilen Bereich belegt die Schweiz Rang 26, Österreich Rang 33 und Deutschland Rang 50. Bei den Festnetzverbindungen liegt die Schweiz mit Rang 14 wiederum vor Österreich auf Rang 51 und Deutschland auf Rang 60. Zum Vergleich: Der durchschnittliche mobile Download beträgt in Katar 314.78 Mbps und in Deutschland 58.50 Mbps; im Festnetz misst Ookla in Singapur 284.05 Mbps und in Deutschland 91.42 Mbps.
Einem Drittel der Deutschen ist „Deepfake“ kein Begriff
34 Prozent der von Bitkom befragten 1.004 Deutschen können mit dem Begriff „Deepfake“ nichts anfangen, weitere 34 Prozent haben eine Ahnung, können ihn aber nicht erklären und nur 22 Prozent zeigen sich informiert. Auch viele andere Begriffe aus der digitalen Welt sind noch nicht in der breiten Öffentlichkeit angekommen: „Ransomware“ ist für 36 Prozent ein böhmisches Dorf, noch exotischer sind nur noch „Metaversum“ (70 Prozent), „Blockchain“ (65 Prozent), „Kryptowährung“ (61 Prozent) und „Chatbot“ (54 Prozent).
Amazon entlässt Teile seines globalen Kundendienst-Teams
Laut Retaildive.com kündigte Amazon an, weniger als ein Prozent seines weltweiten Kundendienstteams zu entlassen, um „die Distanz zwischen Kunden und Kundendienst-Leitern zu verringern“ und sich „stärker auf Teamwork“ zu konzentrieren. Die Frage, ob der Einsatz des Chatbots „Q“ in der eigenen Callcenter-Technologie (der im November mit dem Versprechen eingeführt wurde, die Effizienz der Kundendienstmitarbeiter um 20 Prozent zu steigern) mit den Entlassungen zusammenhängt, wurde nicht behandelt.
„Astra“ soll Googles universeller KI-Assistent werden
Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O wurde neben neuen Funktionen der klassischen Suchmaschine unter anderem auch das „Project Astra“ vorgestellt, berichtet Techradar.com. Das Projekt ist Googles Plan, einen universellen KI-Agenten für den Alltagsgebrauch zu entwickeln, der nicht nur multimodalen Input (Text, Bilder, Video und Audio, einzeln oder gemischt) verarbeiten, sondern auch schneller reagieren und natürlichere Gespräche führen kann. Ob Astra Teil der Gemini-App wird oder 2025 vielleicht sogar mit eigener Hardware verkauft wird, war den Entwicklern auf der Konferenz nicht zu entlocken.
NACHHALTIGKEIT
Royal Mail spart 30.000 Tonnen CO2-Emissionen ein
Die britische Royal Mail hat im Juni 2023 einen Teil ihrer Schwerlastflotte auf mit Wasserstoff behandeltes Pflanzenöl (HVO) umgestellt und damit laut Channelx.world bereits 30.000 Tonnen Kohlendioxidäquivalente eingespart. In den nächsten 12 Monaten soll die Versorgung mit HVO ausgebaut werden, um weitere 44.000 Tonnen einzusparen. Bis 2030 will das Unternehmen seine Emissionen halbieren und bereits 2040 Netto-Null erreichen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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