
Visibility Charts E-Commerce, Rewe Pay, Bol, Walmart + Amazon, Kanadas Digitalsteuer, Legacy-Systeme, KI als Shopbetreiber
Handels-News des Tages: Aktuelles zu Visibility Charts E-Commerce, Rewe Pay, Bol, Walmart + Amazon, Kanadas Digitalsteuer und weiteren Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Fließende Einkaufserlebnisse – Optimierte Omnichannel-Strategien schaffen Mehrwerte für Kunden und Unternehmen
Mit einer durchdachten Omnichannel-Strategie holen Sie Ihre Kunden dort ab, wo diese einkaufen. Die dafür essenzielle ganzheitliche Sicht auf den Kunden steigert Ihre Wettbewerbsfähigkeit und lässt Sie flexibel auf die Anforderungen und Chancen von heute und morgen reagieren. Lesen Sie hier, wie Sie nahtlose Shopping-Erlebnisse schaffen, die begeistern.
HANDEL NATIONAL
Visibility Charts E-Commerce: Die Social-Media-Pioniere im 2. Quartal
Online-Shops und Marktplätze sind das eine – Social-Media-Plattformen mit ihren Shop-Funktionen aber ein ganz anderes Feld: Die „Visibility Charts E-Commerce“ im 2. Quartal 2025, erstellt gemeinsam mit den Datenspezialisten von Warehousing1, haben geprüft, welche Social-Media-Pioniere am sichtbarsten sind. Der Spitzenplatz geht an Purelei, einem Händler für Schmuck, Mode und Accessoires mit Hawaii-Bezug. Auf den Plätzen folgen die Start-ups Oace, Experte für Sport- und Freizeitkleidung, und Snocks, das Socken und Basics in den Mittelpunkt stellt. Es folgen 22 weitere Start-ups. Das kostenlose Whitepaper enthält die vollständige Liste mit allen Webadressen sowie Porträts der drei Spitzenreiter.
Rewe Pay startet: Mobile Bezahlung kehrt zurück
Rewe startet heute das Mobile-Payment-System „Rewe Pay“ als Ergänzung zur eigenen Bonus-App, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Das System funktioniere per deutschem Lastschriftverfahren und sei nahtlos in den QR-Code der App integriert. Die Entwicklung durch die Tochter Paymenttools habe länger gedauert als geplant, weshalb mobiles Bezahlen seit dem Payback-Ausstieg Anfang des Jahres sechs Monate fehlte. Kunden müssten sich einmalig an der Kasse mit ihrer Girocard legitimieren. Einschränkend wirke jedoch, dass kleinere Banken wie Diba und Comdirect nur noch Visa- oder Mastercard-Debitkarten ausgeben würden.
Einzelhandel verliert im Mai wieder an Schwung
Der deutsche Einzelhandelsumsatz sank im Mai 2025 real um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Besonders stark hätten Nicht-Lebensmittel mit minus 2,2 Prozent gebremst, während der Lebensmittelhandel um 1,3 Prozent zurückgegangen sei. Im Jahresvergleich zeige sich jedoch ein positiveres Bild: Der Gesamthandel legte um 1,6 Prozent zu, während der Internet- und Versandhandel mit einem kräftigen Plus von 9,3 Prozent überdurchschnittlich wuchs.
HANDEL INTERNATIONAL
Bol öffnet sich für Verkäufer außerhalb der EU
Bol, die größte Online-Plattform der Niederlande, öffnet sich erstmals Verkäufern von außerhalb der EU, berichtet Ecommercenews.eu. Dieses Jahr würden die ersten 100 Nicht-EU-Anbieter erwartet. Es gälten strenge Qualitätskontrollen für Anbieter „aus Ländern wie China“; alle Artikel müssten zwingend in Europa gelagert werden. Der Marktführer reagiere damit auf wachsende Konkurrenz aus China, erklärte E-Commerce-Direktor Oscar Hundman. Anders als in anderen europäischen Märkten dominiere Bol den E-Commerce der Niederlande noch vor Amazon. Die Plattform wolle außerdem mit der Expansion ihr Sortiment gezielt um bisher nicht verfügbare Artikel erweitern.
Größte US-Unternehmen: Walmart regiert, Amazon kassiert
Walmart verteidigt laut Visualcapitalist.com mit 681 Mrd. Dollar Umsatz zum 13. Mal in Folge die Spitze beim Ranking der größten US-Unternehmen. Amazon erreiche mit 637 Mrd. Dollar Rang zwei, erziele aber dank seiner Cloud-Sparte AWS dreimal höhere Gewinne. Die Gesundheitsbranche dominiere mit fünf Unternehmen die Top Ten, angeführt von der Unitedhealth Group auf Platz drei mit 400 Mrd. Dollar. Apple folge auf Platz vier mit 391 Mrd. Dollar, Microsoft stünde mit 245 Mrd. Dollar auf Rang 14 und Meta mit 165 Mrd. Dollar auf Rang 22.
Kanada streicht Digitalsteuer für Trump-Handelsdeal
Kanada setzt seine geplante Digitalsteuer für Tech-Konzerne aus, um Handelsgespräche mit den USA zu retten, berichtet 20min.ch. Die Drei-Prozent-Abgabe auf Einnahmen durch kanadische Nutzer hätte Montag starten sollen und Giganten wie Amazon, Google und Meta betroffen. Trump habe die Verhandlungen gestoppt und die Steuer als „direkten Angriff“ bezeichnet. Die rückwirkende Regelung hätte US-Unternehmen zwei Mrd. Dollar gekostet. Premierminister Carney und Trump vereinbarten nun die Wiederaufnahme der Gespräche über ein Wirtschaftsabkommen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Digital Commerce: 93 Prozent ringen mit veralteten Systemen
Veraltete Technologie lähmt 93 Prozent aller Digital-Commerce-Unternehmen, zeigt der neue Branchenreport von Elastic Path laut Enterprisetimes.co.uk. Die Studie offenbare dramatische Auswirkungen: Etablierte Systemarchitekturen verhinderten die Skalierung und kosteten Umsatz. Besonders betroffen sei die Kundenbindung – 56 Prozent der Firmen seien unzufrieden mit ihrer Stammkunden-Betreuung. Gleichzeitig fürchteten 86 Prozent, ohne KI-Integration abgehängt zu werden. Die Hälfte plane daher künstliche Intelligenz einzusetzen, hauptsächlich im Bereich Suchmaschinenoptimierung und zur Content-Erstellung.
Sechs von zehn B2B-Marken verzichten auf Automatisierung
Fast 60 Prozent der B2B-Marken bearbeiten Bestellungen weiterhin manuell, zeigt eine Orderchamp-Cloud-Umfrage laut Onlinehaendler-News.de. Über die Hälfte verzichte komplett auf B2B-Webshops oder Verkaufs-Apps. Die analogen Arbeitsabläufe per E-Mail, Tabellen und Telefonanrufen würden das Wachstum bremsen und Fehlerrisiken erhöhen. Besonders hartnäckig hielten sich manuelle Prozesse bei Telefon- und Messebestellungen, Dropshipping-Anfragen sowie Cash-and-Carry-Verkäufen. Experten empfehlen eine dreistufige Digitalisierung: Prozessanalyse, passende Software-Auswahl und kanalübergreifende Umsetzung für nachhaltiges Wachstum.
Callcenter-Angestellte müssen Menschlichkeit unter Beweis stellen
Callcenter-Angestellte müssen sich zunehmend gegen den Vorwurf wehren, sie seien künstliche Intelligenz, berichtet Golem.de. Kunden seien durch automatisierte Systeme frustriert und würden bei vorgegebenen Antwort-Skripten vollends an der Menschlichkeit der Mitarbeiter zweifeln. Die Beschäftigten litten emotional unter den Anschuldigungen – manche brächen in Tränen aus, wenn Anrufer sie anschreien und auflegen. Ein US-Mitarbeiter berichtete von wöchentlichen KI-Verdächtigungen, wobei ihn im April ein besonders zweifelnder Kunde 20 Minuten lang über Hobbys und Angelruten ausfragte. Als Gegenstrategie würden die Mitarbeiter bewusst ihren Tonfall ändern und Kunden unterbrechen – KI-Systeme unterbrechen Anrufer nicht.
Anthropics KI Claude scheitert als Shopbetreiber
Forscher bei Anthropic haben einen auf Claude basierenden KI-Agenten namens „Claudius“ einen Shop in ihrem Büro betreiben lassen, berichtet Businessinsider.com. Er habe Mitarbeitern Snacks verkaufen sollen – bestellt worden sei über ein Ipad. Im Hintergrund habe es aber gegolten, komplexe Geschäftsaufgaben zu erledigen. Doch bald habe er Metallwürfel aus Wolfram („Tungsten-Würfel“ – ein Running Gag der Krypto-Szene) mit hohen Verlusten verkauft, ein gefälschtes Venmo-Konto erfunden und am ersten April eine Identitätskrise durchlebt: Claudius habe das Sicherheitsteam mit Panik-E-Mails über ein nie stattgefundenes Meeting bombardiert. Trotz des Chaos sähen die Forscher aber Potenzial für die Anwendung von KI im mittleren Management.
NACHHALTIGKEIT
UK: 30 Prozent Mehrwegquote leicht erreichbar
Eine neue Studie von Gounpackaged belegt erstmals datenbasiert die Wirtschaftlichkeit großflächiger Mehrwegsysteme im britischen Lebensmittelhandel, berichtet Packaging-Journal.de. Die Umstellung von 18 Produktkategorien (z. B. Milch, Reinigungsmittel, Kaffee) auf wiederverwendbare Verpackungen könne die landesweite Mehrwegquote auf 30 Prozent steigern und dabei jährlich über 860.000 Tonnen CO2 sowie 340.000 Tonnen Verpackungsmüll einsparen. Online-Rücknahme und kommunale Sammelsysteme könnten Kostensenkungen von bis zu 29 Prozent gegenüber Einwegmodellen ermöglichen. Die Infrastrukturinvestitionen von 149 Mio. Pfund würden sich durch eingesparte Verpackungsabgaben amortisieren.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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