3D-Illustration zu E-Commerce-Wachstum, internationalen Deals und digitalem Handel
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Wachstumsmotor E-Commerce, Ceconomy + JD.com, Google, Paypal, Amazon, Compare Group, Südkorea, Vietnam, Cylindo Quickshot

Aktuelle E-Commerce-News: Wachstumsmotor E-Commerce, Ceconomy + JD.com, Google, Paypal, Amazon, Compare Group, Südkorea und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

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HANDEL NATIONAL

E-Commerce sichert 2,9 Mio. Arbeitsplätze
Der E-Commerce trug 2024 beeindruckende 308 Mrd. Euro zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei – mehr als Finnlands komplette Wirtschaftsleistung, so eine Studie von Oxford Economics. Die Branche schaffe direkt 119 Mrd. Euro Mehrwert und sichere insgesamt 2,9 Mio. Arbeitsplätze. Pro direktem E-Commerce-Job entstünden zwei weitere Stellen in anderen Sektoren. Dabei überträfen Business-to-Business-Transaktionen sogar die Verbraucherumsätze. 70 Prozent aller Deutschen würden den Online-Handel bereits als unverzichtbaren Lebensbestandteil bewerten.

Deutschland wandelt sich zur Plattform-Ökonomie
Besonders kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland profitieren vom E-Commerce: Zwei Drittel verkaufen über Marktplätze, ein Viertel ihres Umsatzes entsteht digital, zitiert der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel aus der oben erwähnten, von ihm in Auftrag gegeben Oxford-Economics-Studie. Traditionelle Wertschöpfungsmodelle würden durch die Plattformökonomie abgelöst – die Hälfte des E-Commerce-Umsatzes entstünde auf Online-Marktplätzen. Der Bevh fordert die Politik auf, Bürokratie abzubauen statt sie zu verschärfen, europäische Vorgaben praxisnah umzusetzen und endlich fairen Wettbewerb mit Plattformen aus Drittstaaten zu schaffen.

Kartellamt erlaubt Ceconomy-Übernahme durch JD.com
Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Mediamarkt-Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com freigegeben, berichtet Heise.de. Der Deal entspreche einem Unternehmenswert von vier Mrd. Euro. Kartellamt-Präsident Andreas Mundt begründete die Entscheidung damit, JD.com sei bislang kaum in Deutschland tätig und weise deshalb wenige wettbewerbliche Berührungspunkte auf. Nun könnte nur noch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche aus sicherheitspolitischen Gründen ihr Veto einlegen.

Medienallianz gegen Googles KI-Übersichten
NGOs, Verbände und Medienorganisationen reichten bei der Bundesnetzagentur eine DSA-Beschwerde gegen Googles KI-Übersichten ein, teilt Corint Media im Namen der Allianz mit. Die KI-Übersichten würden als „Traffic-Killer“ unabhängigen Medien Reichweite und Werbeerlöse entziehen, da Nutzer nicht mehr auf die Originalquellen klickten. Google schaffe damit ein Konkurrenzprodukt zu journalistischen Inhalten und verwende dabei intransparente Algorithmen, die nachweislich Fehlinformationen verbreiteten. Die Beschwerdeführer sehen Medienvielfalt und demokratischen Diskurs gefährdet. Sie fordern die Netzagentur auf, die EU-Kommission einzuschalten, um ein Verfahren einzuleiten.


HANDEL INTERNATIONAL

Google und Paypal schmieden KI-Commerce-Allianz
Google und Paypal haben ein weitreichendes Bündnis für KI, Zahlungen und Cloud-Dienste geschlossen, meldet Retail-News.de. Google stelle seine KI-Technologie zur Verfügung, um Paypals Sicherheits- und Serviceangebote zu verbessern. Im Gegenzug werde Paypal seine Zahlungsdienste tief in Google Ads, Google Play und Google Cloud integrieren. Die Partner wollen gemeinsam agentisches Shopping im E-Commerce vorantreiben, bei dem KI-Assistenten Transaktionen – inklusive Bezahlung – komplett automatisiert abwickeln können.

Amazon USA: Fulfillment für Walmart, Shopify und Shein
Amazon erweitert seinen „Multi-Channel Fulfillment-Service“ auf neue Plattformen, berichtet Supplychaindive.com. Die Partnerschaft mit Walmart sei bereits umgesetzt, die mit Shopify werde ausgebaut und Shein folge noch in diesem Jahr. Der Service unterstütze bereits Etsy, Temu und Tiktok Shop und ermögliche Online-Händlern eine zentrale Lagerhaltung für alle Kanäle. Parallel führe Amazon neue Dienste ein: „Global Warehousing and Distribution“ für Lagerhaltung nahe Produktionsstandorten und eine KI-gestützte Zollabfertigung, die den Zeitaufwand um über 50 Prozent senke.

Compare Group expandiert nach Dänemark und Norwegen
Die niederländische Compare Group startet ihre Preisvergleichsplattformen in Dänemark und Norwegen, berichtet Ecommercenews.eu. Anfang des Jahres war das Unternehmen in Frankreich gestartet, in Deutschland betreibe es Bestekauf.de (vormals: Elcheapo.de). Zeitgleich mit der Expansion werde die Infrastruktur modernisiert und erstmals KI für die Aktualisierung von Kategorien eingesetzt. Das Stammportal Vergelijk.nl war die erste Preisvergleichsplattform, die Google auf Schadenersatz verklagt habe, nachdem die EU-Kommission eine Rekordstrafe verhängt hatte, weil die Suchmaschine Google Shopping bevorzugt habe.

Südkorea: Alibaba + Shinsegae = 41 Prozent Marktanteil
Alibaba und Shinsegae erhalten von der südkoreanischen Wettbewerbsbehörde grünes Licht für ihr Joint Venture, berichtet Finimize.com. Das Bündnis bringe Aliexpress Korea und Gmarket unter ein Dach und sichere sich damit sofort 41 Prozent des grenzüberschreitenden Online-Handels. Die Behörden verhängten jedoch strikte Auflagen: Drei Jahre müssten die Unternehmen ihre Operationen und Datenbestände getrennt halten, insbesondere dürften sie keine Informationen über Auslandseinkäufe koreanischer Verbraucher teilen.

Vietnamesische Bauern erleben E-Commerc-Boom
Vietnamesische Landwirtschaftsprodukte erleben einen beispiellosen E-Commerce-Boom, wie beispielsweise die „Woche der vietnamesischen Agrarprodukte“ bei Tiktok Shop demonstriere, berichtet Vir.com.vn. Fünfzig Livestreams mit Spezialfrüchten hätten dort binnen 72 Stunden fast 10.000 Bestellungen generiert. Insgesamt sei die Zahl der Agrarprodukte auf digitalen Plattformen seit 2024 um 30 Prozent gestiegen. Bis 2028 prognostizieren Experten einen Online-Exportwert von 5,8 Mrd. Dollar.

Trump-Zölle bremsen Schweizer Kauflust nur wenig
Schweizer Konsumenten zeigen sich im August unbeeindruckt von Trumps Zolloffensive und steigerten ihre Ausgaben im August um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtet Handelszeitung.ch. Trotz massiver US-Zölle auf Schweizer Güter erweise sich der private Konsum als stabilisierender Anker der Wirtschaft. Während Reiseausgaben merklich einbrachen, erreichten Freizeitausgaben ein Allzeithoch – Restaurants profitierten besonders. Beauty-Ausgaben blieben konstant, wobei Verbraucher mehr in Schönheitsbehandlungen investierten, bei Kleidung jedoch sparten.


US-Onlineshopper setzen auf Kosten statt Tempo
Gratis-Versand wird zum dominierenden Kauffaktor im US-Online-Handel, wie laut Dcvelocity.com die aktuelle Ryder-Studie zeigt. Der kostenlose Versand motiviere mittlerweile 76 Prozent der Verbraucher und gewinne seit drei Jahren kontinuierlich an Bedeutung, während die schnelle Lieferung nur noch 15 Prozent wichtig wäre. Fast die Hälfte der Konsumenten intensiviere die Recherchen beim Shopping, um den steigenden Preisen zu begegnen. Aus den gleichen Gründen planten 44 Prozent ihre Ausgaben rund um Weihnachten zu reduzieren.

Chaos stellt KI-Bildtool für Möbel vor
Chaos, der Visual-Design-Spezialist aus Karlsruhe, stellt in einer Medienmitteilung „Cylindo Quickshot“ vor, eine speziell für Möbelhändler entwickelte AI-Lösung, die in Sekunden markengerechte Lifestyle-Bilder generieren kann. Die Technologie basiere auf 3D-Stammdaten von Cylindo und gewährleiste dadurch stets korrekte Proportionen und Maßstäbe. Gestalter erhielten so direkte Kontrolle über Komposition, Beleuchtung und Requisiten. Hochwertige Produktdetailseiten mit immersiven visuellen Elementen könnten die Konversionen um bis zu 36 Prozent verbessern und den durchschnittlichen Bestellwert um 71 Prozent steigern.

Katastrophenwarn-App ruft zum Singen auf
7.000 Bewohner von Bad Dürkheim wurden am Montag von ihrer Katastrophenwarn-App Katwarn dazu aufgefordert, bitteschön gemeinsam das Pfalzlied anzustimmen, berichtet Spiegel.de. Inwiefern diese Maßnahme einen Schutz vor welcher denkbaren Katastrophe darstellen könnte, blieb ungeklärt. Darum habe es Dutzende von Beschwerden bei der Kreisverwaltung gehagelt. Ein Missverständnis, wie sich schnell herausstellte – gemeint gewesen seien nur jene Dürkheimer, die das Thema „Wurstmarkt“ abonniert haben. Nur diese hätten auf jenem für ein anwesendes Kamerateam die inoffizielle Hymne der Pfalz anstimmen sollen.


NACHHALTIGKEIT

Online-Handel vernachlässigt die Nachhaltigkeit
Online-Händler vernachlässigen Nachhaltigkeit dramatisch, so eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes. Preis und Verfügbarkeit dominierten weiterhin die Kaufentscheidungen, während umweltfreundliche Optionen versteckt blieben. Die Plattformen förderten systematisch Neukäufe statt Kreislaufwirtschaft, kritisiert UBA-Präsident Dirk Messner. Nachhaltigkeitsfilter seien unzureichend, Second-Hand-Angebote kaum sichtbar. Reparaturen würden durch hohe Kosten und komplizierte Verfügbarkeit behindert. Das Umweltbundesamt empfehle algorithmusbasierte Nachhaltigkeitskriterien, transparente Qualitätsstandards für Gebrauchtwaren und bessere Integration von Reparaturdienstleistungen in Online-Shops.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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