
Onlinehändler sind bei neuen Zahlmethoden skeptisch
Noch sind neue Zahlverfahren wie "Bezahlen über Amazon" oder "Google Checkout" für die meisten Onlinehändler uninteressant, zeigt das aktuelle E-Payment-Barometer.
Björn BöerChefredakteurPotenzial vorhanden
Gleichwohl sehen Händler Potenzial, dass ein solches Verfahren zukünftig eine Zahlmöglichkeit im E-Commerce-Umfeld darstellen könnte. Dabei wird jedoch von rund der Hälfte der Befragten nur dem „Bezahlen über Amazon“ positive Erfolgsaussichten zugeschrieben. "Google Checkout" kommt hier noch auf rund 25 Prozent. Die Einführung derartiger Zahlverfahren könnte nach Meinung der Onlinehändler vor allem die Zahlung durch Vorkasse (22 Prozent) und über PayPal (31 Prozent) ersetzen.
Gleichzeitig werden mit der Integration solcher intermediärer Zahlverfahren auch Bedenken verbunden. So äußerten drei von vier der Befragten die Sorge, dass der weltgrößte Onlinehändler Amazon sein Zahlverfahren dafür nutzen könnte, sein eigenes Produktangebot durch die Drittanbieter zu optimieren. Rund die Hälfte äußert zudem Bedenken, dass eine solche Zahllösung den Preiswettbewerb anheizen könnte.
"Besonders die hohe Zahl an ablehnenden Bewertungen durch die befragten Onlinehändler und die Unkenntnis dieser über die neuartigen Angebote zeigt, dass die Zahlung über Intermediäre derzeit noch nicht vollständig im deutschen E-Commerce-Markt angekommen ist", so Dr. Georg Wittmann, Senior Consultant bei ibi research.
Anforderungen an Zahlverfahren
Die zentralen Anforderungen an ein Zahlverfahren im E-Commerce sind im Vergleich mit vorherigen Befragungen langfristig stabil. Zu den drei wichtigsten Punkten zählen für Händler nach wie vor die Akzeptanz und Verbreitung des Verfahrens (69 Prozent), der Schutz vor Zahlungsausfällen (60 Prozent) sowie die Kosten des Verfahrens (57 Prozent).
Aus Kundensicht sind besonders die Faktoren Preis, schnelle Lieferung, angebotene Zahlungsverfahren und Vertrauenswürdigkeit des Shops relevant für die Kaufentscheidung im Internet, so die Händlermeinung.
"Das E-Payment-Barometer bestätigt, dass sowohl seitens der Händler, aber auch aus Konsumentensicht im Onlinehandel Anforderungen an Zahlverfahren gestellt werden, wie sie traditionelle Zahlungslösungen wie die Kreditkartenzahlung, aber auch neuere Verfahren, wie PayPal oder sofortüberweisung.de mittlerweile gut erfüllen", erläutert Wittmann.
Das E-Payment-Barometer
Das E-Payment-Barometer ist eine Umfrage des Instituts ibi research an der Universität Regensburg und des Wirtschaftsmagazins Der Handel, die im Auftrag von MasterCard vierteljährlich durchgeführt wird.
Das E-Payment-Barometer wird vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) und dem Bundesverband der Dienstleister für Online-Anbieter (BDOA) unterstützt. Die Ergebnisse finden Sie im Internet unter: www.ibi.de/E-Payment-Barometer

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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