3D-Illustration zu Lieferung, Export, Marktplätzen und KI im E-Commerce
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Otto Home, Docmorris, Exporte, EU Inc, Temu + Amazon, Indien, Goodwill, Tiktok, Meta, Same-Day-Delivery, agentische KI

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Vom Sofa bis zur Vase: Otto lanciert Home-Marke
Der Hamburger Online-Händler Otto erweitert sein Eigenmarken-Portfolio um die Linie „Otto Home“, berichtet das Unternehmen. Die neue Marke solle Orientierung in der umsatzstarken Kategorie „Home & Living“ bieten, die bereits vier Mio. Produkte umfasse. Das Sortiment reiche von Handtüchern bis zu Sofas und orientiere sich an Stilen zwischen skandinavischem Hygge und Minimalismus. Zielgruppe seien vor allem Familien, denen verlässliche Qualität zu attraktivem Preis wichtig sei. Otto Home reihe sich neben Eigenmarken wie Hanseatic oder Lascana ein.

Docmorris wächst in Deutschland 13 Prozent
Die Schweizer Online-Apotheke Docmorris steigerte ihren Umsatz in Deutschland 2025 um 13,1 Prozent, berichtet das Unternehmen – obwohl die Marke „Zur Rose“ Ende 2024 eingestellt worden sei. Das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten sei um 33,2 Prozent gewachsen, freiverkäufliche Produkte um 7,1 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich die digitalen Dienste: Die Telemedizin-Plattform Teleclinic habe ihren Umsatz mehr als verdoppelt, Retail Media und Marktplatz seien um 88 Prozent gewachsen. Der im Herbst eingeführte KI-Assistent werde bereits von jedem dritten App-Nutzer genutzt.

Trumps Zölle drücken Exportüberschuss auf Tiefstand
Die bisherige US-Zollpolitik ließ deutsche Exporte in die Vereinigten Staaten einbrechen, meldet das Statistische Bundesamt. Von Januar bis November 2025 seien Waren im Wert von 135,8 Mrd. Euro über den Atlantik geschickt worden – 9,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig hätten die Importe aus den USA um 2,2 Prozent zugelegt. Der Exportüberschuss schrumpfe damit auf 48,9 Mrd. Euro, den niedrigsten Stand seit der Pandemie. China verdränge die USA wieder als wichtigsten Handelspartner Deutschlands, dessen Handelsumsatz bei 230,8 Mrd. Euro liege, gegenüber den 222,8 Mrd. Euro mit den Vereinigten Staaten.


HANDEL INTERNATIONAL


EU plant Turbo-Gründung mit Ein-Euro-Startkapital
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen kündigte beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine neue Unternehmensform namens „EU Inc“ an, berichtet Spiegel.de. Die Firmengründung solle künftig innerhalb von 48 Stunden komplett digital ablaufen – mit einem einheitlichen Regelwerk für alle Mitgliedstaaten. Das EU-Parlament unterstütze den Vorstoß und empfehle eine „Einheitliche Europäische Gesellschaft“ für nicht börsennotierte GmbHs, deren Mindeststammkapital bei einem Euro liege. Der konkrete Kommissionsvorschlag werde im März vorgestellt.

Temu klettert in drei Jahren auf Amazons Augenhöhe
Temu erreicht im Cross-Border-E-Commerce weltweit 24 Prozent Marktanteil und liegt damit gleichauf mit Amazon, berichtet Scmp.com. Die chinesische Billig-Plattform sei innerhalb von drei Jahren von unter einem Prozent auf dieses Niveau geklettert, während Amazon zeitgleich von 26 auf 24 Prozent zurückgefallen sei. Shein halte stabil neun Prozent, Aliexpress komme auf acht Prozent. Ebay hingegen habe seit 2018 dramatische 68 Prozent seines Marktanteils eingebüßt und liege nur noch bei fünf Prozent.

Indiens Republic Day Sales wachsen um ein Fünftel
Indische E-Commerce-Plattformen wie Amazon Indien und Flipkart erwarten bei ihren „Republic Day Sales“ ein Wachstum von 20 bis 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtet Indiatimes.com. Flipkart habe bereits 35 Prozent mehr verkaufte Einheiten in den ersten drei Tagen gemeldet. Die seit 16. Januar laufenden Aktionen seien der erste große Sale-Event nach Diwali und dienten primär der Lagerräumung. Anders als die nachfragegetriebene „Festive Season“ basiere die jetzige Aktion auf Rabatten.

Goodwill versteigert Spenden für 450 Mio. Dollar
Die Online-Auktionsplattform ShopGoodwill.com des US-amerikanischen Sozialunternehmens Goodwill erzielte 2025 einen Warenwert von 450 Mio. Dollar, was einem Anstieg von 22 Prozent entspreche und damit den höchsten Jahresumsatz in 26 Jahren markiere, berichtet Modernretail.co. Allein im vierten Quartal sei das Wachstum gegenüber dem Vorjahr auf 50 Prozent geschnellt. Die Plattform habe seit ihrer Gründung 1999 mittlerweile drei Mrd. Dollar umgesetzt – eine Verdreifachung binnen fünf Jahren. Konkurrenten wie Thredup und Depop verzeichneten ähnlich starke Zuwächse.

Tiktok-Werbung schafft 31 Mrd. Euro Wert in der EU
Werbung auf Tiktok generierte 2025 einen wirtschaftlichen Wert von 31 Mrd. Euro in der EU, berichtet Channelx.world. Deutschland führe mit 7,2 Mrd. Euro, gefolgt von Frankreich mit 5,2 Mrd. und Italien mit 3,6 Mrd. Euro. Kleine und mittlere Unternehmen hätten durch die Plattform einen Mehrumsatz von 13 Mrd. Euro erzielt; bereits 6,5 Mio. EU-Firmen nutzten Tiktok für den grenzüberschreitenden Handel. Die Kreativwirtschaft profitiere mit 2,6 Mrd. Euro Zusatzwert und 52.000 unterstützten Jobs, die Musikbranche allein mit 1,8 Mrd. Euro Mehrerlös durch Streaming und Konzerte, so eine Studie von Public First.

Amazon klont Walmart-Strategien für Lebensmittel
Amazon übernimmt Strategien von Walmart, um im Lebensmittelgeschäft aufzuholen, berichtet Businessinsider.com. Neun Jahre nach dem Whole-Foods-Kauf für 13,7 Mrd. Dollar halte der Konzern nur 1,6 Prozent Marktanteil, Walmart dagegen 21 Prozent. Amazon plane „Supercenter“-Lager für Lieferungen unter vier Stunden, ein „1DC“-Verteilnetz für häufig gekaufte Produkte und Mikro-Fulfillment-Center in Whole-Foods-Filialen. Die Kapazität für verderbliche Waren solle so bis Ende 2026 von 2,6 auf 3,3 Mrd. Einheiten steigen.

UK-Glücksspielaufsicht: Meta verdient an kriminellen Casino-Anzeigen
Meta schaue bei illegalen Online-Casino-Anzeigen auf Facebook und Instagram bewusst weg und kassiere gerne weiter bei Kriminellen, wirft die britische Gambling Commission dem Konzern laut Reuters.com vor. Besonders problematisch seien Ads für Seiten außerhalb des Selbstausschluss-Systems „Gamstop“. Executive Director Tim Miller nannte Metas Behauptung, erst nach Hinweisen von solchen Anzeigen erfahren zu haben, „schlicht falsch“ – schließlich seien die Ads in Metas eigener, durchsuchbarer Werbebibliothek unter „Not on Gamstop“ gelistet. Meta beteuere, strikte Richtlinien einzuhalten, und mit der Behörde zusammenarbeiten zu wollen.


Same-Day-Delivery wird vom Extra zur Erwartung
45 Prozent der deutschen Verbraucher würde häufiger online kaufen, wenn Waren am selben Tag geliefert würden, zeigt Umfrage von Fleetlery laut Ibusiness.de. Besonders stark sei die Nachfrage bei 25- bis 34-Jährigen und speziell für Apothekenprodukte (75 Prozent) und Lebensmittel (57 Prozent). Dies gebe stationären Händlern die Möglichkeit, ihre Filialnähe mit Liefergeschwindigkeit zu kombinieren und so gegen den regulären Online-Handel zu punkten. Besonders bei spontanen Geschenken scheitere der Einkauf oft an langen Lieferzeiten – verschenktes Umsatzpotenzial im wörtlichen Sinn.

Wenn Websites zu Datenquellen schrumpfen
Agentische KI degradiere Websites zu bloßen Datenquellen, warnt James LePage vom WordPress-AI-Team auf Searchenginejournal.com. Agenten würden Inhalte extrahieren und nach eigener Logik neu synthetisieren, wodurch Marken völlig die Kontrolle über Darstellung und Inhalte verlören. Für Online-Shops funktioniere das System noch erträglich – bei Info-Portalen hingegen werde es „komplex“. Als Gegenmittel schlage LePage eigene Site-Agenten vor, die durch Protokolle wie MCP mit den Besucher-Agenten verhandelten. Online-Angebote, die sich nicht anpassten, würden als passives Scraping-Material enden.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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