Die Rabattschlacht bei Lebensmitteln hat an Umfang und Häufigkeit verloren. Die Preissenkungsrunden gestalten sich bislang moderat im Vergleich zum Vorjahr.
Weniger Spielraum für Preissenkungen
"Die Intensität der Preissenkungen hat nachgelassen", sagte Discountexperte Matthias Queck vom Handelsinformationsunternehmen Planet Retail der Nachrichtenagentur dpa. Angesichts tendenziell steigender Rohstoffpreise dürfte der Spielraum deutlich abgenommen haben.
Unter den jetzt verbilligten Produkten seien zwar "Klassiker" wie Fisch in der Dose. Diese Produkte stünden aber nicht so im Fokus wie Butter oder Milch, bei denen die Verbraucher die Preise im Kopf hätten.
"Das Ganze ist unspektakulär", urteilt Queck. Das Sortiment bei den Discountern reicht von etwa 800 Artikeln bei Aldi Nord bis über 3.500 bei Netto.
Bio-Gemüse, Wein und Dosen-Ananas
Neben dem führenden Discounter Aldi gaben am Donnerstag auch Norma, die Edeka-Tochter Netto Marken-Discount und die Rewe-Discount-Tochter Penny Preissenkungen bekannt. Ähnlich wie bei Aldi waren davon bestimmter Dosen-Fisch, verschiedene Sorten von Tiefkühl-Bio-Gemüse, ausgewählte Weine und Dosen-Ananas betroffen.
Im Unterschied zu Preissenkungen schalten Handelskonzerne bei Preiserhöhungen keine Anzeigen. So lief Mitte Mai still und leise eine Preiserhöhungsrunde bei Butter, die um mehr als 20 Prozent teurer wurde.
Zuvor war auch schon Trinkmilch teurer geworden. Im Mai kosteten infolge des schlechten Wetters und einer geringeren Ernte frisches Obst und Gemüse in vielen Fällen mehr als im Vorjahresmonat.
2009 war das Jahr der Preissenkungen im Lebensmittelhandel. Zwölf Rotstiftwellen gingen durch das Sortiment - meist ausgelöst von Aldi.
