Rot für die Nährwert-Ampel

Rot für die Nährwert-Ampel

Der zuständige Ausschuss des Europäischen Parlaments hat heute gegen die Einführung einer Nährwert-Ampel auf Lebensmittelprodukten votiert. Eine verpflichtende Kennzeichnung ist aber geplant.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Damit bestätigt das Gremium den schon von der EU-Kommission eingeschlagenen Weg und erteilt einer verpflichtenden Kennzeichnung von Lebensmitteln durch die Farben "rot", "gelb" und "grün" eine klare Absage.

Streit um die Ampel

"Das ist das grundsätzlich das richtige Signal für eine Nährwertinformation, die auf Fakten statt auf willkürlichen Bewertungen ohne wissenschaftliche Grundlage basieren muss", begrüßt Professor Dr. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer im Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) die Entscheidung. "Einen Nutzen hätte die Ampelkennzeichnung nicht, vielmehr würde sie den Verbraucher irreführen."

Verbraucherorganisationen wie Foodwatch forderten die Einführung der sogenannten Nährwert-Ampel, um Werbelügen der Lebensmittelindustrie zu entlarven und den Verbrauchern eine einfache Informationsgrundlage an die Hand zu geben.

Gestern hatten sich noch Kinderärzte aus ganz Europa an das EU-Parlament gewandt, um für die obligatorische Lebensmittelkennzeichnung einzutreten: "Wir bitten Sie dringend, nicht nur die Interessen der Nahrungsmittelindustrie zu unterstützen", hieß es in einem  Brief des deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte sowie der Vereinigung der europäischen Kinderärzte an die EU-Parlamentarier.

Nährwertkennzeichnung wird Pflicht

Die Lebensmittelindustrie und -handel hingegen treten für eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung ein, die sich auf den Energiegehalt sowie sieben Nährstoffe (Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Natrium) konzentrieren.

Der Ausschuss votierte nun für einen Richtlinien-Entwurf mit dem auf Lebensmitteln künftig der Nährwert sowie der Gehalt pro 100 Gramm an Fett, ungesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker und Salz angegeben werden soll. Darüber hinaus sollen spezielle Angaben unter anderem für Allergiker zwingend werden. Die Details der Lebensmittelkennzeichnung sollen nach dem Entwurf den nationalen Gesetzgeber vorbehalten bleiben.

Im Mai wird das Europäische Parlament über die neue Lebensmittelinformationsverordnung entscheiden, das Votum des Ausschuss gilt allerdings als Richtschnur.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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