Schwarzer Humor bei Neckermann: "Insolvent, na und?"

Schwarzer Humor bei Neckermann: "Insolvent, na und?"

Neckermann wirbt mit Galgenhumor um die Treue der Kunden. Bald soll für sie alles wieder ganz normal sein - auch wenn das Schicksal des insolventen Versandhändlers weiterhin ungewiss ist.

SRSybille RoemerRedakteurin
2 Min.· Aktualisiert am
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Mit dem Spruch "Insolvent. Na und? Sie wollen schließlich kein Geld bei uns bestellen, sondern Ware" wirbt Neckermann.de bei den Kunden um Vertrauen; der Slogan "Sie haben momentan wenig Geld in der Kasse? Wir wissen, wie sich das anfühlt" soll die Kunden für weitere Bestellungen erwärmen.

Galgenhumor für Treue-Angebote

Die prominent auf der ersten Seite des Webshops platzierten Anzeigen werben für die Treue-Angebote, die der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Frege der Anwaltssozietät CMS Hasche Sigle vorigen Donnerstag angekündigt hatte: "Neckermann bittet alle Lieferanten und Kunden um Treue und Hilfe", hieß es in einer Pressemitteilung.

Nach einem Paketstau, der inzwischen wohl behoben ist, hatte das Unternehmen die Rabattaktion dort als Dankeschön für die Geduld der Kunden im Webshop angekündigt.

Während die flapsigen Werbesprüche nicht weiter erläutert werden, wenn man auf die entsprechenden Angebote klickt, hat der Versandhändler unterhalb der Treue-Produkte eine Kunden-Mitteilung platziert.

Dort erfährt der Kunde in der direkten und somit vorgeblich persönlichen Ansprache, dass die Warenauslieferung sichergestellt sei und die Bestellungen wieder ausgeliefert würden, weil der Versand seit dem 26. Juli 2012 fortgesetzt wird.

"Bitte halten Sie uns die Treue!"

Der von der Insolvenz verursachte Paketstau werde in den nächsten Tagen aufgelöst. Somit sei der Warenverkehr gesichert und stabilisiert. "Wir möchten uns für eventuelle Unannehmlichkeiten entschuldigen. Bitte halten Sie uns die Treue!", schreibt "Ihr neckermann.de-Team".

Unterdessen ist das Schicksal der rund 2.400 Mitarbeiter weiterhin ungewiss, auch ein Käufer für den insolventen Versender ist noch nicht in Sicht.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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