Showroom Amazon: Balsam oder Gift?

Showroom Amazon: Balsam oder Gift?

Ja, so etwas hört und denkt sich die gequälte Händlerseele gerne. Amazon womöglich als Schaufenster für das eigene Gardinenlädchen. Könnte man meinen. "Immer mehr stationäre Käufe werden im Internet vorbereitet", balsamt nämlich eine Studie von ECC Köln und hybris. Wirken wird das vermeintliche Schmerzmittel wenig. Dagegen sprechen andere Werte.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Fest steht: Produktgruppenübergreifend werden knapp 40 Prozent der Käufe im stationären Handel durch eine Informationssuche in Online-Shops vorbereitet. Vor gut zehn Jahren waren das noch 26,5 Prozent. Nutzt das dem Handel also wirklich?

Nö.

Denn - na und? Vor gut zehn Jahren nutzte grad mal jeder zweite Deutsche das Web. 2015 sind rund 80 Prozent der Deutschen online. Die die früher einfach mangels Möglichkeiten in den Laden gerannt sind, schauen heute eben sicherheitshalber erst mal im Netz nach.

Den Nutzen hat vor allem Amazon - "Deutschlands größter Showroom" schlagzeilt das ECC, und das diesmal zu Recht.

Laut der Studie „Cross-Channel im Umbruch – Das Informations- und Kaufverhalten der Konsumenten Vol. 7“ des ECC Köln und hybris software geht bei mehr als einem Drittel der Online-Käufe der Kunde zuerst zur Information zu Amazon – unabhängig davon, in welchem Online-Shop tatsächlich gekauft wurde. Damit lässt der Online-Generalist sogar die Suchmaschine Google (14,3 Prozent) weit hinter sich. Auch Preisvergleichsseiten (6,7 Prozent) können Amazon in Sachen erste Informationssuche nicht das Wasser reichen.

Laut Studie zählen zudem fast zwei Drittel der deutschen Internetnutzer zu den sogenannten selektiven Online-Shoppern, die sowohl online als auch stationär einkaufen. Nur noch knapp acht Prozent der für die Studie Befragten kauft nicht gerne online ein.

Für die Studie „Cross-Channel im Umbruch – Das Informations- und Kaufverhalten der Konsumenten Vol. 7“ wurden im Februar 2015 in Deutschland (n = 984), Österreich (n = 493) und der Schweiz (n = 497) Personen internetrepräsentativ befragt.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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