
Tante Emma verschwindet
Es gibt immer wenige kleine Lebensmittelläden in Deutschland, wohingegen die Discounter immer größer werden. Im Internet ist es genau andersherum: Da schlägt die Stunde der kleinen Spezialisten.
Läden hübschen sich auf
Auch Lebensmitteldiscounter beschreiben diesen Trend. Hatte beispielsweise eine neueröffnete Aldi-Nord-Filiale in 2005 eine durchschnittliche Verkaufsfläche von 810 Quadratmeter, waren es zehn Jahre später bereits 950 qm. Aldi-Süd hat seine neueröffneten Flächen in diesem Zeitraum von rund 830 auf 980 Quadratmeter ausgebaut. Außerdem erweitern die Discounter ihre Sortimente, listen immer mehr Markenartikel und investieren deutlich höhere Summen in die Gestaltung ihrer Verkaufsflächen. Auch Supermärkte erhöhen ihre Ausgaben für Ladenbau.
Schon im Jahr 2013 befanden sich die Investitionen in die Einrichtung neuer Märkte im Lebensmittelhandel insgesamt auf einem Rekordniveau von rund 800 Millionen Euro und zeigten eine Steigerung von 37 Prozent in Relation zum Vergleichsjahr 2011. Für das laufende Jahr rechnet das EHI mit einer weiteren signifikanten Steigerung.
Spezialisten gehen ins Netz
Der Lebensmittelhandel investiert demzufolge auch in Onlinekonzepte. Dieser Markt werde jedoch von Spezialisten dominiert. Das extravagante Dried Age-Beef, das Bio-Gemüse oder spezielle Allergiker-Nahrung sind im Netz gut vertreten und machen immerhin 92 Prozent der Lebensmittel-E-Commerce-Anbieter aus. Ein Vollsortiment wie aus einem gut sortierten Supermarkt bekannt, bieten hingegen nur 8 Prozent der Händler im Netz an.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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