Tarifkonflikt bei Post spitzt sich zu

Tarifkonflikt bei Post spitzt sich zu

Bei der Post streiten Gewerkschaft und Management weiterhin um kürzere Arbeitszeiten - eine Lösung ist nicht in Sicht. Mit erneuten Warnstreiks will Verdi dem gelben Riesen Zugeständnisse abringen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Einen genauen Zeitpunkt des Streikbeginns nannte die Gewerkschaft nicht. Wie schon bei den Warnstreiks kurz vor Ostern werden die Verdi-Landesbezirke kurzfristig zu Arbeitsniederlegungen aufrufen, wie der Sprecher sagte. So soll verhindert werden, dass sich die Post mit Gegenmaßnahmen wappnet und die Streikaktivitäten unterläuft.

Zugleich will Verdi auf diesem Wege das Unternehmen dazu bewegen, ein "verhandlungsfähiges" Angebot vorzulegen. Die Tarifpartner haben für den 27. und 28. April in Siegburg bei Bonn eine weitere Verhandlungsrunde verabredet.

Verkürzung Wochenarbeitszeit

Für die 140.000 Tarifbeschäftigten fordert die Gewerkschaft eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich. Das Post-Modell zur Neuregelung der Wochenarbeitszeiten wies Verdi bei den Gesprächen in Berlin zurück. Das Unternehmen sei nicht bereit gewesen darzulegen, wie sich sein Vorschlag auf den Monatslohn auswirkt, kritisierte die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende Andrea Kocsis.

Der Konzern hatte vorgeschlagen, die wöchentlichen Arbeitszeiten über eine individuelle Spreizung von 34 bis 41 Stunden neu zu regeln. Allerdings pocht das Unternehmen darauf, erst dann über einen Lohnausgleich zu verhandeln, wenn die Gehaltsforderung von Verdi für die anstehende Entgelttarifrunde auf dem Tisch liegt. Bis dahin könne nicht ernsthaft über einen Lohnausgleich verhandelt werden, erklärte Post-Personalchefin Melanie Kreis.

Hintergrund des Tarifkonflikts sind der Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung und die Auslagerung von Jobs in Tochterfirmen mit niedrigem Lohnniveau. Darin sieht Verdi einen Bruch tarifvertraglicher Vereinbarungen über einen Schutz bei der Fremdvergabe in der Paket- und Briefzustellung. Hierfür hätten die Beschäftigten auf arbeitsfreie Tage und Kurzpausen verzichtet. Die Post weist darauf hin, dass die fest angestellten Postmitarbeiter von der Neugründung der Regionalgesellschaften gar nicht betroffen seien. Vielmehr würde dort besonders den befristet Beschäftigten ein fester Job angeboten.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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