
"Wir wollen die Anlaufstelle für Tiergesundheit werden"
Mareile Wölwer hat ein Start-up für personalisierte Tiermedizin gegründet. Etailment erzählt sie, warum das Amazon-Förderprogramm "Unternehmerinnen der Zukunft" da gerade recht kam und warum Logistik eine entscheidene Rolle spielt.
Wie kamen Sie darauf, Dienstleistungen rund um die personalisierte Tiergesundheit anzubieten?
Wie wichtig ein einfaches und verständliches Gesundheitsmanagement der Tiere ist, merkte ich 2014, als meine Mutter erkrankt ist. Von heute auf morgen bin ich neben dem Studium eingesprungen und habe dafür gesorgt, dass ich die Gesundheit der Tiere im Blick habe und diese auch gesund bleiben.
Während dem Studium habe ich meinen Mitgründer Felix Röllecke kennengelernt. Da Felix zu der Zeit am Lehrstuhl für Produktionsmanagement promovierte und eine Leidenschaft für die Vereinfachung von Prozessen besitzt, haben wir uns gemeinsam vermehrt mit dem Thema Gesundheit und Gesundheitsvorsorge – insbesondere für Hund, Pferd und Katze – beschäftigt.
Mit welchem Ergebnis?
Dabei sind uns vor allem zwei Dinge aufgefallen: jedes Anliegen rund um Tiergesundheit ist nahezu ausschließlich offline zu lösen, sodass viele Tierbesitzer erst dann zum Tierarzt gehen, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Zweitens erhalten Vierbeiner oft Medikamente, ohne dass vorher untersucht wird, ob sie diese überhaupt brauchen.
Genau das wollen wir mit vetevo ändern: mit der kostenlosen vetevo-App und den Gesundheits-Tests für zuhause, können Tierbesitzer ganz einfach sehen, ob ihrem Tier etwas fehlt und wenn ja, was.
Seit wann gibt es Ihr Unternehmen?
Wir sind seit Juni 2017 aktiv, gegründet wurde vetevo im Dezember 2016 mit Sitz in Berlin.
Gibt es Unternehmenskennzahlen, die Sie kommunizieren?
40.000 Seitenbesucher pro Monat, 100+ Partner in ganz Deutschland, 15.000+ durchgeführte Laboranalysen in den vergangenen sechs Monaten, 4,9/5 Sternen Kundenzufriedenheit.
Wie waren Ihre Vorerfahrungen mit Digitalisierung und Internationalisierung?
Unternehmerische Vorerfahrungen in diesen beiden Bereichen hatte ich nicht. Angeeignet habe ich mir mein Wissen in diesen Bereichen im regen Austausch mit anderen Gründern, "learning by doing" und konstanter Weiterbildung durch Bücher, Hörbücher, Videos und Blogs erfolgreicher Gründer.
Was erhoffen Sie sich von dem Amazon-Förderprogramm "Unternehmerinnen der Zukunft"?
Durch den Austausch mit anderen Unternehmern und Gründern neue Sicht- und Arbeitsweisen kennenzulernen und meinen Horizont zu erweitern. Beides sowohl für die geschäftliche aber auch für die persönliche Weiterentwicklung.
Was haben Sie bislang schon von ihrem Coach gelernt?
Von Marvin Stammel, Geschäftsführer des E-Commerce-Händlers FiveMinds, lerne ich sehr viel im Bereich Logistik. Er hat mir geholfen, einen passenden Logistikpartner ausfindig zu machen und begleitet mich während dem Setup mit dem neuen Logistikpartner. Ich bin sehr dankbar, dort von Marvins Erfahrungen profitieren zu können. Zudem hilft er mir unsere Produkte auf Marktplätzen wie Amazon zu platzieren.
Was möchten Sie in einem Jahr erreicht haben?
Ziel für das Amazon-Programm und das kommende Jahr ist es, unseren Kunden ein einzigartiges und intuitives Kundenerlebnis rund um die Gesundheit von Tieren zu bieten. Das hat sehr viel mit Hürden abbauen und Ängsten nehmen zu tun. Mit unseren Produkten, Dienstleistungen und der vetevo App werden wir mit diesem Ansatz allmählich alle wiederkehrenden Gesundheits-To-Dos für Tierbesitzer einfach und bequem von zuhause lösen können.
Ziel ist zudem, die präferierte Anlaufstelle für Tiergesundheit zu werden. Um gesund wachsen zu können, werden wir dazu im Besonderen die Logistik outsourcen, unser Portfolio an vetevo Probenboxen erweitern und die App weiter ausbauen und optimieren.
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Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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