Aus Verärgerung über die Unternehmenspolitik und die Tarifflucht von Karstadt will die Gewerkschaft Verdi am heutigen Freitag in Berlin gegen den Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen protestieren. (Aktualisiert)
"Der Besuch von Nicolas Berggruen in Berlin ist eine gute Gelegenheit, ihn als Karstadt-Eigentümer an seine Pflichten gegenüber den Beschäftigten zu erinnern", sagt Petra Ringer, zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin. "In den vergangenen Jahren haben die Karstadt-Mitarbeiter bereits auf Einkommen verzichtet und haben dem Unternehmen Lohnkosten in Höhe von insgesamt rund 650 Millionen erspart".
Die von Karstadt vollzogene Tarifflucht führe zudem zu einer Gefährdung des Flächentarifvertrags für die Branche. "Dieses Verhalten von Karstadt und seinem Eigentümer Herrn Berggruen ist nicht akzeptabel, daher protestieren wir gegen diese Unternehmenspolitik", erklärt Petra Ringer.
In Berlin gibt es sieben Karstadt-Häuser, dazu zwei Karstadt-Sport-Filialen und das KaDeWe. Karstadt beschäftigt in Berlin rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Land Brandenburg gibt es neben einem Karstadt Sport eine Filiale in Potsdam. Anfang Juni hatten 313 Karstadt-Mitarbeiter in Hamburg gegen die Tarifflucht des Unternehmens gestreikt.
hb
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung des Beitrags hieß es: "Anfang Juni hatten die rund 2.000 Karstadt-Mitarbeiter in Hamburg gegen die Tarifflucht des Unternehmens gestreikt". Tatsächlich waren es nur 313 Mitarbeiter, die an dem Streik teilnahmen. Wir haben den Artikel korrigiert und eine Gegendarstellung der Karstadt Warenhaus GmbH veröffentlicht, die Sie hier finden.
