Die Warenhauskette Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt – den vierten seit 2020. Die 83 Häuser sollen vorerst geöffnet bleiben. Erst im Juni hatte das Unternehmen eine Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro erhalten.
Galeria hat am 2. Oktober beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz beantragt. Das berichtet die dpa unter Berufung auf das Unternehmen. Der Antrag schaffe „den rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen“, teilte Galeria demnach mit. Der Betrieb in den 83 Warenhäusern läuft vorerst weiter. Betroffen sind rund 12.000 Beschäftigte.
Der vierte Antrag seit 2020
Galeria war bereits 2020, 2022 und 2024 in Insolvenzverfahren. Seit Sommer 2024 gehört die Kette der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die neuen Eigentümer verlegten den Sitz von Essen nach Düsseldorf und strichen die Namen Karstadt und Kaufhof.
Im Juni 2026 sicherte sich Galeria nach dpa-Angaben eine Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro beim Finanzierer Gordon Brothers. Sie ist durch Warenbestände besichert und an einen dreijährigen Sanierungsplan gebunden. Bereits im April hatten mehrere Vermieter ausbleibende Mietzahlungen gemeldet, wie cio.de unter Berufung auf die Immobilien Zeitung berichtete. Die Geschäftsführung sprach damals von „Liquiditätsschwankungen“. Im Juli stellte das Unternehmen 33 Standorte zur Überprüfung.
Umsatz mehr als halbiert
2019 setzte der Konzern nach dpa-Angaben 4,5 Milliarden Euro mit 174 Filialen um, 2025 noch rund 2 Milliarden Euro. Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet die Börsen-Zeitung einen deutlich geringeren Umsatz dieser Marke. Der Marktanteil der Warenhäuser am Einzelhandel ist laut EHI von 4,2 Prozent im Jahr 2020 auf zuletzt 1,2 Prozent gefallen, berichtet die dpa.
Offen ist laut Handelsblatt, ob die Beschäftigten Insolvenzgeld erhalten, weil das Unternehmen noch unter gerichtlicher Aufsicht aus dem vorangegangenen Verfahren steht.
Und der Onlineshop?
Galeria hatte E-Commerce zum zweiten Standbein erklärt. 2021 gab das Unternehmen das Ziel aus, 2025 mehr als 500 Millionen Euro online umzusetzen, nach 130 Millionen Euro im Jahr 2020, wie die TextilWirtschaft damals berichtete. Ob dieses Ziel erreicht wurde, hat Galeria nach unserer Recherche nicht öffentlich beziffert. Wie der Onlineshop im Verfahren weitergeführt wird, hat das Unternehmen bislang nicht mitgeteilt.
