Techniker kontrolliert Serverrack in modernem deutschen Rechenzentrum bei Tageslicht
© Black Forest Labs / Flux

Deutsche Firmen wollen deutsche Server

Deutschlands Unternehmen wollen ihre Cloud-Daten im Inland verarbeitet wissen, meldet Bitkom.org. Für 97 Prozent spiele der Server-Standort bei der Anbieterwahl eine Rolle, alle Befragten bevorzugten Deutschland. Es folgten die übrige EU mit 68 Prozent, Frankreich mit 23 Prozent, Großbritannien mit 14 Prozent und die USA mit zwölf Prozent. China lehnten 94 Prozent ab.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
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Cloud-Standort Deutschland wird zum zentralen Auswahlkriterium

Deutschlands Unternehmen legen bei der Wahl ihrer Cloud-Dienstleister großen Wert auf den Standort der Server. Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten spielt dieser Faktor für 97 Prozent der Befragten eine Rolle. Besonders deutlich ist die Präferenz für den heimischen Markt: 100 Prozent bevorzugen Deutschland als Standort für die Verarbeitung ihrer Cloud-Daten. Darüber berichtet Bitkom.org.

Die Ergebnisse zeigen, wie stark Datensouveränität und rechtliche Nähe inzwischen die Cloud-Strategien prägen. Unternehmen wollen nicht nur wissen, wo ihre Daten gespeichert werden, sondern auch, wo Cloud-Anwendungen ausgeführt werden. Deutschland steht dabei klar an erster Stelle, gefolgt von Standorten in der übrigen EU, die 68 Prozent der Befragten bevorzugen und nur 1 Prozent ablehnen. Frankreich kommt auf 23 Prozent Zustimmung, während 17 Prozent das Land als Standort ausschließen.

Außerhalb der Europäischen Union fällt die Bewertung deutlich zurück. Großbritannien wird von 14 Prozent der Unternehmen bevorzugt, zugleich aber von 32 Prozent abgelehnt. Rechenzentren in den USA befürworten 12 Prozent, für 51 Prozent kommen sie nicht infrage. Ähnliche Muster zeigen sich bei Japan mit 9 Prozent Zustimmung und 60 Prozent Ablehnung sowie bei Indien mit 5 Prozent Zustimmung und 73 Prozent Ablehnung. Besonders eindeutig ist die Haltung zu China: Nur 1 Prozent der Unternehmen würde das Land als Cloud-Standort bevorzugen, 94 Prozent schließen China aus.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst leitet daraus konkrete Anforderungen an den Standort Deutschland ab. Damit die nötigen Rechenzentren entstehen können, brauche es international wettbewerbsfähige Strompreise, einen schnellen Anschluss an das Stromnetz und beschleunigte Genehmigungsverfahren für Neubauprojekte. Auch die geplanten KI-Gigafactories sowie der EU Cloud & AI Development Act müssten zügig in die Praxis umgesetzt werden, um den wachsenden Bedarf an sicherer und leistungsfähiger Cloud-Infrastruktur zu decken.

Die Zahlen verdeutlichen einen klaren Trend: Cloud-Infrastruktur wird für Unternehmen nicht mehr allein nach Leistung, Preis oder Funktionsumfang bewertet. Der physische Standort der Datenverarbeitung entwickelt sich zu einem strategischen Kriterium. Für Anbieter bedeutet das, dass Rechenzentren in Deutschland und der EU einen spürbaren Wettbewerbsvorteil bieten können. Weitere Daten zur Cloud-Nutzung in Deutschland hat Bitkom im „Cloud Report 2026“ veröffentlicht, der kostenlos unter www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Report-2026 bereitsteht.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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