Kundin entnimmt Paket aus modernem Paketautomaten in europäischer Innenstadt
© Black Forest Labs / Flux

Brüssel bremst Übernahme von Inpost durch Fedex

Die EU-Kommission verzögert die 7,8 Mrd. Euro schwere Übernahme des Paketdienstes Inpost durch Fedex, berichtet Handelsblatt.com. Der US-Konzern wolle den 2006 in Krakau gegründeten Anbieter über die Börse erwerben und sich so Zugang zum europäischen E-Commerce sichern. Weil Brüssel und eine vietnamesische Wettbewerbsbehörde den Vorgang noch nicht freigegeben hätten, laufe die Angebotsfrist nun bis 18. September. Der Reiz von Inpost für Fedex liege im dichten Stationsnetz, mit über 14.600 Automaten in Großbritannien und 10.800 in Frankreich.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
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Fedex wartet auf grünes Licht für Inpost-Deal

Die geplante Übernahme des europäischen Paketdienstes Inpost durch Fedex verzögert sich. Wie Handelsblatt.com berichtet, hat die EU-Kommission den 7,8 Milliarden Euro schweren Vorgang noch nicht freigegeben. Auch eine vietnamesische Wettbewerbsbehörde steht demnach noch aus. Die Angebotsfrist läuft deshalb nun bis zum 18. September. Für Fedex geht es um eine strategische Neuausrichtung: Der US-Konzern, bislang vor allem mit zeitkritischen Expresszustellungen erfolgreich, will sich über den Erwerb von Inpost Zugang zum europäischen E-Commerce-Geschäft sichern.

Der Deal ist nicht nur wegen seiner Größe bemerkenswert. Fedex will den 2006 in Krakau gegründeten Anbieter über die Börse übernehmen und tritt dabei zusammen mit Finanzinvestoren auf. Versandexperte Rico Back ordnet den Schritt als bewussten Kauf von Marktzugang ein: Fedex wolle sich das europäische Onlinegeschäft „erkaufen“. Der Preis unterstreicht die Bedeutung des Ziels. Zum Vergleich: Analysten von Jefferies bewerteten den Brief- und Paketdienst Deutsche Post zuletzt mit neun Milliarden Euro – nur geringfügig mehr als Inpost im Rahmen des geplanten Erwerbs. Damit rückt ein Unternehmen in den Fokus, das aus einem polnischen Familienunternehmen hervorgegangen ist und heute europaweit tätig ist.

Besonders attraktiv ist Inpost wegen seines dichten Netzes an Paketstationen. Diese Infrastruktur ermöglicht Zustellungen, ohne jede Sendung bis an die Haustür der Empfänger bringen zu müssen. Allein in Großbritannien betreibt Inpost mehr als 14.600 Paketautomaten. Dort hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr den Wettbewerber Yodel übernommen. In Frankreich kommen weitere 10.800 Stationen hinzu, die Inpost über Mondial Relay betreibt, eine frühere Hermes-Tochter. Für Fedex wäre dieser Zugang ein direkter Hebel, um im europäischen Paketmarkt stärker Fuß zu fassen und Zustellwege effizienter zu organisieren.

Die Verzögerung durch die Wettbewerbsbehörden zeigt zugleich, wie sensibel große Zusammenschlüsse in der Paket- und Zustellbranche geprüft werden. Für den Markt wird die Entscheidung mit Spannung erwartet, weil sie über die künftige Rolle von Fedex in Europa mitentscheiden könnte. Sollte die Übernahme genehmigt werden, bekäme der US-Konzern auf einen Schlag ein weit verzweigtes Stationsnetz und damit eine Infrastruktur, die im wachsenden Onlinehandel erhebliche Bedeutung hat. Bis zur Freigabe bleibt offen, ob Fedex den nächsten Schritt vom Expressspezialisten hin zu einem stärker im europäischen Paketgeschäft verankerten Anbieter tatsächlich vollziehen kann.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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