Mitarbeitende prüfen ruhig Warenbestände im Lager – vorsichtige Stabilisierung im Einzelhandel
© Black Forest Labs / Flux

Der Arbeitsmarkt atmet flacher – aber er atmet

Unternehmen planen weniger Stellen abzubauen, meldet das Ifo-Institut. Das Beschäftigungsbarometer sei im Juli auf 93,0 Punkte geklettert, nach 92,2 im Juni. Der Arbeitsmarkt stabilisiere sich, bleibe aber in schwierigem Fahrwasser. Im Handel habe sich der Wert zwar auch verbessert, dennoch überwögen im Groß- und Einzelhandel weiter die Abbaupläne.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
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Ifo-Beschäftigungsbarometer: Unternehmen planen etwas weniger Stellenabbau

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt zeigt im Juli eine leichte Entspannung, bleibt aber angespannt. Nach Angaben des Ifo-Instituts planen Unternehmen, etwas weniger Stellen abzubauen als im Vormonat. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg auf 93,0 Punkte, nachdem es im Juni noch bei 92,2 Punkten gelegen hatte. Damit deutet der Indikator auf eine Stabilisierung hin, ohne bereits eine belastbare Trendwende am Arbeitsmarkt zu signalisieren.

„Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich etwas, bleibt aber in schwierigem Fahrwasser“, sagt Klaus Wohlrabe. Für eine echte Wende brauche es mehr wirtschaftliche Dynamik. Die Aussage beschreibt die Grundtendenz der aktuellen Daten: Unternehmen werden bei ihren Abbauplänen etwas vorsichtiger, halten sich mit Neueinstellungen aber weiterhin zurück. Beim Personal überwiegt in mehreren Wirtschaftsbereichen weiterhin die Absicht, Kapazitäten zu verringern oder zumindest nicht auszubauen. Von einer breiten Erholung kann daher noch nicht gesprochen werden.

Besonders deutlich bleibt der Druck in der Industrie. Dort gab das Beschäftigungsbarometer nach, und der Stellenabbau bleibt das bestimmende Thema. Nahezu alle Branchen planen mit weniger Beschäftigten. Eine positive Ausnahme bilden die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen: Sie wollen ihre Beschäftigung ausweiten. Damit hebt sich dieser Bereich klar von der überwiegend zurückhaltenden Personalplanung in der Industrie ab.

Im Handel hat sich der Indikator zwar verbessert, doch die Pläne zum Personalabbau überwiegen weiterhin sowohl im Großhandel als auch im Einzelhandel. Die leichte Aufhellung reicht damit noch nicht aus, um den Beschäftigungsausblick in der Branche grundlegend zu verändern. Der Befund passt zum Gesamtbild: Die Unternehmen reagieren weniger stark mit Abbauplänen als zuvor, bleiben bei Neueinstellungen aber vorsichtig.

Auch bei den Dienstleistern erholte sich das Beschäftigungsbarometer leicht. Dennoch besteht weiterhin eine geringe Tendenz zum Stellenabbau. Besonders zurückhaltend zeigen sich die Unternehmen im Gastgewerbe. Einen Beschäftigungsaufbau planen dagegen die Rechts- und Steuerberatungen. Diese Unterschiede machen deutlich, dass die Entwicklung innerhalb des Dienstleistungssektors uneinheitlich verläuft und stark von der jeweiligen Branche geprägt ist.

Im Baugewerbe haben sich die Personalplanungen kaum verändert. Einstellungen und Entlassungen halten sich dort weitgehend die Waage, sodass die Unternehmen ihren Personalbestand voraussichtlich in etwa konstant halten wollen. Insgesamt steht der aktuelle Ifo-Wert damit für vorsichtige Stabilisierung, aber nicht für Entwarnung: Der Arbeitsmarkt bewegt sich weniger stark abwärts, bleibt jedoch von Unsicherheit und schwacher Dynamik geprägt.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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